ROUNDUP: Roche kommt Jahreszielen näher - Kurs leicht unter Druck
BASEL (dpa-AFX) - Roche
Nachdem Roche in den ersten beiden Quartalen zum Teil deutlich unter dem starken Franken gelitten hatte, sorgte dessen Abwertung im dritten Quartal für etwas Rückenwind. Wie Roche selbst berichtet, fielen die Währungseffekte im dritten Quartal mit plus 1 Prozent leicht positiv aus, nachdem sie im ersten Quartal mit minus 11 Prozent und im zweiten dann mit minus 4 Prozent noch klar belastet hatten.
Mit den vorgelegten Zahlen hat der Konzern die eigene Ziele erfüllt, die konstante Wechselkurse zugrunde legt. Die Schätzungen der Analysten wiederum hat Roche größtenteils übertroffen. Gewinnzahlen legt Roche zu dieser Zeit nicht vor.
Für die Aktien von Roche geht es nach den Zahlen unterdessen etwas nach unten. Diese waren in etwa wie von Analysten erwartet ausgefallen und auch der Ausblick wurde vom Pharmariesen bestätigt. Händler hatten aber schon vor möglichen Gewinnmitnahmen gewarnt, sollte Roche nach dem zuletzt starken Kursplus mit seinem Ergebnis nicht klar positiv überraschen. Das scheint nun einzutreten. Die Titel fallen zuletzt leicht um 0,2 Prozent auf 396,20 Franken.
Von den beiden Geschäftsbereichen setzte die größere Pharmasparte in den ersten drei Quartalen 36,2 Milliarden Franken um, ein Anstieg um 2 Prozent. Dabei erzielten die fünf wichtigsten Wachstumstreiber Xolair, Hemlibra, Ocrevus, Phesgo und Vabysmo zusammen Verkäufe von 16,8 Milliarden (plus 6 Prozent). Die Verkäufe von Produkten mit abgelaufenen Patenten (Avastin, Herceptin, MabThera/Rituxan, Lucentis und Actemra/RoActemra) gingen insgesamt um 0,6 Milliarden zurück.
Gerade im Pharmageschäft stehen in den kommenden Wochen und Monaten wichtige Entscheidungen an. In den USA wird die US-Gesundheitsbehörde Ende November und Mitte Dezember über die Zulassung des Brustkrebsmittels Giredestrant entscheiden, auf das Roche große Hoffnungen setzt. Im kommenden Frühjahr folgt dann ein Entscheid zu Fenebrutinib, einem Mittel zur Behandlung multipler Sklerose. Auch hier hat Roche große Hoffnungen, seine führende Position in diesem Bereich weiter auszubauen.
Wie der Konzernchef Thomas Schinecker während einer Telefonkonferenz hervorhebt, hat sich die Forschungseffizienz von Roche vor allem im laufenden Jahr klar verbessert. Dazu habe auch das Auswahlverfahren "The Bar" beigetragen. Roche führte "The Bar" Ende 2023 als neuen Bewertungsrahmen für seine Forschungspipeline ein. Seitdem müssen Wirkstoffkandidaten bestimmte Kriterien erfüllen, um weiterentwickelt zu werden.
In der kleineren Diagnostik-Sparte wiederum setzte Roche 10,3 Milliarden um, was dem Vorjahreswert entsprach. Damit hat sich der belastende Effekt der Preisreform in China merklich abgeschwächt. Zum Vergleich: Im ersten Quartal waren die Einnahmen noch um 7 Prozent gefallen, im ersten Halbjahr dann um 3 Prozent.
Für den weiteren Geschäftsverlauf bestätigt das Management um Konzernchef Thomas Schinecker die bisherige Prognose. Zu konstanten Wechselkursen sollen die Umsätze im mittleren einstelligen Prozentbereich ansteigen. Der Kerngewinn je Titel soll im hohen einstelligen Prozentbereich wachsen. Zudem ist die Gruppe weiter bestrebt, die Dividende in Schweizer Franken zu erhöhen./hr/cg/AWP/jha