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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Globaler Tech-Ausverkauf - Dax unter 26.000


FRANKFURT (dpa-AFX) - Der starke Kursrutsch an den US-Aktienmärkten im Zuge des Ausverkaufs im KI- und Halbleitersektor drückt am Freitag den zuletzt noch rekordhohen Dax wieder unter die 26.000-Punkte-Marke. Im frühen Handel verlor der deutsche Leitindex 1,4 Prozent auf 25.957 Punkte.

Tags zuvor hatte er mit 26.692 Punkten ein Rekordhoch erreicht, bevor die Schwäche an den US-Börsen einsetzte und ihn letztlich ins Minus drückte. "Die Vorsicht nimmt zu, zumal der Dax mit einem Rekordstand gerade erst ein optimales Umfeld einpreiste, das nun nicht mehr vorherrscht", kommentierte Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank.

Nach dem Erfolg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen mehren sich nun die Sorgen vor einer stärkeren Regulierung des KI-Bereichs. In New York hatte daher der Technologie-Auswahlindex Nasdaq 100 am Donnerstag den stärksten Tagesverlust seit dem Corona-Crash im März 2020 verzeichnet. Letztlich verlor er 6,4 Prozent. Für den Halbleiterindex SOX ging es sogar um mehr als 12 Prozent abwärts. Auch für den marktbreiten S&P 500 und den US-Leitindex Dow Jones Industrial war es ein schwarzer Tag.

Die Verluste machten am Freitag auch an den asiatischen Handelsplätzen nicht halt und waren im japanischen Nikkei 225 und im südkoreanischen Kospi besonders hoch.

Hierzulande ging es auch für den MDax der mittelgroßen Unternehmen bergab, mit minus 0,7 Prozent auf 30.674 Zähler waren die Abgaben etwas geringer als im Dax. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 1 Prozent.

"An der Wall Street ist genau das eingetreten, was Anleger seit Monaten befürchten: dass sich das Klumpenrisiko aus wenigen Tech-Schwergewichten rächt und die großen Indizes mit in die Tiefe reißt, wenn sie einmal stärker fallen sollten", so Experte Stanzl. "Die Angst vor einem KI-Ausbaustopp durch die Demokraten trübt die Stimmung."

Quartalszahlen gab es vor dem Wochenende von Daimler Truck . Die am Vortag starken Aktien des Lastwagenherstellers fielen um fast 4 Prozent. Der Auftragseingang im dritten Quartal sei wie erwartet schwach gewesen, hieß es von der Investmentbank Oddo BHF. Insgesamt sei das Quartal allerdings solide gelaufen. Die Analysten von JPMorgan lobten die Entwicklung in Nordamerika.

Munich Re und Hannover Rück sanken jeweils um die 3 Prozent. JPMorgan hatte die Aktien der beiden Rückversicherer abgestuft und bremste deren jüngste Rally damit aus.

Rüstungswerte standen weiter unter Druck. Für die Papiere von Rheinmetall hagelte es Kurszielsenkungen nach der jüngsten Gewinnwarnung. Der Kurs näherte sich der 800-Euro-Marke und verlor zuletzt 3,7 Prozent. Vor 13 Monaten hatten Rheinmetall-Aktien noch mehr als 2.000 Euro gekostet.

Die Ankündigung von Aktienrückkäufen trieb den Kurs des Mobilfunkanbieters Freenet um 1,6 Prozent nach oben.

Der Auto- und Industriezulieferer Stabilus wird wegen gesenkter Erwartungen an das Geschäft in China und Nordamerika vorsichtiger. Für die Anteile ging es um gut 4 Prozent bergab. Die neuen mittelfristigen Ziele seien nun realistischer und auch besser als erwartet, Abschreibungen und eine niedrigere Dividende wirkten aber negativ, hieß es am Markt./ajx