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08.04. 10:18

Devisen: Euro steigt nach Waffenruhe im Iran-Krieg über 1,17 US-Dollar


FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro hat am Mittwoch nach der Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA deutlich zugelegt. Er kletterte auch über die Marke von 1,17 US-Dollar. Am Morgen kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,1709 Dollar und damit rund einen Cent mehr als vor der Waffenruhe im Iran-Krieg.

Der Euro war zu Beginn des Iran-Kriegs stark unter Druck geraten. Nach den Angriffen Israels und der Vereinigten Staaten auf den Iran und dessen Gegenschlägen sackte der Euro von rund 1,18 auf fast 1,14 Dollar Mitte März ab, bevor er sich schrittweise erholte. Der Dollar hatte zu Beginn des Iran-Kriegs vor allem von der gestiegenen Unsicherheit an den Finanzmärkten profitiert.

Zum einen gilt der Dollar als sogenannter sicherer Hafen, da Investoren sich von risikoreichen Anlagen trennen und Dollar kaufen. Zudem sind die USA im Gegensatz zu den Ländern der Eurozone ein wichtiges Rohölförderland und auch Nettoexporteur. Auch wird Rohöl überwiegend in Dollar bezahlt. Die Ölpreise haben seit Beginn des Iran-Kriegs kräftig zugelegt, sodass der Dollar auch deswegen stärker nachgefragt war.

In der Nacht einigten sich der Iran und die USA unmittelbar vor dem Ende eines erneuten Ultimatums von US-Präsident Donald Trump auf eine Feuerpause. Irans Außenminister kündigte zugleich eine Öffnung der Straße von Hormus an. Trump hatte die Öffnung der Straße zur Bedingung für eine Feuerpause gemacht. Er hatte damit gedroht, andernfalls den iranischen Energiesektor sowie Infrastruktur wie Brücken anzugreifen. Der US-Präsident hatte der Führung in Teheran eine Frist bis 2.00 Uhr deutscher Zeit in der Nacht zum Mittwoch gesetzt.

"An den Finanzmärkten ist Aufatmen angesagt", schrieb Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. Mit dem Waffenstillstand bleibe vorerst eine weitere Eskalation aus. Vor allem die deutlich gefallenen Ölpreise lassen dem Experten zufolge Hoffnungen keimen, dass der Anstieg der Inflationsraten eine kurze Episode bleiben wird. Hohe Energiepreise dürften zwar die Realwirtschaft im ersten Halbjahr belasten. "Danach könnte die Weltkonjunktur auf ihren ursprünglichen Pfad zurückkehren", schreibt Gitzel.

Commerzbank-Devisenexperte Michael Pfister warnte aber: "Marktteilnehmer sollten aber auch nicht zu optimistisch sein." So seien viele Details der Vereinbarung noch ungeklärt. "Eskaliert die Situation wieder, dann dürften auch die heutigen Marktreaktionen wieder drehen."/jsl/jha/