BP-Verwaltungsratschef Lund kündigt Rücktritt an
LONDON (dpa-AFX) - Der Verwaltungsratschefs des britischen Mineralölkonzerns BP
BP steht unter Druck, nachdem sich der aggressive Hedgefonds Elliott bei den Engländern eingekauft hat. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte zuletzt berichtet, dass der aktivistische Investor eine Beteiligung von fünf Prozent aufgebaut hat. Lund galt damit bei Beobachtern als angezählt. Der Druck stieg, nachdem Konzernchef Murray Auchincloss' Strategieschwenk hinter den Erwartungen zurückblieb.
Der Konzern hatte Ende Februar angekündigt, die Ausgaben für erneuerbare Energien deutlich zu reduzieren und wieder verstärkt auf die Produktion fossiler Brennstoffe zu setzen. Die Investitionen in die Öl- und Gasindustrie sollen um 20 Prozent auf 7,9 Milliarden Pfund pro Jahr erhöht werden.
BP-Chef Auchincloss vollzog damit eine 180-Grad-Wende, nachdem sein Vorgänger Bernard Looney die erneuerbaren Energien noch stark ausbauen wollte. 2020 hatte BP das Ziel ausgegeben, die Öl- und Gasproduktion zugunsten der erneuerbaren Energien bis 2030 um 40 Prozent zu reduzieren. Anfang 2023 wurde das Ziel zunächst auf 25 Prozent korrigiert. Im vergangenen Jahr hatte BP dann deutlich weniger Gewinn gemacht als 2023.
Elliott waren die neuen Pläne Insidern zufolge jedoch nicht ambitioniert genug. Der Hedgefonds soll daher erwogen haben, auf Veränderungen im Management zu drängen, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen gegenüber Bloomberg./mj/nas/DP/mis