12.07. 18:22

Trump will ab dem Wochenende mit Festnahme von Einwanderern beginnen

Washington (Reuters) - Die US-Behörden wollen nach Angaben von Präsident Donald Trump an diesem Wochenende mit Razzien die Ausweisung von Einwanderern ohne Aufenthaltserlaubnis in die Wege leiten.

In zehn Städten sei die Festnahme von Immigranten geplant, die für eine Abschiebung infrage kämen, sagte Trump am Freitag vor Journalisten in Washington. "So weit wir können, werden wir uns auf Kriminelle konzentrieren."

Die "New York Times" berichtete zuletzt unter Berufung auf Behördenvertreter, mindestens 2000 Einwanderer-Familien dürften Ziel der Razzien sein. Zuständig ist die Einwanderungs- und Zollbehörde ICE. Sie lässt im Schnitt etwa 12.000 Menschen pro Monat in Gewahrsam nehmen, wobei Festnahmen an der Grenze durch die Grenzpolizei nicht mitgezählt sind.

Trump verfolgt seit Beginn seiner Präsidentschaft eine harte Einwanderungspolitik. Er hofft, damit auch bei der Präsidentenwahl 2020 punkten zu können, auch wenn sein Kurs umstritten ist. Das gilt auch für die jüngste Aktion. Mehrere Bürgermeister von Städten, in denen es voraussichtlich Razzien geben wird, haben angekündigt, nicht mit der ICE zu kooperieren. Jura-Professor Stephen Yale-Loehr erklärte, eine Abschiebung von 2000 Personen wäre nicht so groß, wenn man sich die Jahresbilanz ansehe. Er verwies darauf, dass während der ersten Amtszeit von Trumps Vorgänger Barack Obama jährlich mehr als 400.000 Menschen des Landes verwiesen worden seien.