Wachstumsstarke US-Aktien jenseits der Künstlichen Intelligenz – die 16 Favoriten der Bank of America
Kundenanfragen deuten laut Bank of America auf eine gewisse KI-Müdigkeit hin. In Reaktion darauf nennt die US-Bank 16 intern als Kauf eingestufte Aktien mit langfristig guten Wachstumschancen und vergleichsweise geringer Kurskorrelation zum KI-Megatrend. Wir berichten.
Die Künstliche Intelligenz (KI) hat das Geschehen am US-Aktienmarkt in jüngster Zeit stark geprägt. Das hat Anlegern teils hohe Kursgewinne beschert, es ging dabei aber speziell zuletzt auch sehr volatil zu.
Alles das wirft auch die Frage auf, wie viel des künftigen Erfolgs inzwischen von wenigen großen Technologiewerten und den hohen Erwartungen an den weiteren KI-Ausbau abhängt. Für Anleger, die ihr Portfolio breiter aufstellen möchten, wird damit die Suche nach anderen Wachstumsquellen interessanter.
Genau hier setzt eine aktuelle Untersuchung der Bank of America an. Die US-Bank berichtet von zunehmenden Kundenanfragen nach Möglichkeiten, sich beim Wachstum weniger stark auf die reine KI-Geschichte zu konzentrieren. Daraus entstand ein Aktienfilter, der gezielt Unternehmen mit hohen langfristigen Gewinnwachstumserwartungen und zugleich möglichst geringer Verbindung zum KI-Thema herausgreift.
So entsteht die Liste der 16 Wachstumsfavoriten
Interessant ist dabei nicht nur die einzelne Aktie, sondern auch die Zusammensetzung der Auswahl. Von den 16 Titeln entfallen sieben auf den Gesundheitssektor und ebenfalls sieben auf den Finanzsektor. Hinzu kommen ein Konsumgüterkonzern und ein Immobilienunternehmen. Technologieaktien im engeren Sinne fehlen vollständig. Die BofA sucht also nicht einfach nach möglichst vielen verschiedenen Branchen, sondern findet ihre attraktivsten Wachstumsalternativen zur KI auffallend häufig in zwei Bereichen.
Das ist kein Zufall. Die Auswahl ist das Ergebnis eines relativ eng gefassten Filters. Berücksichtigt wurden Aktien mit einer prognostizierten Gewinnwachstumsrate je Aktie über fünf Jahre im obersten Fünftel des S&P 500. Außerdem mussten die Titel von der Bank of America mit „Buy“ eingestuft sein. Schließlich wurden sie danach ausgewählt, wie gering beziehungsweise negativ ihre Kursentwicklung mit einem Korb von KI-Aktien zusammenhing.
Damit verfolgt die Bank of America eine interessante Kombination: Gesucht werden nicht defensive Aktien als Gegenpol zur KI, sondern weiterhin wachstumsstarke Unternehmen – nur mit anderen Wachstumstreibern. Gerade für Anleger, die ihr US-Depot ergänzen und die Abhängigkeit von einem einzelnen Börsenthema reduzieren möchten, macht das die Liste interessant.
Die erwarteten Gewinnwachstumsraten reichen von 42,16 % bei Centene bis 18,85 % bei Regeneron Pharmaceuticals. Bemerkenswert ist dabei, dass die BofA nicht einfach die Aktien mit den höchsten Wachstumsprognosen herausgreift. Die Unternehmen müssen gleichzeitig den eigenen Kaufempfehlungsstatus erfüllen und eine möglichst geringe Verbindung zum KI-Thema aufweisen. Konkret gestaltet sich die Liste wie folgt:
Bank of America-Liste: Wachstumsstarke Aktien, die unter den S&P 500 Indexvertretern am wenigsten mit dem KI-Thema korrelieren

Quelle: Bank of America Global Research, 21.08.2026
Auffällig ist dabei die starke Konzentration auf zwei Sektoren. Das kann man auf zwei Arten interpretieren: Einerseits zeigt die Liste, dass sich außerhalb der großen Technologiewerte durchaus zahlreiche strukturelle Wachstumsmöglichkeiten finden. Andererseits ist die Auswahl keineswegs eine vollständig ausgewogene Alternative zum KI-lastigen US-Aktienmarkt. Wer die Liste übernimmt, tauscht einen Teil seiner Themenschwerpunkte gegen andere Schwerpunkte ein.
