Der amerikanische Solar-ETF steht am 3 Jahreshoch. Diese Aktien gehören auf die Watchliste!
Der amerikanische Solar-ETF (TAN) ist dabei, auf ein neues drei Jahreshoch auszubrechen. Das ist bullisch, insbesondere wenn man berücksichtigt, dass Donald Trump kein großer Freund der erneuerbaren Energien ist. Markt scheint den Fokus auf die Wachstumstreiber des Sektors wie der steigende Strombedarf durch KI-Rechenzentren, Elektrifizierung (u.a. EVs) und Ersatz alter Kraftwerke zu lenken. So machte neulich erst der NVIDIA-CEO Jensen Huang die bemerkenswerte Aussage, dass die Menge an Energie, die wir fürs Rechnen benötigen, wahrscheinlich 1.000-mal größer ist als die, die wir derzeit haben.
Man kann also davon ausgehen, dass die Solarenergie zusammen mit anderen erneuerbaren Energieträgern und in Kombination mit Energiespeichern bei der nächsten Ausbaustufe von KI-Rechenzentren eine einen hohen Stellenwert einnehmen wird. Hierbei sind vor allem auch die Stromkosten ins Kalkül zu ziehen So gibt es Regionen, in denen die durch Sonnenenergie gewonnene kWh sehr günstig ist (ca. 5 Cent pro kWh).
Enlight Renewable Energy - Pionier für Solarenergie mit neuem Fokus auf Speicherlösungen steht knapp unter dem Allzeithoch
Enlight Renewable Energy (ENLT) ist ein israelisches Unternehmen für erneuerbare Energien, das sich vom regionalen Solarpionier zum globalen Projektenwickler gewandelt hat. Gegründet 2008 in Tel Aviv, folgte 2020 der Börsengang in Israel und 2023 die Notierung an der Nasdaq.
Das Geschäftsmodell basiert vor allem auf der Entwicklung und dem Betrieb von Enlight Solar- und Windkraftanlagen, die Strom über langfristige Abnahmeverträge an Versorger und Unternehmen verkaufen. Zusätzlich bietet Enlight Renewable Energy Projektentwicklungsdienste an und konzentriert sich auf hybride Projekte, die Solarenergie mit Speicherlösungen kombinieren, um eine stabile Stromversorgung zu gewährleisten. Hier ist z.B. das 1,2-Gigawatt-Projekt „Road Runner" in den USA zu nennen. Letztlich hat Enlight damit begonnen, den Markt für Datenzentren als neuen Großabnehmer für saubere Energie zu erschließen.
Die übergeordnete „Story“ ist der explodierende Strombedarf durch Künstliche Intelligenz und Datenzentren. Betreiber suchen zunehmend langfristige Lieferverträge direkt mit erneuerbaren Energieproduzenten, was Unternehmen wie Enlight strukturell begünstigt.
Die zuletzt Quartalszahlen wurden am 5. Mai 2026 veröffentlicht. Der Umsatz erreichte 200 Millionen US-Dollar, ein Anstieg von 54 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum, und übertraf die Markterwartungen von rund 164 Millionen US-Dollar. Der Gewinn je Aktie lag bei 0,16 US-Dollar und übertraf die Analystenerwartung von 0,06 US-Dollar. Die Jahresprognose für 2026 wurde bestätigt: Enlight erwartet einen Umsatz zwischen 755 und 785 Millionen US-Dollar. Die Aktie reagierte positiv auf die Zahlen.
Charttechnisch macht die Aktie aktuell einen bullischen Eindruck. Sie steht ungefähr 5 % unterhalb ihres Allzeithochs, welches Anfang Mai markiert wurde. Nach drei Plustagen hintereinander würde ich mir eine kurzfristige Konsolidierung knapp unter dem Allzeithoch wünschen. Dem Ausbruch kann dann gefolgt werden.

Quelle: Wachstums-Check TraderFox
Nextpower - Vom Solartracker-Marktführer zur integrierten Energietechnologie-Plattform
Nextpower (NXT) ist einer der spannendsten Akteure im globalen Solarsektor. Das Unternehmen mit Sitz in Kalifornien hat sich in weniger als einem Jahrzehnt vom Solar-Tracking-Spezialisten zur integrierten Energietechnologie-Plattform entwickelt.
Im Jahr 2013 als Spinn-off aus Solaria gegründet, wurde das Unternehmen 2015 von Flex für 330 Millionen US-Dollar übernommen, bevor es im Februar 2023 seinen eigenen Börsengang an der Nasdaq vollzog. Im November 2025 benannte es sich offiziell von Nextracker in Nextpower um, um seinen erweiterten Anspruch zu unterstreichen.
Das Kernprodukt ist der NX Horizon-Solartracker: eine mechanische Anlage, die Solarmodule automatisch der Sonnenbahn folgen lässt und dadurch den Energieertrag um bis zu 25 Prozent steigert. Ergänzt wird dies durch die Software TrueCapture, die Solarparks in Echtzeit überwacht und den Betrieb optimiert. Als drittes wichtiges Standbein baut Nextpower sein „Electrical Balance of Systems“ bzw. elektrische Systemkomponenten für Solaranlagen aus. Hier ist vor allem der neue NX PowerMerge-Verbinder zu nennen.
