Jetzt ist es offiziell: Drei bekannte US-Dauerläufer-Aktien haben ihren Gewinner-Status zurückerobert
Mit Visa, Mastercard und Labcorp habe drei S&P 500-Indexvertreter nach längeren Konsolidierungen unlängst neue Kursbestmarken aufgestellt. Was dieses Dauerläufer-Trio jetzt wieder so stark macht und auch für künftige Kursgewinne spricht.
Charttechnische Dauerläufer sind an den Börsen eine absolute Seltenheit. Gemeint sind jene Ausnahmetitel, deren Kurse schon seit sehr langer Zeit und im Idealfall über Jahrzehnte hinweg unter dem Strich immer weiter gestiegen sind. Wer in solche Qualitätswerte investiert war, brauchte zwar auch starke Nerven für zwischenzeitliche Rücksetzer, wurde langfristig jedoch mit beeindruckenden Wertzuwächsen belohnt.
Mut macht aus Anlegersicht dabei, dass es durchaus Möglichkeiten gibt, echte Dauerläufer zu identifizieren. Denn in der Regel steckt hinter wirklich sehr langfristigen charttechnischen Aufwärtstrends ein wirtschaftlicher Schutzgraben. Das heißt, es handelt sich meist um Unternehmen, deren Geschäftsmodelle dank nachhaltiger Wettbewerbsvorteile so stark positioniert sind, dass sie über viele Jahre wachsen, Gewinne steigern und damit immer wieder die Grundlage für höhere Aktienkurse schaffen.
Dass es von diesen charttechnischen Dauerläufern global nur eine überschaubare Anzahl gibt, macht diese Titel für langfristig orientierte Anleger so besonders attraktiv. Genau diese elitäre Gruppe rückt nun wieder in den Fokus, denn drei dieser bewährten Langfristläufer haben nach einer längeren Verschnaufpause ihre Fesseln abgelegt und sind jüngst wieder auf neue Kursbestmarken vorgerückt.
Charttechnisch gesehen sind das Ausrufezeichen, denn die neuen Rekorde bedeuten, dass der übergeordnete Aufwärtstrend wieder aufgenommen ist und der Markt wieder Gefallen an diesen Titeln finden. Konkret ist dieses Kunststück mit Visa, Mastercard und Labcorp drei bekannten Vertretern aus dem S&P 500 Index gelungen.
Besonders auffällig ist die zeitliche Nähe bei Visa und Mastercard. Beide Zahlungsnetzwerke erreichten ihre bisherigen Rekordstände im Sommer 2025 und blieben danach mehr als ein Jahr unter diesen Marken. Nun gelang ihnen nahezu gleichzeitig der Sprung auf neue Höchststände. Bei Labcorp reicht die Konsolidierung sogar deutlich weiter zurück: Das alte Schlussrekordhoch von 314,21 USD stammte aus dem Jahr 2021. Ende Juli wurde die Marke erstmals wieder übertroffen, bevor der Ausbruch zuletzt auch auf Schlusskursbasis Bestand hatte.

Was hinter diesen drei langfristigen Erfolgstories steckt, zeigt der aktuelle Blick auf die einzelnen Unternehmen.
Dauerläuferaktie Nr. 1: Visa (ISIN: US92826C8394) – Das Zahlungsnetz als globaler Wachstumsbeschleuniger: Kursplus seit 2009: +3.520,5 %, durchschnittliche Jahresrendite: 22,6 %
Visa hat am 25.08.2026 mit 384,14 USD einen neuen Schlussrekord erreicht. Damit wurde die bisherige Bestmarke von 382,41 USD, die erst am 24.08. aufgestellt worden war, bereits am folgenden Handelstag wieder übertroffen. Zuvor hatte Visa mehr als 14 Monate unter dem alten Schlussrekord gelegen. Der aktuelle Ausbruch erfolgt somit nach einer längeren Pause, nicht nach einer nur kurzen Auszeit.
Die langfristige Entwicklung ist beeindruckend. Als Ausgangspunkt des großen Aufwärtstrends lässt sich der von 10,61 USD am 20.01.2009 heranziehen. Bis zum aktuellen Schlussrekord von 384,14 USD entspricht das einem Kursplus von 3.520,5%. Aus 1.000 USD wären auf reiner Kursbasis rund 36.205 USD geworden. Dividenden sind dabei nicht berücksichtigt. Die durchschnittliche jährliche Kursrendite liegt über die rund 17,6 Jahre bei 22,6%.