Eine wichtige Rolle spielt dabei der Begriff „Beta“. Vereinfacht gesagt beschreibt das Beta, wie stark sich eine Aktie im Verhältnis zu einem Vergleichsmaßstab bewegt. In diesem Fall untersucht die BofA, wie die relativen Kursbewegungen der Aktien auf Veränderungen eines Korbs von KI-Aktien reagiert haben. Ein stark positives KI-Beta würde bedeuten, dass eine Aktie tendenziell in dieselbe Richtung wie das KI-Thema läuft. Ein niedriges oder negatives Beta deutet dagegen auf eine geringere beziehungsweise gegenläufige Abhängigkeit hin.
Das ist für die Auswahl wichtig: Die Bank of America sucht nicht nach Unternehmen, die überhaupt nichts mit Technologie zu tun haben. Entscheidend ist vielmehr, dass ihre Aktienkurse nicht maßgeblich davon abhängen, ob Anleger gerade besonders optimistisch oder pessimistisch auf den KI-Komplex blicken.
Details zu den sechs wachstumsstarken Aktien aus der BofA-Liste
Die sechs Titel an der Spitze der Liste zeigen gut, wie unterschiedlich solche Wachstumsquellen aussehen können.
Favorit Nr. 1: Centene (ISIN: US15135B1017, Schlusskurs am 28.08.: 67,34 USD)

Centene ist ein US-Krankenversicherer, der sich vor allem auf staatlich unterstützte Gesundheitsprogramme konzentriert. Dazu zählen unter anderem Medicaid und Medicare sowie Krankenversicherungen über die staatlichen Marktplätze. Das Geschäftsmodell ist damit stark vom US-Gesundheitssystem geprägt und hat mit dem klassischen Technologie- und KI-Investmentthema wenig gemein.
Mit einem von der BofA erwarteten Gewinnwachstum je Aktie von 42,16 % über fünf Jahre steht Centene an der Spitze der gesamten Auswahl. Entscheidend ist dabei weniger die Aussicht auf ein außergewöhnlich starkes Umsatzwachstum als die Möglichkeit, dass sich die Ertragskraft des Unternehmens deutlich verbessert. Genau das ist bei Centene derzeit ein wesentlicher Teil der Investmentgeschichte.
Die jüngsten Zahlen liefern dafür Anhaltspunkte. Im zweiten Quartal 2026 erzielte Centene einen bereinigten Gewinn je Aktie von 2,51 USD. Gleichzeitig hob das Unternehmen die Prognose für den bereinigten Gewinn je Aktie 2026 auf mehr als 4,80 USD an. Auch die Umsatzprognose wurde um 6 Mrd. USD auf 193,5 bis 197,5 Mrd. USD erhöht.
Besonders interessant ist die Entwicklung der Profitabilität. Centene meldete im zweiten Quartal deutliche Verbesserungen bei der Schadenquote im kommerziellen Geschäft und verwies auch im Medicare-Bereich auf eine bessere operative Entwicklung. Das zeigt, warum ein Versicherer selbst bei moderatem Umsatzwachstum hohe Gewinnzuwächse erzielen kann: Schon relativ kleine Verbesserungen bei Kosten und Schadenquoten wirken sich stark auf das Ergebnis aus.
Centene steht damit exemplarisch für eine Form von Wachstum, die an der Börse weniger Aufmerksamkeit erhält als neue Technologietrends. Die BofA setzt hier offenbar darauf, dass eine Verbesserung der operativen Ertragskraft über mehrere Jahre zu einem deutlich höheren Gewinnniveau führen kann. Für Anleger bleibt deshalb vor allem zu beobachten, ob sich die Verbesserungen bei den Versicherungskosten als nachhaltig erweisen.
Favorit Nr. 2: Estée Lauder (ISIN: US5184391044, Schlusskurs am 02.09.: 101,15 USD)

Estée Lauder ist ein internationaler Anbieter von Schönheits- und Pflegeprodukten mit Marken wie Estée Lauder, Clinique, MAC und La Mer. Der Konzern ist damit im Konsumgütersektor angesiedelt und stellt innerhalb der BofA-Liste eine Ausnahme dar. Nach sieben Gesundheits- und sieben Finanzwerten ist Estée Lauder neben Welltower der einzige Titel außerhalb dieser beiden Schwerpunkte.
