Aktien Frankfurt: Dax zeitweise unter 24.000 Punkte - 200-Tage-Linie gerissen
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die fortdauernde Unsicherheit über den Nahost-Konflikt und steigende Energiepreise strapazieren zunehmend die Geduld der Anleger an den europäischen Aktienmärkten. Am Donnerstag stieg der Preis für die Ölsorte Brent über der 100-Dollar-Marke weiter an. Inflations- und Konjunkturrisiken nehmen zu, Aktien werden in diesem Umfeld gemieden.
Der Dax rutschte unter die charttechnisch wichtige 200-Tage-Linie für den längerfristigen Trend, womit sich der Abgabedruck verstärken kann. Zeitweise unter der runden Marke von 24.000 Punkten, stand der deutsche Leitindex zuletzt wieder mit 24.076 Punkten etwas darüber und verbuchte einen Verlust von 0,49 Prozent. Es droht der vierte Handelstag in Folge mit Einbußen.
Die V-förmige Dax-Erholung habe eine schnelle Einigung im Irankonflikt vorweggenommen, ordnete Analyst Jochen Stanzl von der Consorsbank die Kursentwicklung der letzten Wochen ein. Es werde nun aber immer klarer, dass es diese so nicht geben werde. "Die Anleger müssen erkennen, dass sie kurzfristig vielleicht zu optimistisch gewesen sind."
Der MDax mit den mittelgroßen Werten sank am Donnerstag um 1,46 Prozent auf 30.720 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx ging es um 0,8 Prozent nach unten.
In der hierzulande allmählich Fahrt aufnehmenden Berichtssaison veröffentlicht an diesem Donnerstag Europas größter Softwarehersteller SAP Quartalszahlen, dies allerdings erst am Abend nach US-Börsenschluss. Anleger sind vorsichtig, SAP-Aktien verloren am Dax-Ende 4 Prozent.
Oben im Dax setzten Infineon ihre Rally fort mit Kursen erstmals seit 2000 wieder über der 50-Euro-Marke. Treiber am Donnerstag waren starke Ausblicke der Halbleiterkonzerne STMicro und Texas Instruments . Der Kurszuwachs für die Infineon-Papiere betrug zuletzt gut 6 Prozent.
Sartorius sanken nach dem Quartalsbericht des Pharma- und Laborzulieferers um 3,7 Prozent. Die Zahlen lägen etwas unter den Erwartungen und die Aktien seien zuletzt gut gelaufen, sagte ein Händler. Für die Anteile des Online-Brokers Flatexdegiro ging es nach Zahlenvorlage um 5,6 Prozent nach unten. Positiv auffällig waren hingegen Stabilus mit plus 5,2 Prozent. Händler lobten die Umsatz- und Margenentwicklung des Herstellers von Gasdruckfedern im ersten Quartal.
RTL Group legten um 1,3 Prozent zu. Anleger freute es, dass der Medienkonzern Sky Deutschland übernehmen darf./ajx/stk