AKTIEN IM FOKUS 2/Fregatten-Wechsel: Rheinmetall bricht ein und TKMS steigt
FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Des einen Freud, des anderen Leid: Ein von der Bundesregierung mittlerweile bestätigter Bericht des Nachrichtenmagazins "Spiegel" über einen Anbieterwechsel beim Fregattenkauf hat am Mittwoch die Papiere von Rheinmetall
Während die im MDax
Als Reaktion auf erhebliche Verzögerungen sowie absehbare Kostensteigerungen und Risiken beendete das Verteidigungsministerium das milliardenteure Rüstungsprojekt für sechs Fregatten des Typs F126. Damit entgeht Rheinmetall ein Großauftrag, denn der Düsseldorfer Rüstungskonzern stand kurz vor der Unterzeichnung eines Vertrags zur Übernahme des F126-Fregattenprogramms von der niederländischen Schiffbaugruppe Damen. Beschafft werden nun acht Fregatten des Typs Meko A-200 DEU von TKMS.
Die Entscheidung, Fregatten dieses Typs zu erwerben, hatte das Ministerium zwar bereits im März getroffen, die Anzahl wurde laut Analyst Alexander Neuberger vom Bankhaus Metzler indes aber verdoppelt. Und das bedeute für TKMS auch eine Verdoppelung des Auftragsvolumens für das Meko-200-Konzept. "Sollte TKMS zudem den kanadischen Auftrag über bis zu 12 U-Boote des Typs U212CD zu einem kolportierten Stückpreis von 3 Milliarden Euro pro Boot gewinnen, könnte der Auftragseingang bis zum Quartal 2025/26 von 20 Milliarden auf 68 Milliarden Euro ansteigen", schrieb er.
Dagegen muss Rheinmetall einen herben Rückschlag verkraften, und das, während der Panzerhersteller KNDS vor seinem Börsengang (IPO) in Frankfurt und Paris steht. Das deutsch-französische IPO soll in den kommenden Wochen über die Bühne gehen und verspricht, eines der größten europäischen Börsendebüts der vergangenen Jahre zu werden.
Laut Jens-Peter Rieck vom Analysehaus MWB Research wird mit der Auftragsstornierung der Bundesregierung Rheinmetall sein "Kronjuwel" genommen. Analyst David Perry von JPMorgan sprach von einem "herben Rückschlag", der Rüstungskonzern werde die eigenen Vorgaben für den Auftragseingang im zweiten Quartal sowie im Gesamtjahr wohl nicht mehr erreichen. Perry bezifferte den Auftragswert auf rund 12 Milliarden Euro.
Marie-Ange Riggio von Morgan Stanley sieht in den Neuigkeiten zwar ebenfalls eine negative Nachricht für Rheinmetall, doch für den aktuellen Prognoserahmen sei der finanzielle Rückschlag nicht allzu gravierend. "Das aus unserer Sicht größere Problem betrifft das Vertrauen in die deutsche Rüstungsbeschaffung sowie die Planungssicherheit bei Aufträgen", schrieb sie und verwies darauf, dass die Stornierung "völlig unerwartet" gekommen sei./ck/bek/nas
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