Die hohe Wachstumserwartung von 38,99% sollte allerdings nicht mit einem dauerhaft zweistelligen Umsatzwachstum verwechselt werden. Bei Estée Lauder spielt vielmehr die Erholung nach mehreren schwierigen Jahren eine zentrale Rolle. Das Unternehmen hat eine Phase schwächerer Nachfrage, insbesondere in Teilen des chinesischen Marktes, hinter sich und versucht, Wachstum und Profitabilität gleichzeitig wieder zu verbessern.
Im Geschäftsjahr 2025/26 (30.06.) gelang bereits eine Rückkehr zum Wachstum. Der Umsatz erhöhte sich um 5 %, der organische Umsatz um 3 %. Zugleich verbesserte sich die operative Marge. Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet Estée Lauder ein organisches Umsatzwachstum von 3 % bis 5 % und eine bereinigte operative Marge von 12,7 % bis 13,5 %.
Die Strategie setzt dabei auf eine stärkere Konzentration auf erfolgreiche Marken, attraktivere Produkte und eine effizientere Organisation. Für Anleger ist das eine andere Art von Wachstumsstory als bei einem Unternehmen, dessen Geschäft jedes Jahr aus eigener Kraft zweistellig wächst. Bei Estée Lauder kann bereits eine Rückkehr zu einem gesünderen Umsatzwachstum zusammen mit steigenden Margen für einen überproportionalen Gewinnanstieg sorgen.
Genau darin dürfte auch die Erklärung für die hohe BofA-Prognose liegen. Estée Lauder verbindet einen großen bestehenden Markenbestand mit einem erheblichen Erholungspotenzial. Die entscheidende Frage ist deshalb weniger, ob das Unternehmen Wachstum generieren kann, sondern ob die eingeleitete Trendwende dauerhaft genug ist, um die Gewinnbasis nachhaltig zu erhöhen.
Favorit Nr. 3: Block (ISIN: US8522341036, Schlusskurs am 02.09.: 82,46 USD)

Block verbindet zwei Geschäfte, die inzwischen weit über ein reines Zahlungsunternehmen hinausgehen. Unter der Marke Square bietet der Konzern Lösungen für Händler an, während Cash App auf Privatkunden ausgerichtet ist. Hinzu kommen unter anderem Angebote für Bankdienstleistungen, Geldanlage und Kredite. Damit wächst aus einem Zahlungsdienstleister zunehmend eine umfassendere Finanzplattform.
Die BofA erwartet für Block ein Gewinnwachstum je Aktie von 30,84 % über fünf Jahre. Interessant ist, dass sich dieses Wachstum nicht allein aus der Gewinnung immer neuer Kunden ergeben muss. Vielmehr kann Block zusätzliche Erträge erzielen, indem bestehende Kunden mehr Dienstleistungen nutzen. Die Verbreiterung des Angebots ist deshalb ein wesentlicher Teil der Wachstumsthese.
Im zweiten Quartal 2026 stieg der Bruttogewinn von Block deutlich. Besonders stark entwickelte sich Cash App, dessen Bruttogewinn um 31 % zunahm. Für das Gesamtjahr erhöhte das Management seine Prognose für den Bruttogewinn auf 12,51 Mrd. USD, was einem Wachstum von 21 % entspricht. Auch die operative Marge verbesserte sich.
Das Geschäftsmodell hat zugleich eine interessante Eigenschaft: Block kann mit relativ wenig zusätzlichem Kapital eine größere Zahl von Finanzdienstleistungen an seine bestehende Kundenbasis verkaufen. Dadurch entsteht ein Hebel zwischen Kundenwachstum, Nutzung der Plattform und Gewinnentwicklung. Genau diese Skalierbarkeit macht den Titel für eine Liste mit langfristig wachstumsstarken Unternehmen interessant.
Block ist allerdings auch ein gutes Beispiel dafür, dass „jenseits der KI“ nicht mit „geringes Risiko“ gleichzusetzen ist. Das Unternehmen bleibt von der Konsum- und Finanzmarktaktivität seiner Kunden abhängig. Die BofA setzt hier vielmehr darauf, dass die Ausweitung des Geschäfts und steigende Profitabilität langfristig wichtiger werden als die kurzfristigen Schwankungen des Finanzgeschäfts.
