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Rechenzentren statt nur Rechenleistung: Der Strategiewechsel der Bitcoin-Miner. Diese gehören auf die Watchliste!

Aktienanalysen Marius Müllerhoff 101 Leser

In den letzten 1,5 Jahren haben mehrere börsennotierte Bitcoin-Miner ihr Geschäftsmodell strategisch erweitert. Unternehmen wie Cipher Mining (CIFR), Core Scientific (CORZ), Iris Energy (IREN), Hut 8 (HUT) und TeraWulf (WULF) positionieren sich zunehmend als Anbieter von Rechenzentrums- und KI-Infrastruktur.

Der Hintergrund ist, dass die Nachfrage nach Hochleistungsrechenzentren für künstliche Intelligenz rasant wächst, während die Einnahmen aus dem Bitcoin-Mining stark zyklisch bleiben und mit dem Bitcoin Halving alle vier Jahre halbiert werden. In diesem Kontext verfügen Bitcoin-Miner über einen strukturellen Vorteil: Sie haben in den vergangenen Jahren große Rechenzentren aufgebaut, langfristige Stromverträge abgeschlossen und Erfahrung im Betrieb energieintensiver Infrastruktur gesammelt. Diese Anlagen lassen sich vergleichsweise schnell für Hochleistungsrechnen bzw. High-Performance-Computing (HPC) und KI-Workloads umrüsten. Statt ausschließlich Rechenleistung bzw. Hashrate für das Bitcoin-Netzwerk bereitzustellen, vermieten die Unternehmen nun Rechenleistung, Stromkapazitäten und komplette Rechenzentrumsflächen an externe Kunden.

Die Chancen liegen also in stabileren, planbareren Erlösströmen und einer geringeren Abhängigkeit vom nächsten Bitcoin Halving. Natürlich gibt es auch Risiken. Hier sind der Wettbewerb mit etablierten Rechenzentrumsbetreibern und die hohen Investitionskosten für neue Hardware und die technische Komplexität beim Umbau der Kühlungssysteme zu nennen.

Hut 8 - Der aktuelle Markt-Leader mit neuem Allzeithoch


Hut 8 (HUT) hat einen spannenden Strategiewechsel von einem börsennotierten Unternehmen im Bereich des Bitcoin-Minings zu einem Anbieter mit Fokus auf Rechenzentren und Energie für das HPC vollzogen.

Konkret hat das Unternehmen im März 2025 das traditionelle Geschäft mit digitalen Währungen umstrukturiert, als es den Großteil seiner Schürf-Aktivitäten in die neu gegründete, mehrheitlich kontrollierte Tochtergesellschaft American Bitcoin Corp. (ABTC) ausgegliedert. Diese Ausgliederung, dient dem Ziel, die hochvolatilen Einnahmen aus dem Mining von der stabilen Energie-Infrastruktur zu trennen. Während Hut 8 weiterhin als Betreiber und Dienstleister fungiert, wird die Tochtergesellschaft als spezialisierter Akteur für die Akkumulation von Bitcoin positioniert. Damit reagiert Hut 8 auf die Anforderungen des Kapitalmarktes nach klareren Strukturen und günstigeren Finanzierungskonditionen für großangelegte Infrastrukturprojekte.

Das verbleibende Kerngeschäft konzentriert sich nun primär auf die Bereitstellung von Rechenzentren und Energie für das HPC. Die jüngste Entwicklung unterstreicht diese Neuausrichtung: Ein 15-jähriger Mietvertrag über sieben Milliarden US-Dollar und 2,5 Gigawatt mit dem Unternehmen Anthropic zur Bereitstellung von KI-Kapazitäten wurde durch eine Zahlungsgarantie von Google abgesichert.

Chancen für Anleger ergeben sich aus der massiven Kapazitätserweiterung auf über 2,5 Gigawatt und der Reduzierung des Risikoprofils durch die Abspaltung der Mining-Sparte.

Der Aktienschart sieht sehr bullisch aus. Hut 8 wird vom Markt als der Leaderaktie des Sektors gespielt. Am gestrigen Mittwoch, dem 28. Januar, konnte die Aktie aus einer Art Tasse mit Henkelformation nach oben ausbrechen und ein neues Allzeithoch markieren. Aktuell sehe ich kein Einstiegsszenario. Trotzdem gehört diese Leaderaktie auf die Watchliste.

