Stehen die USA vor einer Einstellungsoffensive? Diese Aktien gehören auf die Watchliste!
Der US-amerikanische Arbeitsmarkt sendet aktuell interessante Signale. Einerseits bauen Technologiekonzerne tausende Stellen ab, andererseits weiten immer mehr Unternehmen ihre Belegschaft wieder aus.
Allein im laufenden Jahr strichen US-Technologieunternehmen knapp 140.000 Stellen, maßgeblich bedingt durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz. Amazon, Oracle, Meta und Microsoft sind für rund 50.000 dieser Stellenstreichungen verantwortlich, wie eine Analyse der Financial Times zeigt. Zuletzt kündigten auch Uber und das Softwareunternehmen monday.com weitere Entlassungen an.
Gleichzeitig zeichnet sich eine Gegenbewegung ab. Das Beratungsunternehmen Booz Allen Hamilton, das im Vorjahr nach Kürzungen von Regierungsaufträgen massiv Personal abbaute, stellt nun wieder ein. Der Automobilhersteller Ford stellte erfahrene Ingenieure wieder ein, um jüngere Mitarbeiter auszubilden und KI-Werkzeuge neu zu kalibrieren. IBM will seine Einstellungen für Berufseinsteiger in diesem Jahr verdreifachen. Alphabet plant, in den Bereichen Künstliche Intelligenz und Cloud-Computing personalseitig weiter zu wachsen.
Keith Waddell, Vorstandsvorsitzender des Personaldienstleisters Robert Half, sieht die Lage nüchtern: Die Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz auf den Arbeitsmarkt seien "weniger gravierend als von manchen befürchtet". Die Einstellungsbereitschaft verbessere sich spürbar.
Das Management von Manpower sieht im US-amerikanischen Kerngeschäft frühe Anzeichen einer Erholung bei der Nachfrage nach Zeitarbeitskräften, vor allem bei kleineren und mittelgroßen Unternehmen.
Andere Personaldienstleister wie Randstad und Korn Ferry sehen einen Wendepunkt bei der Einstellungsnachfrage, besonders im gewerblichen und technologienahen Bereich. Die Erholung ist jedoch noch ungleichmäßig: Große Unternehmen stellen Festangestellte früher wieder ein als kleinere Unternehmen.
Das Marktforschungsunternehmen Gartner schätzt, dass bis 2029 bis zu 30 Prozent der durch Künstliche Intelligenz wegfallenden Stellen neu besetzt werden, oft zu höheren Kosten als zuvor. Daten aus der Umfrage unter texanischen Industrieunternehmen stützen diesen vorsichtigen Optimismus: Sechs aufeinanderfolgende Messungen zeigen steigende Arbeitsstunden, was Experten als Zeichen wirtschaftlicher Widerstandsfähigkeit werten.
Manpower – Weltweit führender Personaldienstleister mit neuem 52 Wochenhoch
ManpowerGroup (NYSE: MAN) vermittelt jährlich Millionen von Arbeitskräften an Unternehmen aller Größen und Branchen und gehört damit zu den weltweit führenden Personaldienstleistern. Gegründet im Jahr 1948 in Milwaukee ist das Unternehmen heute in über 75 Ländern tätig.
Das Geschäftsmodell gliedert sich in drei Kernbereiche: Die Marke „Manpower“ vermittelt gewerbliche Zeitarbeitskräfte und Facharbeiter, während „Experis“ hochqualifizierte Spezialisten vor allem in IT und Ingenieurwesen an Unternehmen entsendet. Die dritte Säule „Talent Solutions“ bündelt strategische Personalplanung und Auslagerung von Personalprozessen für Großunternehmen.
Der Markt blickt derzeit aufmerksam auf den Arbeitsmarkt in Europa und in den USA: Steigende Unsicherheit durch Handelskonflikte und die zunehmende Automatisierung durch Künstliche Intelligenz könnten Unternehmen dazu veranlassen, flexible Belegschaften bevorzugt über Zeitarbeit aufzubauen statt Festanstellungen einzugehen. Das wäre strukturell günstig für die ManpowerGroup.
Im Wettbewerb stehen vor allem Adecco und Randstad. Beides sind europäische Rivalen mit ähnlich globalem Fußabdruck.
ManpowerGroup meldete am 16. Juli 2026 einen Umsatz von 4,86 Milliarden US-Dollar für das zweite Quartal 2026, ein Plus von rund 8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Damit übertraf das Unternehmen die Erwartungen der Wall Street. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,99 US-Dollar und toppte die eigene Prognose von 0,96 US-Dollar. Die Marke „Manpower“ verzeichnete das fünfte Quartal in Folge ein Wachstum. Der US-Bereich wuchs sogar um 16 Prozent. Die Sparte „Experis“, die IT-Fachkräfte vermittelt, sank zwar noch um 2 Prozent, erholte sich aber deutlich gegenüber dem Rückgang von 9 Prozent im Vorquartal. Diese Zahlen pulverisierten die Märkte. Die Aktie schoss um bis zu 36 % nach oben.
Charttechnisch sticht die Aktie durch relative Stärke und durch ein neues 52 Wochenhoch hervor. Am vergangenen Freitag gab es einen Rücksetzer zum gleitenden 10 Tagedurchschnitt. Über dem Hoch vom Freitag hätte man am Montag eine Position eröffnen können. Aktuell sehe ich kein Setup. Trotzdem gehört die Aktie auf die Watchliste.