Die „Story“, die Investoren hier spielen, ist klar: Der KI-bedingte Energiehunger und der globale Ausbau erneuerbarer Energien treiben die Nachfrage nach großen Solarparks strukturell an. Hinzu kommt, dass Nextpower mit einer weitgehend in den USA gefertigten Lieferkette von nationalen Industriepolitik-Impulsen profitiert.
Am 12. Mai 2026 veröffentlichte Nextpower die Ergebnisse des letzten Quartals. Der Umsatz belief sich auf 881 Millionen US-Dollar, verglichen mit 924 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal. Dies ist ein leichter Rückgang, der auf saisonale Effekte zurückzuführen ist. Für das Gesamtjahr 2026 erzielte das Unternehmen einen Rekordumsatz von 3,56 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 20 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Quartalsgewinn je Aktie lag bei 0,97 US-Dollar gegenüber 1,05 US-Dollar im Vorjahresquartal. Für das laufende Geschäftsjahr hob das Management die Umsatzprognose auf 3,8 bis 4,1 Milliarden US-Dollar an. Bemerkenswert ist zudem die angekündigte Übernahme von Produktlinien im Bereich Energieumwandlung und Speicherlösungen, die Nextpower den Eintritt in die Batterie- und Rechenzentrumsbranche ermöglichen soll. Somit wandelt sich das Unternehmen aktuell vom reinen Tracker-Hersteller zum Anbieter einer Art Betriebssystem für große Solarparks, also nicht nur Solar-Tracker sondern auch elektrische Komponenten, Software und zunehmend Robotik. Das elektrisierte die Märkte. Die Aktie eröffnete mit einem Gap Up von knapp 20 %.
Das Gap Up konnte jedoch nicht gehalten werden und die Aktie unterschritt die Pivotal Price Line. Das ist weniger konstruktiv. Aktuell sehe ich kein Trading-Setup. Trotzdem lohnt es sich, die Aktie dieses Marktführers auf die Watchliste zu legen. Sobald das Ausbruchsniveau bei 131 US-Dollar wieder eingenommen werden kann, bietet es sich an, eine Position zu eröffnen.
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Quelle: Wachstums-Check TraderFox
Weitere Solaraktien für die Watchliste
Aktuell werden Enphase Energy (ENPH) und Solaredge Technologies (SEDG) als die heißesten Kandidaten des Sektors gespielt. Enphase Energy konnte in den letzten zwei Wochen um 80 % zulegen. Das Unternehmen gilt als Pionier der Mikrowechselrichter-Technologie für die Solarbranche. Enphase Energy revolutionierte die Branche, indem es jedem einzelnen Solarmodul einen eigenen kleinen Wechselrichter zuordnet statt einem zentralen Gerät für die gesamte Anlage. Dieses Konzept erhöht Ertrag, Ausfallsicherheit und Überwachbarkeit erheblich. Ergänzend verkauft Enphase Batteriespeicher und Ladestationen für Elektrofahrzeuge sowie die digitale Plattform Enlighten, die Echtzeitüberwachung und Fernwartung aller Anlagen ermöglicht. Nach der massiven Rallye benötigt, die Aktie eine Konsolidierung, bevor es aus Chancen-Risiko-Gesichtspunkten Sinn macht, eine Position zu eröffnen.
Bei Solaredge Technologies lag der Anstieg innerhalb der letzten zwei Wochen bei knapp 70 %. Bei dem Unternehmen handelt es sich um einen weltweit führenden Hersteller aus Israel von Solarwechselrichtern und Leistungsoptimierern für Photovoltaikanlagen etabliert. Solaredge veränderte die Solarbranche grundlegend, indem es erstmals intelligente Gleichstromoptimierung auf Modulebene ermöglichte. Hervorzuheben ist, dass das Unternehmen aktuell sein Batteriespeichergeschäft für Wohn- und Gewerbekunden ausbaut. Analog zu Enphase Energy benötigt die Aktie jetzt zunächst eine Konsolidierung.
Wichtig zu betonen ist, dass beide Werte in den letzten Jahren massiv abverkauft wurden. So hat Enphase Energy vom Allzeithoch Ende 2022 bei 340 US-Dollar bis zum Tief Ende 2025 bei gut 25 US-Dollar ca. 92 % an Wert verloren. Bei Solaredge Technologies lag der Einbruch sogar bei 97 %. Daraus resultiert ein signifikantes Überhangangebot, das man beim Trading berücksichtigen sollte.
Ein weiterer spannender Kandidat ist First Solar (FSLR). Hierbei handelt es sich um einen Spezialisten für Dünnschichtmodule im industriellen Maßstab. Während viele Solarhersteller auf klassische Siliziumzellen setzten, entschied sich First Solar früh für eine alternative Technologie. So basiert das Geschäftsmodell der Entwicklung und Produktion von Dünnschicht-Solarmodulen auf Basis von Cadmiumtellurid. Diese Technologie bietet Vorteile bei hohen Temperaturen und in sonnenreichen Regionen. Die Aktie ist gestern aus einer Konsolidierung knapp oberhalb des 200 Tagedurchschnitts nach oben ausgebrochen. Das stellte ein Kaufsignal dar. Kurzfristig sehe ich jetzt kein Einstiegsszenario. Daher lege ich mir die Aktie zunächst auf die Watchliste
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