Chart aus desk.traderfox.com

Quelle: https://desk.traderfox.com/

TeraWulf – Fokus auf saubere Energie und „Cheat“-Setup nach Mark Minervini


TeraWulf (WULF) ist ein US-amerikanisches Technologieunternehmen, das sich auf den Betrieb von ökologisch nachhaltigen Rechenzentren für das Schürfen von Kryptowährungen sowie zunehmend auf Anwendungen der künstlichen Intelligenz konzentriert.

Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 2021 mit der Vision, digitale Vermögenswerte ausschließlich durch die Nutzung von kohlenstofffreier Energie zu erzeugen.

Das Geschäftsmodell basiert auf dem Betrieb großflächiger Industrieanlagen, wie dem Lake-Mariner-Projekt im Bundesstaat New York und der Nautilus-Anlage in Pennsylvania, wobei letztere direkt durch Kernenergie gespeist wird. Die Haupteinnahmequelle war bislang die Generierung von Bitcoins. Allerdings vollzieht das Unternehmen derzeit eine strategische Erweiterung hin zum Anbieter für HPC. Ein weiteres Angebot ist die Bereitstellung von Rechenzentrumsfläche inklusive Energieversorgung. So bietet TeraWulf Kunden Zugang zu Strom aus Wasserkraft und Kernenergie, was insbesondere für KI-Workloads mit dauerhaft hoher Auslastung attraktiv ist. Die niedrigen und planbaren Stromkosten sind dabei der wichtigste Wettbewerbsvorteil.

Die Chancen für das Unternehmen liegen in den langfristig gesicherten, kostengünstigen Strombezugsverträgen und der steigenden Nachfrage nach HPC und KI-Infrastrukturen.

Charttechnisch konnte die Aktie am Dienstag das „Cheat“-Setup nach Mark Minervini ausbilden (mehr dazu siehe hier: https://aktienmagazin.de/blog/strategien/die-4-tradingtaktiken-vom-us-investing-champion-mark-minervini-im-uberblick-109817.html). Am gestrigen Mittwoch konnte der Ausbruch gehalten werden. Das war konstruktiv. Der Markt spielt TeraWulf als eine der Leaderaktien. Aktuell sehe ich kein Tradingsetup. Falls die Aktie zurück zum Allzeithoch bei 17,05 US-Dollar kommt, dann bietet sich an, dem Ausbruch auf ein neues Allzeithoch zu folgen.

Wachstums-Check TraderFox

Quelle: Wachstums-Check TraderFox

Core Scientific - Infrastrukturpartner für KI dank strategischer Partnerschaft mit Coreweave


Core Scientific (CORZ) gehört zu einem bedeutenden Akteur im Bereich des Bitcoin-Minings und der digitalen Infrastruktur und hat in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Transformation durchlaufen.

Das im Jahr 2017 gegründete Unternehmen mit Sitz in Texas entwickelte sich schnell zu einem der größten Betreiber von Rechenzentren für das Schürfen von Kryptowährungen. Nach einer Phase massiver Expansion geriet das Unternehmen jedoch aufgrund fallender Kryptopreise und hoher Energiekosten in eine Liquiditätskrise, die Ende 2022 in ein Insolvenzverfahren mündete. Anfang 2024 gelang Core Scientific die erfolgreiche Restrukturierung und die Rückkehr an die Wertpapierbörse Nasdaq.

Das Geschäftsmodell basiert heute auf zwei zentralen Säulen: dem Schürfen von Bitcoin auf eigene Rechnung und der Bereitstellung von Infrastruktur für externe Kunden, dem sogenannten Hosting.

Vor 1,5 Jahren begann die strategische Neuausrichtung auf das HPC. Durch eine milliardenschwere Partnerschaft mit dem Cloud-Spezialisten CoreWeave baut Core Scientific bestehende Rechenzentren um, damit Rechenleistung für Anwendungen der künstlichen Intelligenz bereitgestellt werden können. Die Partnerschaft begann zunächst mit einem Vertragsvolumen von rund 3,5 Milliarden US-Dollar für eine Kapazität von 200 MW. Durch die Ausübung von vertraglichen Optionen zur Erweiterung der Kapazitäten im August und Oktober 2024 erhöhte sich das geschätzte Gesamtvolumen auf die aktuelle Summe von 6,7 Milliarden US-Dollar.

Chancen liegen im wachsenden Bedarf an energieintensiver KI-Rechenleistung und der strategischen Partnerschaft.

Der Aktienchart sieht konstruktiv aus. Der Markt scheint Core Scientific als eine der Leaderaktien zu spielen. Über dem Hoch vom Mittwoch bei 20,07 US-Dollar kann eine Position eröffnet werden.

Chart aus desk.traderfox.com

Quelle: https://desk.traderfox.com/

 


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