Quelle: Wachstums-Check TraderFox
Robert Half International – Einer der weltweit größten Personalvermittler steht knapp unter dem 52 Wochenhoch
Robert Half International (RHI) wurde 1948 von Bob Half in den USA gegründet und gilt heute als einer der weltweit größten Anbieter von Personalvermittlung und Unternehmensberatung.
Das Kerngeschäft gliedert sich in drei Bereiche: die Vermittlung von Zeitarbeitskräften, die Festanstellungsvermittlung sowie die Unternehmensberatungstochter Protiviti. Im Bereich Zeitarbeit vermittelt Robert Half vor allem Fachkräfte in Buchhaltung, Finanzen und Technologie an Unternehmen, die kurzfristigen Personalbedarf haben. Protiviti berät Klienten in den Bereichen Risikomanagement, interne Revision und Technologietransformation.
Die übergeordnete „Story“ am Markt dreht sich derzeit um die Frage, ob künstliche Intelligenz die Personalvermittlungsbranche fundamental verändert: Automatisierung könnte die Nachfrage nach manueller Kandidatenauswahl dauerhaft dämpfen, gleichzeitig besteht Bedarf an KI-spezifischen Fachkräften.
Als direkte Wettbewerber gelten Korn Ferry im Segment der Führungskräftevermittlung sowie Accenture im Beratungsbereich rund um Protiviti.
Am 23. Juli 2026 veröffentlichte Robert Half seine Ergebnisse für das zweite Quartal 2026: Der Umsatz betrug 1,34 Milliarden US-Dollar, ein Rückgang von 2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Jedoch lag man leicht über dem Mittelpunkt der eigenen Prognose und über der Analystenerwartung. Der Gewinn je Aktie belief sich auf 0,26 US-Dollar, gegenüber 0,41 US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Er entsprach exakt den Analystenerwartungen. Belastend wirkte die Unternehmensberatungssparte Protiviti, die aufgrund veränderter Regulierungsanforderungen im US-Finanzsektor unter Druck geriet. Ein Restrukturierungsprogramm soll dabei helfen, jährliche Einsparungen von 45 Millionen US-Dollar zu realisieren.
In Folge der Zahlen wurde die Aktie zunächst stark abverkauft. Sie konnte sich dann jedoch schnell erholen und steht jetzt knapp unter dem 52 Wochenhoch. Idealerweise sehen wir nun eine kurzfristige Seitwärtskonsolidierung und dann den Ausbruch auf ein neues 52 Wochenhoch. Diesem Ausbruch kann gefolgt werden.

Quelle: Wachstums-Check TraderFox
Korn Ferry – Neues Allzeithoch dank Fokus auf Beratung
Korn Ferry (KFY) zählt zu den weltweit größten Beratungshäusern für Personalfragen. Gegründet wurde das Unternehmen in 1969 in Los Angeles.
Das Geschäft ruht auf drei Säulen. Erstens die Besetzung von Spitzenpositionen, für die je Mandat ein Honorar anfällt und die rund ein Drittel der Erlöse liefert. Zweitens die Organisationsberatung, also Vergütungssysteme, Nachfolgeplanung und Führungskräfteentwicklung, gestützt auf einen Datenbestand von mehr als 113 Millionen Beurteilungen von Führungskräften. Drittens die Vermittlung von Fachkräften und Interimskräften sowie die Übernahme kompletter Einstellungsprozesse für Großkunden. Dieser Bereich wuchs zuletzt zweistellig.
Die „Story“ des Marktes hat zwei Seiten. Künstliche Intelligenz bremst die Einstellungen im Büro, vor allem auf Einstiegsebene, was das Volumengeschäft belastet. Gleichzeitig suchen Konzerne Führungskräfte, die genau diesen Umbau steuern können, und kaufen dafür Beratung ein. Korn Ferry setzt darauf und will die Abrechnung mittelfristig stärker am Ergebnis statt am Gehalt der besetzten Position ausrichten.
Wettbewerber sind Heidrick & Struggles und Robert Half.
Die letzten Quartalszahlen stammen vom 23. Juni 2026. Der Gesamtumsatz stieg auf knapp 770 Mio. US-Dollar nach 712 Mio. im Vorjahresquartal und lag über den Erwartungen. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 1,40 US-Dollar nach 1,32 im Vorjahr und übertraf die Schätzung knapp. Es war das fünfte Wachstumsquartal in Folge. Der Auftragsbestand legte um 10 Prozent auf 1,9 Mrd. US-Dollar zu. Die Aktie konnte an diesem Tag um knapp 7 Prozent zulegen.
Der Chart sieht sehr bullisch aus. Die Aktie hat diese Woche ein neues Allzeithoch markiert. Die relative Stärke ist daher extrem markant. Am Montag hätte man den Ausbruch aus der kurzfristigen Konsolidierung kaufen können. Nach zweit starken Plustagen hintereinander benötigt die Aktie nun zunächst eine Konsolidierung. Trotzdem gehört sie auf die Watchliste.

Quelle: Wachstums-Check TraderFox
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