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Chartanalyse UnitedHealth: Versicherungsriese am Wendepunkt des Kostenzyklus

Chartanalysen Patrik Uhlschmied 80 Leser

Der Branchenprimus UnitedHealth (ISIN: US91324P1021) blickt auf ein herausforderndes Geschäftsjahr zurück. In den jüngsten Ergebnissen, die das vierte Quartal 2025 abschließen, kletterte der Umsatz auf Jahressicht um etwa 12% auf rund 113,7 Mrd. USD. Trotz dieses Wachstums stand der Gewinn pro Aktie (EPS) unter Druck: Mit einem bereinigten Wert von ca. 2,09 USD verzeichnete das Unternehmen einen deutlichen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr, was primär auf die markant gestiegene Medical Care Ratio (MCR) von fast 90% zurückzuführen ist. Besonders im Fokus der Analysten steht der Free-Cashflow, der trotz der operativen Kostenbelastung stabil blieb und für das Gesamtjahr 2025 die Marke von 24,0 Mrd. USD festigte. Hintergrund dieser Entwicklung ist eine „Verschärfung“ der medizinischen Inanspruchnahme durch Patienten, die UnitedHealth dazu zwang, die Preise für 2026 konservativer zu kalkulieren. Die Story für das neue Jahr ist ein strategischer „Reset“: Um die Margen zu schützen, zieht sich der Konzern aus unprofitablen Medicare-Advantage-Regionen zurück und setzt verstärkt auf die Service-Sparte Optum. Der Ausblick für 2026 ist dennoch optimistisch: Das Management erwartet eine Rückkehr zu einem EPS-Wachstum von 8% bis 10%, sofern die eingeleiteten Preisanpassungen die Kosteninflation effektiv auffangen. Investoren setzen darauf, dass der Versicherungsriese seine Skaleneffekte nutzt, um die Effizienz im Vergleich zum Vorjahr wieder signifikant zu steigern.

Aus charttechnischer Sicht arbeitet UnitedHealth derzeit an einer Verarbeitung des starken Abverkaufs aus dem letzten Jahr. Im Zuge dieser Korrektur verlor die Aktie innerhalb weniger Monate mehr als 60% seiner Marktkapitalisierung. Inzwischen konnte bereits eine erste technische Gegenbewegung im Bereich des GD200 (monthly) eingeleitet werden. Allerdings scheiterte UnitedHealth bislang am Widerstand bei 382 USD. Es deutet sich eine mehrmonatige Seitwärtsbewegung zwischen diesem Widerstand und der Unterstützung bei 301 USD an. Sollte die Aktie über 382 USD ansteigen, befinden sich die nächsten Zielzonen bei 443 USD, gefolgt von 560 und 750 USD. Fällt die Aktie hingegen unter 301 USD, notiert die nächste Auffangzone wieder bei 233 USD, verstärkt durch den GD200 (monthly). Die Slow Stochastik signalisiert inzwischen eine massiv überverkaufte Situation und bietet dadurch das Potenzial einer Aufwärtsbewegung. Ohne Bestätigung mit einem Ausbruch über den genannten Widerstand bleibe ich jedoch an der Seitenlinie.

Bevorzugtes Szenario: Abwarten.

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Hinweis zur Aufklärung über Eigenpositionen: Der Autor hält Positionen bei folgenden Aktien, die im Artikel erwähnt wurden: -.