11.09. 09:40

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APA ots news: Nationalbank: Verbesserter Konjunkturausblick für 2027 - Inflation auf Euroraum-Niveau

Interimsprognose der OeNB für Österreich 2026 bis 2028

Wien (APA-ots) - Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) präsentiert
ihre aktuelle
Interimsprognose für die österreichische Wirtschaft für die Jahre
2026 bis 2028: Trotz des Kriegs im Nahen und Mittleren Osten und der
Dürre in diesem Sommer haben sich die Konjunkturaussichten für das
zweite Halbjahr 2026 verbessert. Für die Jahre 2026 bis 2028 erwarten
die Ökonom:innen der Nationalbank ein BIP-Wachstum von 0,5 %, 1,3 %
und 1,2 %. Die Inflationsprognose liegt nun bei 3 % für 2026. 2027
sinkt die prognostizierte Inflation auf 2,3 % und 2028 auf 2,2 %.

Zwtl.: Verbesserte Wachstumsaussichten für das zweite Halbjahr 2026

Die Wachstumsprognose für 2026 liegt auf einem ähnlichen Niveau
wie im Juni prognostiziert. Grund für die leichte Abwärtsrevision (-
0,1 Prozentpunkte) im Vergleich zur Juni-Prognose ist die inzwischen
schwächer ausgewiesene Wirtschaftsentwicklung in der ersten
Jahreshälfte 2026. Für das zweite Halbjahr sind die Aussichten
hingegen besser: Der Welthandel entwickelte sich stärker als
erwartet, wovon auch die österreichische Exportwirtschaft profitieren
dürfte. Gleichzeitig haben sich Auftragslage und Stimmung in der
heimischen Industrie verbessert. Der OeNB-Konjunkturindikator
signalisiert für das dritte und vierte Quartal 2026 eine leichte
Belebung der heimischen Wirtschaft. Die verbesserten
Konjunkturaussichten ab dem zweiten Halbjahr werden vor allem im
kommenden Jahr sichtbar: Für 2027 hebt die OeNB ihre
Wachstumsprognose gegenüber Juni um 0,2 Prozentpunkte auf 1,3 % an.

"Trotz der Verwerfungen durch den Krieg im Nahen und Mittleren
Osten haben sich die Auftragslage und die Stimmung in der
österreichischen Industrie seit Juni verbessert. Die Dürre in diesem
Sommer hat große Schäden hinterlassen, die Auswirkungen dürften das
gesamtwirtschaftliche Wachstum im Jahr 2026 um 0,1 Prozentpunkte
dämpfen. In Summe überwiegen damit auch angesichts der schwierigen
Rahmenbedingungen die positiven Signale für die österreichische
Wirtschaftsentwicklung", so OeNB-Gouverneur Martin Kocher. Für das
Jahr 2028 bleibt die BIP-Prognose unverändert bei 1,2 %. Auch für den
Arbeitsmarkt gibt es vorsichtig positive Nachrichten: Die erwartete
Arbeitslosenquote gemäß AMS dürfte 2026 bei 7,5 % liegen und in den
beiden Folgejahren auf 7,3 % bzw. auf 7,1 % sinken.

Zwtl.: HVPI-Inflation über gesamten Prognosezeitraum nahe dem
Euroraum-Durchschnitt

