Angst vor einer KI-Blase? Mit diesen 26 Aktien sichern Sie sich dagegen ab
Der KI-Boom treibt Investitionen in historischer Größenordnung an, erhöht aber zugleich die Abhängigkeit vieler Aktien von einem einzigen Thema. Eine Studie der Bank of America zeigt, wie Anleger über sogenannte Transition-Investments vom KI-Ausbau profitieren können – mit deutlich geringerer Anfälligkeit für eine mögliche KI-Blase.
Künstliche Intelligenz hat sich in kurzer Zeit zu einem der dominierenden Anlagethemen, , wenn nicht sogar dem Wichtisten, an den Finanzmärkten entwickelt. Der technologische Fortschritt geht dabei mit enormen Investitionen einher.
Laut Bank of America erreichen die Ausgaben für KI-Infrastruktur inzwischen eine Größenordnung, die mit klassischen Schwerindustrien vergleichbar ist. Allein die großen US-Technologiekonzerne planen jährliche Investitionen im dreistelligen Milliarden-USD-Bereich, vor allem für Rechenzentren, Chips, Stromversorgung und Netzkapazitäten.
Unternehmen mit hohen KI-Ausgaben sind ebenso kapitalintensiv wie die großen Ölkonzerne, zu beobachten Sie den ROIIC (Return on Incremental Invested Capital - Rendite auf das zusätzlich investierte Kapital) beider Gruppen
Rendite über den Kapitalkosten (ROIIC – WACC (Weighted Average Cost of Capital - gewichteter durchschnittlicher Kapitalkostensatz)) im Vergleich zu CapEx (Capital Expenditure – Investitionsausgaben) als Prozentsatz des operativen Cashflows

Quellen: BofA US & Quant Strategy, FactSet
Diese Dynamik ist aus Sicht der Analysten strukturell und langfristig angelegt. Gleichzeitig warnen sie jedoch davor, dass sich die Kursentwicklung vieler klassischer KI-Aktien zunehmend vom realwirtschaftlichen Nutzen entkoppelt hat. Hohe Bewertungen, stark steigende Kapitalintensität und sinkende Kapitalrenditen erhöhen die Verwundbarkeit des Sektors. Die zentrale Frage lautet daher nicht, ob KI die Wirtschaft verändert, sondern wie sich dieses Thema robuster im Portfolio abbilden lässt.
Ziel ist eine relativ geringe KI-Kurskorrelation
Hier setzt der Ansatz des sogenannten Transition Investing an. Die Bank of America versteht darunter Investitionen in den realwirtschaftlichen Übergang, den KI auslöst. Im Mittelpunkt stehen nicht die Entwickler von KI-Modellen oder Softwareplattformen, sondern jene Unternehmen, die die physischen, energetischen und sicherheitsrelevanten Voraussetzungen für diesen Wandel schaffen. Die Kernaussage der Studie lautet: Die KI-Revolution findet nicht nur in Algorithmen statt, sondern vor allem in Stromnetzen, Gebäuden, Industrieanlagen, Kommunikationsnetzen und Lieferketten.
Um diesen Ansatz quantitativ greifbar zu machen, arbeiten die Analysten mit der sogenannten KI-Beta. Sie misst, wie stark sich eine Aktie im Gleichlauf mit dem KI-Sektor bewegt. Viele bekannte KI-Titel weisen inzwischen ein KI-Beta deutlich über 1 auf. Das bedeutet, dass sie stärker schwanken als der KI-Sektor selbst. In Phasen steigender Kurse wirkt das als Hebel, bei Korrekturen aber ebenso.
Die von der Bank of America identifizierten Transition-Aktien liegen dagegen überwiegend in einer Spanne von rund 0,0 bis 0,8. Teilweise weisen sie sogar ein leicht negatives KI-Beta auf. Ihre Kursentwicklung ist damit wesentlich weniger abhängig von der Stimmung rund um KI, obwohl ihre Geschäftsmodelle direkt oder indirekt vom Ausbau der KI-Infrastruktur profitieren.
Ein weiterer zentraler Befund der Studie betrifft die Korrelationen zwischen Anlagethemen. Die Analysten zeigen, dass sich die Korrelation zwischen KI-Aktien und anderen strukturellen Themen wie Clean Energy innerhalb von nur zwölf Monaten deutlich erhöht hat. Was früher als Diversifikation galt, bewegt sich inzwischen oft im Gleichlauf. Gerade vor diesem Hintergrund gewinnt der gezielte Blick auf niedrig korrelierte Geschäftsmodelle an Bedeutung.
Erneuerbare Energien sind inzwischen enger mit Künstlicher Intelligenz verknüpft.