Favorit Nr. 4: Eli Lilly (ISIN: US5324571083, Schlusskurs am 02.09.: 1.160,08 USD)

Eli Lilly ist ein Pharmakonzern und damit ebenfalls ein Gesundheitswert. Der wichtigste Wachstumstreiber ist derzeit das Geschäft mit Medikamenten gegen Diabetes und Übergewicht, insbesondere Mounjaro und Zepbound. Anders als bei den großen KI-Aktien entsteht der Wachstumsschub hier aus Forschung, Medikamentenentwicklung und der erfolgreichen Vermarktung neuer Wirkstoffe.
Die BofA erwartet ein Gewinnwachstum je Aktie von 28,23 % über fünf Jahre. Das ist angesichts der bereits erreichten Größe des Unternehmens bemerkenswert. Lilly muss dafür nicht nur neue Produkte entwickeln, sondern gleichzeitig die vorhandenen Medikamente weltweit stärker etablieren und die Produktionskapazitäten ausbauen.
Wie dynamisch das Geschäft derzeit wächst, zeigen die Zahlen für das zweite Quartal 2026. Der Umsatz stieg um 48 % auf 23,0 Mrd. USD. Der bereinigte Gewinn je Aktie erhöhte sich um 33 % auf 8,38 USD. Für das Gesamtjahr hob Lilly die Umsatzprognose auf 85 bis 87 Mrd. USD an.
Hinzu kommt eine umfangreiche Pipeline. Lilly arbeitet unter anderem an weiteren Anwendungen und neuen Wirkstoffen im Bereich Übergewicht. Das Unternehmen investiert gleichzeitig massiv in zusätzliche Produktionskapazitäten. Allein für den Ausbau von Produktionsstandorten in Indiana wurden weitere 4,5 Mrd. USD zugesagt.
Lilly ist damit zwar eine Wachstumsaktie außerhalb des KI-Themas, aber keine Aktie ohne hohe Erwartungen. Ein großer Teil der aktuellen Unternehmensentwicklung hängt an wenigen sehr erfolgreichen Medikamenten. Der Reiz des Titels liegt aus Sicht der BofA daher in der Kombination aus bereits starkem Wachstum, weiteren Marktchancen und einer Pipeline, die das hohe Gewinnniveau über Jahre ausbauen könnte.
Favorit Nr. 5: Robinhood Markets (ISIN: US7707001027, Schlusskurs am 02.09.: 106,99 USD)

Robinhood hat sich vom ursprünglich stark auf den provisionsfreien Aktienhandel ausgerichteten Anbieter zu einer deutlich breiter aufgestellten Finanzplattform entwickelt. Neben Aktien und Optionen gehören unter anderem Kryptowährungen, Beratung, digitale Bankdienstleistungen und der Zugang zu privaten Märkten zum Angebot. Damit versucht das Unternehmen, aus einer Plattform für Wertpapierhandel eine umfassendere Finanzbeziehung mit seinen Kunden zu machen.
Mit einem erwarteten Gewinnwachstum je Aktie von 27,88 % liegt Robinhood auf Platz fünf der BofA-Liste. Auffällig ist dabei die Geschwindigkeit, mit der das Unternehmen sein Geschäftsmodell erweitert. Die Zahl der Geschäftsfelder mit einem annualisierten Umsatz von mindestens 100 Mio. USD ist inzwischen auf 13 gestiegen.
Auch die jüngsten Zahlen zeigen die Dynamik. Im zweiten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 32 % auf den Rekordwert von 1,31 Mrd. USD. Der verwässerte Gewinn je Aktie legte um 48 % auf 0,62 USD zu. Gleichzeitig erreichten die Nettoeinlagen mit 22 Mrd. USD und die Zahl der Robinhood-Gold-Kunden mit 4,8 Mio. neue Höchststände.
Das Entscheidende ist damit die zunehmende Monetarisierung der Kundenbasis. Je mehr Produkte ein Kunde über Robinhood nutzt, desto größer wird der mögliche Umsatz je Kunde. Das eröffnet dem Unternehmen zusätzliche Wachstumsquellen, ohne dass die Zahl der Kunden im gleichen Maß steigen muss. Gerade diese Kombination aus Kundenwachstum und zunehmender Nutzung macht den Titel für den BofA-Filter interessant.
Gleichzeitig ist Robinhood der wohl konjunktur- und stimmungsabhängigste der sechs Favoriten. Handelsvolumen, Optionsgeschäft und Kryptowährungen können stark schwanken. Die Investmentidee besteht deshalb nicht darin, diese Schwankungen auszublenden, sondern darauf zu setzen, dass Robinhood langfristig einen größeren Teil des Finanzgeschäfts seiner jungen und digital orientierten Kundschaft an sich ziehen kann.
