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18.03. 12:55

Umfrage: Viele Deutsche für faire Vergütung von Künstlern im Netz


BRÜSSEL (dpa-AFX) - In der Debatte um die Reform des EU-Urheberrechts ist die Mehrheit der Deutschen einer Umfrage zufolge dafür, dass Künstler und Kreative von Internetgiganten wie Google für die Nutzung ihrer Inhalte fair bezahlt werden. 78 Prozent sprachen sich für EU-weite Regeln aus, die die Vergütung von Künstlern und Urhebern für die Verbreitung ihrer Inhalte auf den Plattformen garantieren. Das geht aus einer repräsentativen Befragung in acht EU-Ländern her. In allen acht Staaten - darunter Frankreich, Italien und Rumänien - lag der Wert bei 80 Prozent.

Auftraggeber der Umfrage war die Initiative Europe for Creators, der 60 europäische Organisationen und Verbände von Künstlern und Kreativen angehören. Die Initiative unterstützt die umstrittene Urheberrechtsreform und sieht in dem Ergebnis ein "deutliches Signal" dafür, dass das Europaparlament den neuen Regeln in der kommenden Woche zustimmen sollte.

Die Reform soll das Urheberrecht ans Internet-Zeitalter anpassen. Allerdings steht vor allem Artikel 13 heftig in der Kritik. Er sieht deutlich mehr Pflichten zum Urheberrechtsschutz für Plattformen wie YouTube vor. Kritiker befürchten durch den möglichen Einsatz von Upload-Filtern, die Inhalte wie Videos und Fotos schon beim Hochladen auf Urheberrechtsverletzungen überprüfen und gegebenenfalls blockieren, jedoch Zensur. Für eine faire Vergütung von Künstlern und Kreativen sind allerdings auch die meisten Gegner von Artikel 13. Sie halten den geplanten Weg jedoch für den falschen.

Laut Umfrage sind viele Menschen außerdem der Ansicht, dass die EU große Internet-Firmen wie Google und Facebook stärker regulieren muss. 64 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass in den vergangenen fünf Jahren nicht genügend dafür getan wurde; in Deutschland sind es 71 Prozent. 77 Prozent der Befragten gaben an, dass die Unternehmen nicht ausreichend besteuert würden. Die Einführung einer derartigen Sondersteuer auf EU-Ebene war vergangene Woche jedoch endgültig gescheitert, nachdem es bei einem Treffen der EU-Finanzminister keine ausreichende Zustimmung gab./wim/DP/nas