Der Grund für diese außergewöhnliche Entwicklung liegt im Geschäftsmodell. Visa ist vor allem Betreiber eines globalen Zahlungsnetzwerks. Das Unternehmen verbindet Banken, Händler und Verbraucher und verdient an der Abwicklung von Zahlungen. Je mehr Transaktionen elektronisch erfolgen und je stärker der weltweite Zahlungsverkehr wächst, desto größer wird der für Visa relevante Markt.
Das Netzwerk selbst bildet dabei einen wichtigen Schutzgraben. Die enorme Zahl angeschlossener Banken, Händler und Verbraucher schafft einen Vorteil, den ein neuer Wettbewerber kaum kurzfristig nachbilden kann. Gleichzeitig lässt sich die bestehende Infrastruktur für zusätzliche Transaktionen nutzen, ohne dass der Aufwand im gleichen Maß wie das Zahlungsvolumen steigt.
Zuletzt zeigte sich diese Wachstumsmaschine weiterhin intakt. Im dritten Geschäftsquartal 2026 erhöhte Visa den Umsatz um 14 %. Das Zahlungsvolumen legte auf vergleichbarer Basis um 10 % zu, während das grenzüberschreitende Zahlungsvolumen um 13 % wuchs. Damit bleibt das Unternehmen in einem Geschäft tätig, das strukturell von der weiteren Verlagerung des Zahlungsverkehrs auf elektronische Verfahren profitiert.
Interessant ist zudem, dass Visa eine frühere Sorge des Marktes zunehmend entkräftet. Mit dem Aufkommen von Kryptowährungen, Stablecoins und neuen digitalen Zahlungswegen war die Frage aufgekommen, ob klassische Zahlungsnetzwerke langfristig an Bedeutung verlieren könnten. Visa reagiert darauf inzwischen nicht mit Abwehr, sondern mit eigener Infrastruktur für Stablecoins und deren Einbindung in das bestehende Zahlungsnetz. Das Unternehmen erweitert damit den eigenen Schutzgraben in Richtung der neuen Zahlungswelt.
Der jüngste Rekord lässt sich somit in eine schlüssige Entwicklung einordnen: Visa wächst weiterhin, baut sein Netzwerk aus und versucht gleichzeitig, technologische Veränderungen selbst zu nutzen. Dass die Aktie nach einer mehr als einjährigen Konsolidierung wieder einen neuen Schlussrekord erreicht, unterstreicht die anhaltende Stärke dieser Dauerläufer-Geschichte.

Quelle: Qualitäts-Check TraderFox
Dauerläuferaktie Nr. 2: Mastercard (ISIN: US57636Q1040) – Der zweite Zahlungsriese erfindet sich immer wieder neu: Kursplus seit 2006: +13.564 %, durchschnittliche Jahresrendite: 27,7 %

Noch spektakulärer fällt die langfristige Kursentwicklung bei Mastercard aus. Vom Schlusskurs von 4,39 USD am 18.07.2006 bis zum aktuellen Schlussrekord von 599,86 USD hat sich die Aktie um rund das 137-Fache verteuert. Das entspricht einem Kursplus von etwa 13.564 %. Aus 1.000 USD wären auf reiner Kursbasis rund 137.000 USD geworden. Die durchschnittliche jährliche Kursrendite erreicht über gut 20 Jahre 27,7 %.
Auch die Mastercard-Aktionäre mussten jüngst Geduld beweisen. Am 24.08.2026 schloss die Aktie bei 599,86 USD und übertraf damit erstmals seit dem 22.08.2025 wieder eine alte Rekordmarke. Damals hatte Mastercard bei 598,96 USD geschlossen. Die mehr als einjährige Konsolidierung endete damit nahezu zeitgleich mit jener von Visa.
Dass beide Aktien praktisch gleichzeitig ausbrechen, ist kein Zufall. Visa und Mastercard profitieren von demselben langfristigen Wandel: Weltweit ersetzt elektronisches Bezahlen zunehmend Bargeld. Beide Unternehmen verdienen dabei an der Abwicklung und besitzen Netzwerke, deren Größe selbst einen erheblichen Wettbewerbsvorteil darstellt.
Trotz der Gemeinsamkeiten unterscheiden sich die Wachstumsstrategien inzwischen etwas. Mastercard baut sein Geschäft stärker über zusätzliche Dienstleistungen aus. Dazu gehören Lösungen gegen Betrug, digitale Identitäten, Datenanalyse und weitere Angebote, mit denen sich Zahlungen sicherer und effizienter gestalten lassen. Damit wird aus dem ursprünglichen Kartennetz zunehmend eine umfassendere Infrastruktur für den digitalen Zahlungsverkehr.