Die OeNB erwartet für 2026 eine Inflation in der Höhe von 3,0 %,
die 2027 auf 2,3 % und 2028 auf 2,2 % zurückgehen dürfte. Maßgeblich
dafür ist insbesondere die Abschwächung der Effekte des
Energiepreisschocks in Folge des Krieges im Nahen und Mittleren Osten
ab dem zweiten Quartal 2027 - durch Auslaufen des Basiseffekts -
wodurch die Energieinflation von 6,5 % im Jahr 2026 auf 1,0 % im Jahr
2027 sinken dürfte. "Der Inflationsabstand Österreichs zum Euroraum
verringert sich unserer Prognose zufolge deutlich. Während die
österreichische Inflation 2025 nach dem Ende der Strompreisbremse
noch um 1,4 Prozentpunkte über dem Euroraum-Durchschnitt lag, betrug
der Abstand in den ersten acht Monaten 2026 durchschnittlich nur noch
0,3 Prozentpunkte. Damit liegt er unter dem langjährigen Durchschnitt
vor der Corona-Pandemie. Für die kommenden Jahre erwarten wir laut
Prognose, dass sich die heimische Inflation weitgehend im Gleichklang
mit jener des Euroraums entwickeln wird. Angesichts der weiterhin
bestehenden Risiken ist bei der Inflationsentwicklung und deren
nationalen Treibern aber immer noch Wachsamkeit geboten", so Kocher.

Die Nahrungsmittelinflation bleibt trotz der Dürre in diesem
Sommer vorerst niedrig. Dazu hat auch die im Juli 2026 eingeführte
Mehrwertsteuersenkung auf ausgewählte Nahrungsmittel einen messbaren
Beitrag geleistet, die laut OeNB-Analysen seit Beginn und auch
weiterhin nahezu vollständig an die Konsument:innen weitergegeben
wird. Zwar dürfte die Dürre bei einzelnen Produkten zusätzlichen
Preisdruck verursachen, der inflationsdämpfende Effekt der
Steuermaßnahme überwiegt jedoch zunächst noch.

Zwtl.: Szenarien verdeutlichen hohe Prognoseunsicherheit aufgrund
geopolitischer Risiken

Um die erhöhte Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Konflikt im
Nahen und Mittleren Osten abzubilden, wurde die Prognose durch
alternative Szenarien ergänzt. Dabei wurden die Auswirkungen
unterschiedlich starker Schocks bei Energie-, Rohstoff- und
Nahrungsmittelpreisen auf Inflation und Konjunktur bis Ende 2028
berechnet. Im ungünstigsten Szenario liegen die Erdölpreise um 75 %,
die Gaspreise um 100 % und die Nahrungsmittelpreise um 20 % über dem
Basisszenario. Selbst in diesem Fall würde die österreichische
Wirtschaft nicht in eine Rezession rutschen, aber das BIP-Wachstum
2027 würde noch bei 0,3 % liegen. Die Inflation würde hingegen auf
5,6 % ansteigen. Im günstigsten berechneten Szenario liegen die
unterstellten Erdölpreise im Mittel um 15 % und die Gaspreise um 20 %
niedriger als im Hauptszenario der Prognose angenommen. In diesem
Szenario fällt die Inflation 2027 mit 1,7 % um 0,6 Prozentpunkte
niedriger aus und das BIP-Wachstum würde um 0,1 Prozentpunkte höher
liegen.

Hinweis: Pro Jahr veröffentlicht die OeNB vier Prognosen: Jeweils
im Juni und Dezember erstellt die OeNB detaillierte
gesamtwirtschaftliche Prognosen, jeweils im März und September
Interimsprognosen, die im Wesentlichen ein technisches Update
darstellen. Im März, Juni und September werden neben dem aktuellen
Jahr die kommenden zwei Jahre prognostiziert. Im Dezember wird ein
zusätzliches Jahr prognostiziert. Die gesamtwirtschaftliche und die
Interimsprognose unterscheiden sich im Umfang der prognostizierten
Kennziffern.

Die Interimsprognose steht als PDF auf der Website der OeNB zum
Download zur Verfügung.

Rückfragehinweis:
Oesterreichische Nationalbank
Pressesprecherin
Mag.a Marlies Schroeder, MiM
Telefon: (+43-1) 404 20-6900
E-Mail: marlies.schroeder@oenb.at
Website: https://www.oenb.at

Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs
Leitung Kommunikation | Pressesprecherin
Mag.a Viktoria Antrey
Telefon: (+43-1) 330 35 45 82
viktoria.antrey@hilfsgemeinschaft.at
www.hilfsgemeinschaft.at

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