Die Korrelation zwischen KI und Clean Energy sprang im Jahr 2025 auf 65%
Quellen: BofA Global Research, Bloomberg
Das Transition Investing umfasst mehrere Branchen
Transition Investing umfasst dabei mehrere klar definierte Branchen. Eine Schlüsselrolle spielt die Energie- und Netzinfrastruktur. Der steigende Strombedarf von Rechenzentren erfordert massive Investitionen in Stromnetze, Transformatoren, Speicherlösungen und intelligente Steuerungssysteme. Unternehmen aus den Bereichen Smart Grids, industrielle Elektrifizierung und Energiespeicherung zählen daher zu den Kernbausteinen des Ansatzes.
Hinzu kommen Unternehmen aus dem Bereich Gebäude- und Energieeffizienz. Rechenzentren und Industrieanlagen müssen nicht nur gebaut, sondern auch effizient betrieben werden. Die Studie verweist hier auf Anbieter von Klimatechnik, Kühlung und Gebäudesteuerung, die von strengeren Effizienzvorgaben und dauerhaft steigenden Investitionen profitieren.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf klassischer öffentlicher Infrastruktur. Häfen, Flughäfen, Telekommunikationsnetze und Funkmasten sind unverzichtbar für eine datenintensive Wirtschaft. Betreiber und Ausrüster dieser Infrastruktur profitieren laut Bank of America vom strukturellen Ausbau digitaler Anwendungen, ohne unmittelbar von KI-Bewertungen abhängig zu sein.
Auch Materialien und Rohstoffe spielen eine zentrale Rolle. Der Ausbau von Netzen, Rechenzentren und Industrieanlagen erhöht die Nachfrage nach Baustoffen, Metallen und Spezialmaterialien. Entsprechend finden sich in der Studie Unternehmen aus den Bereichen Baurohstoffe und Batteriematerialien, deren Wachstum eng an reale Investitionsprojekte gekoppelt ist.
Ergänzt wird das Transition-Universum durch den Bereich Sicherheit und Verteidigung. Digitale Infrastruktur, Energieversorgung und Kommunikation gelten zunehmend als strategische Assets. Investitionen in physische Sicherheit und Verteidigung werden laut Studie nicht mehr nur konjunkturell, sondern geopolitisch begründet. Auch diese Unternehmen weisen häufig ein niedriges KI-Beta auf.
Bank of America favorisiert Aktien mit niedrigem KI-Beta, hoher Qualität und hohem Wachstum
Die Bank of America hat aus diesem Universum 26 Aktien identifiziert, die neben einem niedrigen KI-Beta auch gut in Sachen Qualität und Wachstum abscheiden. Viele der Titel erreichen Qualitäts- und Wachstumswerte von 80 bis 100 Punkten. Ziel ist es, strukturelles Wachstum mit einem stabileren Risikoprofil zu verbinden. Die folgende Tabelle bildet diese Auswahl vollständig ab und dient als Überblick über das Transition-Investing-Universum der Studie.
26 Globale Unternehmen mit niedrigem KI-Beta, hoher Qualität und hohem Wachstum, sortiert nach Qualitätsrang, Stand: 13.01.2026

Quelle: Bank of America, Bloomberg
Abschließende Einordnung
Der Transition-Investing-Ansatz der Bank of America zeigt, dass sich der KI-Trend deutlich breiter spielen lässt als über klassische Technologieaktien. Die ausgewählten Titel taugen aber vermutlich nicht als Komplett-Immunisierung gegen Marktkorrekturen. Auch sie würden wahrscheinlich im Zuge einer ausgeprägten globalen Korrekturwelle unter Druck geraten. Ihre geringere Abhängigkeit von KI-Narrativen und Bewertungen könnte sie jedoch – zumeist basiert auf den Thesen des zitierten Instituts - widerstandsfähiger machen, falls es im KI-Sektor zu stärkeren Verwerfungen kommt.
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