Auch Mastercard musste sich mit der Frage auseinandersetzen, ob neue Technologien das klassische Zahlungsmodell irgendwann verdrängen könnten. Stablecoins und andere digitale Vermögenswerte hätten schließlich das Potenzial, Zahlungswege grundlegend zu verändern. Doch auch Mastercard setzt inzwischen auf Integration. Mit der Übernahme von BVNK soll die Verbindung zwischen klassischen Währungen, Stablecoins und digitalen Zahlungsformen ausgebaut werden.
Damit könnte sich eine frühere Bedrohung sogar zu einer zusätzlichen Wachstumschance entwickeln. Mastercard muss nicht darauf hoffen, dass die neue Zahlungswelt ausbleibt. Das Unternehmen kann versuchen, eine Rolle in ihr einzunehmen und dabei seine bestehende Infrastruktur, Kundenbeziehungen und Sicherheitslösungen einzubringen.
Die jüngsten Geschäftszahlen passen zu diesem Bild. Im zweiten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 14 %, während das Zahlungsvolumen um 10 % zunahm. Besonders dynamisch entwickelten sich die zusätzlichen Dienstleistungen. Mastercard besitzt damit mehrere Wachstumssäulen, obwohl das Unternehmen bereits zu den größten Zahlungsdienstleistern der Welt gehört.
Die fast zeitgleiche Rückkehr von Visa und Mastercard auf Rekordniveau ist deshalb besonders aussagekräftig. Beide Aktien hatten mit ähnlichen Zukunftssorgen zu kämpfen, beide haben ihre Geschäftsmodelle an die digitale Entwicklung angepasst und beide zeigen weiterhin starkes operatives Wachstum. Der gemeinsame charttechnische Ausbruch passt damit erstaunlich gut zu dieser fundamentalen Entwicklung.

Quelle: Qualitäts-Check TraderFox
Dauerläuferaktie Nr. 3: Labcorp (ISIN: US5049221055) – Der Diagnostikspezialist findet zurück in die Erfolgsspur: Kursplus seit 1998: +11.976 %, durchschnittliche Jahresrendite: 18,7 %

Bei Labcorp ist die Dauerläufer-Geschichte anders entstanden als bei Visa und Mastercard. Nach dem Börsenstart entwickelte sich die Aktie keineswegs sofort zu einem langfristigen Gewinner. Erst ab Ende August 1998 setzte die für diese Betrachtung relevante langfristige Aufwärtsbewegung ein. Damals lag der Schlusskurs bei 2,81 USD. Der aktuell gültige Schlussrekord von 339,34 USD entspricht daraus bis heute einem Kursplus von rund 11.976 %. Aus 1.000 USD wären auf reiner Kursbasis rund 121.000 USD geworden. Die durchschnittliche jährliche Kursrendite liegt über diesen fast 28 Jahre bei rund 18,7 %.
Gerade deshalb ist der jüngste Ausbruch interessant. Das alte Schlussrekordhoch von 314,21 USD stammte aus dem Jahr 2021. Ende Juli 2026 wurde diese Marke erstmals wieder überschritten. Anschließend fiel die Aktie jedoch nochmals zurück. Am 24.08. schloss sie mit 339,34 USD klar oberhalb der alten Bestmarke und stellte damit einen neuen Schlussrekord auf. Die anschließende Konsolidierung von fast fünf Jahren ist damit auch auf Schlusskursbasis überwunden.
Das Geschäftsmodell von Labcorp unterscheidet sich grundlegend von jenem der beiden Zahlungsriesen. Das Unternehmen ist auf medizinische Diagnostik sowie Laborleistungen für Pharma- und Biotechnologieunternehmen spezialisiert. Rund 70.000 Beschäftigte arbeiten in etwa 100 Ländern; jährlich führt Labcorp mehr als 700 Mio. Tests durch. Damit verfügt der Konzern über eine enorme operative Größenordnung.
Der langfristige Wachstumstreiber liegt in der zunehmenden Bedeutung präziser Diagnostik. Medizinische Behandlung wird stärker auf den einzelnen Patienten zugeschnitten, während neue Verfahren bei Krebs, genetischen Erkrankungen und neurologischen Krankheiten immer mehr Informationen liefern. Labcorp profitiert dabei sowohl von der Nachfrage aus der Gesundheitsversorgung als auch von den Anforderungen der Medikamentenentwicklung.
