Henrichmann: Keine vorschnelle Bewertung von Sabotagefällen
BERLIN (dpa-AFX) - Nach Angriffen auf das Stromnetz in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen mahnt der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums des Bundestages, Marc Henrichmann, zu Besonnenheit. "Die Lehre aus Leipzig ist, dass wir uns vor vorschnellen Bewertungen hüten", sagte der CDU-Politiker der "Rheinischen Post". Dort hätten die professionell geführten Ermittlungen Stück für Stück belastbare Fakten geliefert. "Genau das erwarte ich auch jetzt in Jänschwalde und Bergheim."
Nur Klarheit lasse wirksamen Schutz zu, sagte Henrichmann. "Das Muster passt sowohl zu Linksextremisten, die seit Jahren unsere Energieversorgung angreifen, als auch zu staatlich gelenkten Low-Level-Agenten, die unsere Gesellschaft destabilisieren wollen. Der zeitliche Zufall mit der Wahl in Sachsen-Anhalt mag auffällig sein, taugt für sich genommen aber noch nicht als Beweis für die Urheberschaft oder den Zusammenhang."
Weitere ähnliche Vorfälle möglich
Henrichmann hält weitere Vorfälle ähnlicher Art für möglich. "Wer mit derart niedrigschwelligen Mitteln gezielt Kurzschlüsse und maximalen Schaden erzeugen kann, wird es wieder versuchen". Dem "Handelsblatt" sagte er, dass das Stromnetz bislang gehalten habe, sei kein Grund zur Entwarnung, "sondern der Beweis, dass Resilienz mehr denn je hart erarbeitet werden muss".
Bergheim und Jänschwalde binnen 24 Stunden seien "keine Einzelfälle mehr, das ist eine Serie von Angriffen gegen unsere Energieversorgung", sagte der CDU-Politiker. "Auffällig ist: Es braucht gar keine großen Sprengungen, kein aufwendiges Arsenal. Ein gezielt herbeigeführter Kurzschluss an der richtigen Stelle reicht, um maximalen Schaden anzurichten." Man sehe "eiskaltes Kalkül mit niedrigschwelligen Mitteln"./kli/DP/jha