Kommt russischer Diesel in den USA an?
LONDON/MOSKAU (dpa-AFX) - Bei dem von US-Präsident Donald Trump verkündeten Diesel-Deal mit Russland mehren sich Zweifel, ob die ersten Lieferungen tatsächlich ihr Ziel in den USA erreichen. Die "Financial Times" und die Umweltorganisation Greenpeace berichten, dass mehrere in Russland mit Treibstoff beladene Tanker nicht mehr Kurs auf die USA halten.
Dagegen sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau, der russische Diesel werde seine Käufer finden. "Die Lieferungen wurden durchgeführt", sagte er der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge. Details unterlägen aber dem Geschäftsgeheimnis.
Nur ein Tanker steuert Richtung USA
Greenpeace beobachtet auf einem Satellitentracker vier Tanker, die mutmaßlich mit russischem Diesel für die USA beladen sind. Dabei ist die "Agioi Fernandes" weiter Richtung US-Ostküste unterwegs, gibt aber an, dass die Ladung von 49.000 Tonnen noch auf Abnehmer warte. Der Tanker "Leruo" hat laut FT auf der Fahrt sein Ziel Richtung Brasilien geändert.
Für die "Primorye" werden bei Greenpeace die Bahamas als Ziel genannt. Das Schiff fuhr am Donnerstag auf dem Atlantik westlich der Kanarischen Inseln, wie der Trackingdienst Vesselfinder zeigte. Der Tanker "Talisman" ist ins Mittelmeer abgebogen.
Ärger über Trumps Deal mit Putin
Trump hatte Anfang Oktober 2026 mit Kremlchef Wladimir Putin russische Diesellieferungen in die USA vereinbart. Washington setzte dafür bestehende Sanktionen vorübergehend aus. Der Deal löste scharfe Kritik aus - von der EU, der Ukraine, der Bundesregierung und sogar Teilen des US-Kongresses.
Trump hatte vor der US-Parlamentswahl ukrainische Attacken auf russische Raffinerien für gestiegene Dieselpreise verantwortlich gemacht. Dabei erklärt sich der Preisanstieg eher aus seinem Krieg gegen den Iran.
New Jersey will keinen Diesel aus Russland
Die demokratische Gouverneurin von New Jersey, Mikie Sherrill, untersagte laut "Financial Times", den russischen Diesel in den Häfen ihres US-Bundesstaates zu entladen. Die Zeitung zitierte Branchenexperten, wonach mögliche Abnehmer trotz der ausgesetzten Sanktionen Probleme befürchten. Trump hatte die Einfuhr von insgesamt 1,8 Millionen Tonnen Diesel aus Russland versprochen./fko/DP/he