Aktuell kommen mehrere branchenspezifische Faktoren zusammen. Labcorp baut sein Angebot an Spezialtests aus und profitiert von neuen diagnostischen Verfahren. Ein Beispiel ist die Ausweitung der Alzheimer-Diagnostik über einen neu zugelassenen Bluttest, den Labcorp in den USA anbieten will. Solche Verfahren können die Diagnostik vereinfachen und zugleich neue Testvolumina erschließen.
Auch die Geschäftsentwicklung hat zuletzt an Dynamik gewonnen. Im zweiten Quartal 2026 erhöhte Labcorp den Umsatz um 5,8 %, während der bereinigte Gewinn je Aktie um 14,9 % zulegte. Gleichzeitig hob das Unternehmen seine Prognose für das Gesamtjahr an. Das ist für die aktuelle Kursentwicklung besonders wichtig, weil es zeigt, dass der neue Rekord nicht allein auf einer besseren Börsenstimmung für Gesundheitsaktien beruht.
Damit entsteht bei Labcorp ein interessantes Zusammenspiel aus Charttechnik und fundamentaler Entwicklung. Die Aktie hat fast fünf Jahre gebraucht, um das alte Schlussrekordhoch nachhaltig zu überwinden. Gleichzeitig entstehen in der Diagnostik neue Wachstumsfelder, während Labcorp seine operative Entwicklung verbessert. Genau diese Kombination erklärt, warum aus dem langjährigen Gewinner wieder ein aktueller Dauerläufer werden könnte.

Quelle: Qualitäts-Check TraderFox
Drei Dauerläufer, drei Wege zum Erfolg
Visa, Mastercard und Labcorp zeigen, dass ein charttechnischer Dauerläufer nicht zwangsläufig immer dasselbe Muster aufweisen muss. Visa und Mastercard profitieren beide vom weltweiten Wachstum elektronischer Zahlungen und besitzen Netzwerke, die sich nur schwer angreifen lassen. Labcorp wiederum hat sich aus einem zunächst anderen Kursverlauf heraus zu einem langfristigen Gewinner entwickelt und setzt heute auf die wachsende Bedeutung moderner Diagnostik.
Gemeinsam ist allen drei Aktien jedoch die Fähigkeit, nach längeren Pausen wieder neue Schlussrekorde zu erreichen. Bei Visa und Mastercard dauerte die jüngste Konsolidierung mehr als ein Jahr. Bei Labcorp lagen sogar fast fünf Jahre zwischen dem alten und dem neuen Schlussrekord.
Gerade diese Fähigkeit macht die Dauerläufer für Anleger interessant. Der langfristige Aufwärtstrend ist nicht nur ein Ergebnis vergangener Kursgewinne, sondern spiegelt die wirtschaftliche Entwicklung der dahinterstehenden Unternehmen wider. Wo Gewinne, Marktposition und Wachstum über viele Jahre zulegen, kann auch der Aktienkurs immer wieder neue Bewertungsgrundlagen erreichen.
Die aktuellen Rekorde liefern deshalb ein durchaus relevantes Anlageargument. Sie zeigen, dass die langfristigen Aufwärtstrends dieser drei Aktien nach ihren jeweiligen Konsolidierungen wieder intakt sind. Die entscheidende Frage für Anleger lautet nun, ob die wirtschaftlichen Schutzgräben und Wachstumstreiber stark genug bleiben, um auch die nächste Etappe dieses langfristigen Trends zu tragen.
Bei Visa und Mastercard spricht dafür derzeit vor allem die anhaltende Verlagerung des Zahlungsverkehrs ins Digitale – einschließlich der Fähigkeit, neue Zahlungsformen wie Stablecoins in die eigenen Netzwerke einzubinden. Bei Labcorp sind es die zunehmende Bedeutung moderner Diagnostik, neue Spezialtests und die verbesserte operative Entwicklung.
Genau diese Verbindung aus langjährig bewährtem Aufwärtstrend, wirtschaftlichem Schutzgraben und neuen Wachstumsmöglichkeiten macht das Trio derzeit so interessant. Die Rekordkurse erzählen dabei nicht nur die Geschichte der Vergangenheit. Sie liefern zugleich einen Hinweis darauf, dass die Märkte den langfristigen Gewinnerstatus dieser drei S&P-500-Mitglieder wieder bestätigen.
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