Favorit Nr. 6: Insulet (ISIN: US45784P1012, Schlusskurs am 02.09.: 148,14 USD)

Insulet ist auf schlauchlose Insulinpumpen spezialisiert und vertreibt seine Produkte unter der Marke Omnipod. Das Unternehmen profitiert damit von einem langfristigen medizinischen Trend: Menschen mit Diabetes suchen nach Behandlungsmöglichkeiten, die sich einfacher in den Alltag integrieren lassen und zunehmend automatisiert funktionieren.
Die BofA erwartet für Insulet ein Gewinnwachstum je Aktie von 25,28 % über fünf Jahre. Wie bei Eli Lilly basiert die Wachstumsperspektive damit auf einem strukturellen Trend im Gesundheitswesen. Der Unterschied liegt jedoch im Geschäftsmodell: Insulet entwickelt und verkauft Medizintechnik und kann dabei von der zunehmenden Verbreitung seiner Pumpensysteme profitieren.
Im zweiten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 23,5 % auf 801,7 Mio. USD. Der Umsatz mit Omnipod legte sogar um 24,6 % zu. Besonders stark entwickelte sich das internationale Geschäft, das um 35,5 % wuchs. Damit konnte Insulet seine eigene Umsatzprognose für das Quartal übertreffen.
Die internationale Expansion ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der Wachstumsthese. Während der US-Markt bereits stärker entwickelt ist, bietet die zunehmende Einführung der Omnipod-Technologie in anderen Ländern zusätzliches Potenzial. Gleichzeitig kann eine wachsende installierte Basis für wiederkehrende Umsätze sorgen, weil die Kunden regelmäßig Verbrauchsmaterialien benötigen.
Insulet zeigt allerdings auch, weshalb die BofA-Liste nicht als mechanische Einkaufsliste verstanden werden sollte. Das Unternehmen wächst zwar schnell, doch die operative Entwicklung kann regional unterschiedlich ausfallen. Für Anleger ist deshalb entscheidend, ob die hohe Wachstumsrate dauerhaft mit einer entsprechenden Verbesserung des Gewinns einhergeht. Genau diese Kombination aus strukturellem Wachstum und steigender Ertragskraft ist letztlich das, was die BofA mit ihrem Filter sucht.
Fazit: Wachstum muss nicht KI heißen
Die eigentliche Aussage der BofA-Liste liegt weniger darin, dass Anleger nun ausgerechnet diese 16 Aktien kaufen sollten. Interessanter ist, welche Art von Unternehmen die Bank als mögliche Alternative zu den stark KI-geprägten Wachstumswerten identifiziert.
Auffällig ist zunächst die Konzentration auf Gesundheit und Finanzen. Beide Bereiche verfügen über eigene strukturelle Wachstumstreiber: neue Medikamente und medizinische Technologien auf der einen Seite, Digitalisierung und eine stärkere Nutzung von Finanzdienstleistungen auf der anderen. Damit zeigt die Liste, dass überdurchschnittliches Gewinnwachstum nicht zwangsläufig aus höheren Investitionen in Rechenzentren, Chips oder KI-Software entstehen muss.
Für Anleger ist außerdem die Kombination der Kriterien interessant. Die BofA sucht nicht einfach Aktien mit niedriger KI-Abhängigkeit, sondern verbindet diese Eigenschaft mit hohen langfristigen Gewinnprognosen und einer eigenen Kaufempfehlung. Damit wird aus der Suche nach KI-Alternativen eine Suche nach eigenständigen Wachstumsgeschichten.
Die sechs Spitzenreiter machen zugleich deutlich, wie unterschiedlich solche Geschichten sein können. Bei Centene steht die Verbesserung der Profitabilität im Vordergrund, bei Estée Lauder die operative Erholung, bei Block die Ausweitung einer Finanzplattform, bei Lilly neue Medikamente, bei Robinhood die stärkere Monetarisierung einer Kundenbasis und bei Insulet die internationale Verbreitung einer Medizintechnik.
Damit liefert die BofA-Studie vor allem einen interessanten Ausgangspunkt für Anleger, die ihr US-Portfolio breiter aufstellen wollen. Die KI-Story muss dafür nicht ersetzt werden. Es kann aber sinnvoll sein, ihr andere Wachstumstreiber gegenüberzustellen – und genau dafür bietet die Liste eine konkrete Auswahl.
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