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04.03. 14:26

ROUNDUP 3/Stellenabbau? Airbus bestätigt Treffen mit Betriebsrat


(neu: Aigner)

TOULOUSE/AUGSBURG/BREMEN (dpa-AFX) - Nach einem Medien-Bericht über eine mögliche Streichung oder Verlegung Tausender Stellen hat der Luftfahrtkonzern Airbus ein Treffen mit dem europäischen Betriebsrat in der kommenden Woche bestätigt. Danach solle die Öffentlichkeit informiert werden, teilte ein Unternehmenssprecher der Deutschen Presse-Agentur am Samstag in Paris mit.

Das französische Magazin "Challenges" hatte zuvor in seiner Online-Ausgabe berichtet, es gehe wegen der Produktionskürzungen beim Airbus A380 und dem Militärtransporter A400M um 3600 Jobs vor allem in Bremen, Augsburg, im spanischen Sevilla sowie im britischen Filton. Die Werke in Hamburg und Stade könnten ebenfalls betroffen sein, französische Werke kaum. Der Plan solle an diesem Mittwoch (7. März) bekanntgegeben werden.

Der Airbus-Sprecher wollten den Inhalt des Berichts nicht kommentieren. Anpassungen beim weltgrößten Passagierjet A380 und beim Militärtransporter A400M seien allerdings keine Neuigkeit.

In Bremen und Augsburg gab es zunächst keine Hinweise auf Stellenstreichungen. Man habe darüber aus den Medien erfahren, hieß es aus dem Haus des Bremer Wirtschaftssenators Martin Güthner (SPD). "Wir sind darüber informiert, dass es Gespräche geben wird zwischen der Konzernspitze und den Betriebsräten", sagte Güthners Sprecher Tim Cordßen. Anfang der Woche wolle man sich ein konkretes Bild machen und mit Vertretern von Airbus Bremen sprechen.

Ähnlich äußerte sich Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl. "Bislang gibt es noch nicht einmal offizielle Pläne. Das was heute berichtet wird, ist dem Vernehmen nach und vom Unternehmen noch nicht bestätigt", sagte der CSU-Politiker dem Bayerischen Rundfunk (Bayern 2). Für den Fall von Jobkürzungen kündigte Gribl an, "dass wir die Ärmel wieder hochkrempeln müssten und zunächst gegen Stellenabbau der Höhe nach kämpfen würden."

Bayerns Staatsregierung äußerte die Hoffnung, dass ein möglicher Stellenabbau in Deutschland geringer ausfällt, als er derzeit diskutiert wird. Nach Gesprächen mit Airbus-Managern sagte Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) der "Augsburger Allgemeinen" (Montag), dass es nur im schlimmsten Fall zu einem Abbau von 3600 Stellen kommen könnte. "Das ist ein Worst-Case-Szenario", betonte Aigner. Es handele sich bisher nur um eine Schätzung, wie viele Mitarbeiter es europaweit rein theoretisch treffen könnte.

Am bayerischen Airbus-Standort Augsburg könnten nach Informationen der IG Metall 300 Stellen gefährdetgeraten, die mit der Produktion des Militärtransporters A400M beschäftigt sind. Wie viele dieser Stellen tatsächlich gefährdet sind, sei aber unklar, sagte der Chef der Augsburger IG Metall, Michael Leppek, der Zeitung. "Die Produktion wird ja nicht eingestellt", betonte Leppek. Zudem sei bislang nur wenig bekannt, was Airbus nun wirklich vorhabe.

In Augsburg beschäftigt der Konzern rund 2000 Menschen, in Bremen etwa 3000. Weltweit sind es etwa 129 000 Mitarbeiter. Der Umsatz lag im vergangenen Jahr bei 67 Milliarden Euro.

Airbus hatte bereits im Sommer 2016 bekanntgegeben, mangels ausreichender Bestellungen von 2018 an jährlich nur noch zwölf Maschinen des A380 auszuliefern. Von 2019 an sollen es dann nur noch acht sein. Beim A400M soll der Auslieferungsplan um mehrere Jahre gestreckt werden.

"Jegliche verbundene Auswirkungen auf die Beschäftigten werden zunächst mit unseren Sozialpartnern besprochen werden", sagte der Airbus-Sprecher. "Und wir sind immer bemüht, die besten Lösungen für unsere Beschäftigten zu finden." Das Unternehmen habe gute Erfahrung damit, diese Themen zu handhaben. Einen genauen Termin für das Treffen mit dem europäischen Betriebsrat nannte der Sprecher nicht./cb/stw/ukm/eks/he