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16.09. 20:36

Aktien New York: Ölpreisrückgang stützt die Kurse - US-Zinsentscheid bewegt kaum


NEW YORK (dpa-AFX) - Die New Yorker Börsen haben sich nach der jüngsten Schwäche am Mittwoch etwas stabilisiert. Die Leitzins-Anhebung der US-Notenbank Fed ließ die Anleger weitgehend kalt. Bereits davor hatte ein deutlicher Rückgang der zuletzt stark gestiegenen Ölpreise die Aktienkurse gestützt.

Zuletzt ging es für den technologielastigen Nasdaq 100 um 0,73 Prozent auf 29.148 Punkte hoch. Der marktbreite S&P 500 gewann 0,30 Prozent auf 7.609 Punkte. Der Leitindex Dow Jones Industrial sank hingegen um 0,09 Prozent auf 52.046 Punkte, womit er den anderen Indizes weiter etwas hinterherhinkte.

Auf der dritten Fed-Zinssitzung unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh hob dieser erstmals die Leitzinsen an. Die Erhöhung der Zinsspanne um 0,25 Prozentpunkte auf nun 3,75 bis 4,00 Prozent war an den Finanzmärkten bereits weithin erwartet worden. Es ist zudem die erste Anhebung seit Juli 2023.

"Die Fed hat kaum eine andere Wahl, als die Zinsen anzuheben, zumal der Anleihemarkt seit Wochen signalisiert, dass höhere Zinsen gerechtfertigt sind", hatte die leitende Marktstrategin Carol Schleif vom Vermögensverwalter BMO Wealth Management schon vorab betont. Chefmarktanalyst Timo Emden von Captrader prognostiziert Warsh einen "schwierigen Spagat", um die Inflation zu bekämpfen und gleichzeitig die Konjunktur nicht abzuwürgen.

Dagegen sieht Ökonom Bradley Saunders vom Makroforschungsunternehmen Capital Economics die im August deutlicher als erwartet gestiegenen US-Einzelhandelsumsätze als Beleg, dass die heimische Wirtschaft höhere Zinsen problemlos verkraften kann. Dementsprechend hätten die amerikanischen Währungshüter viel Spielraum, um die Inflation mit einer strafferen Geldpolitik zu bändigen.

Am US-Aktienmarkt stand einmal mehr das Trendthema Künstliche Intelligenz (KI) im Fokus. Noch zu Wochenanfang hatten Warnungen aus der Branche vor einer zu schnellen Entwicklung der KI-Technologie und damit einhergehenden Sicherheitsbedenken für Verunsicherung gesorgt. Inzwischen haben sich die Gemüter aber wieder beruhigt.

Die Analysten der Bank Citigroup wiesen zur Wochenmitte darauf hin, dass KI-Entwickler grundsätzlich die Sicherheit und Ausrichtung von Künstlicher Intelligenz als einen rechenintensiven Prozess betrachteten. Das bedeutet, dass Sicherheitsbedenken die Nachfrage nach Rechenleistung eher steigern als verringern könnten.

Vor diesem Hintergrund blieben die Titel der für KI wichtigen Halbleiterbranche gefragt. Für Intel ging es um 5,2 Prozent nach oben. Börsianer verwiesen hier zudem auf Berichte, wonach SK Hynix mit Intel beim Bau von Chips in den USA zusammenarbeiten könnte. Der südkoreanische Halbleiterhersteller teilte als Reaktion auf die Nachrichten mit, dass man aktuell Möglichkeiten prüfe, die eigene globale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Die Aktien der Branchenkollegen Marvell Technology und AMD legten um 4,2 und 3,3 Prozent zu. Nvidia verteuerten sich um 1,8 Prozent.

Die Papiere von JB Hunt sackten indes um 12,5 Prozent ab. Das Transport- und Logistikunternehmen hatte auf einer Konferenz der Bank Morgan Stanley auf steigende Kosten hingewiesen und eine für den Konzern seltene Gewinnwarnung ausgesprochen./gl/nas