Wo kommt die relative Stärke bei US-Düngemittelaktien her? Zwei Leaderaktien des Sektors!
Die Aktienkurse einiger Düngemittelhersteller konnten in der vergangenen Woche trotz eines schwachen Gesamtmarktes deutlich zulegen. Hintergrund sind mögliche Lieferausfälle bei wichtigen Stickstoffdüngern wie Harnstoff infolge des Konflikts im Nahen Osten. Eine solche Angebotsverknappung könnte die Preise weltweit nach oben treiben.
So entfallen etwa 10 % der weltweiten Harnstoffexporte auf den Iran, während die gesamte Region des Nahen Ostens rund 25 % ausmacht. Damit kann der Konflikt den globalen Harnstoffpreis beeinflussen, insbesondere auch weil viele dieser Lieferungen durch die Straße von Hormus verschifft werden, durch die aktuell aufgrund des Krieges kaum noch Schiffe fahren. Jede Störung kann also das weltweite Angebot kurzfristig verknappen.
Des Weiteren geschieht dies zu einem Zeitpunkt, in dem US-Importeure im Vorfeld der Frühjahrssaison verstärkt einkaufen.
Letztlich waren die Preise bereits vor Beginn des Iran-Konflikts auf dem Weg nach oben, da kürzlich eine große Bestellung Indiens für Harnstoffdünger im Umfang von 1,3 Millionen Tonnen das Angebot verknappt hatte. Etwa 500.000 Tonnen des von Indien gesicherten Düngers stammen aus dem Nahen Osten. Der Konflikt in der Region könnte dieses Angebot nun gefährden. Somit müsste Indien die Menge anderweitig auf dem Weltmarkt einkaufen, was die Preise weiter befeuern würde.
Infolgedessen war die Performance einiger Unternehmen aus dem Sektor bemerkenswert. So schoss die Aktie von CVR Partner (UAN) in der vergangenen Woche um über 31 % nach oben. Bei LSB Industries (LXU) waren es 26 %, bei CF Industries (CF) 21 %, und Inprepid Potash (IPI) konnte um 19 % zulegen.
CVR Partners - Ein Schlüsselakteur in der US-Düngemittelindustrie mit neuem 3,5 Jahreshoch
CVR Partners (UNA) ist ein US-amerikanischer Hersteller von Stickstoffdüngern, der vor allem Produkte für die nordamerikanische Landwirtschaft liefert. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Texas betreibt zwei große Produktionsanlagen in Coffeyville (Kansas) und East Dubuque (Illinois).
Das Geschäftsmodell konzentriert sich auf die Produktion von Stickstoffdüngern wie Ammoniak und Harnstoff-Ammoniumnitrat (UAN). Diese Düngemittel sind für den modernen Ackerbau, insbesondere den intensiven Maisanbau, essenziell. Durch die geografische Nähe zum sogenannten „Corn Belt“ – mit Kernmärkten in Staaten wie Iowa, Illinois, Kansas und Nebraska – profitiert das Unternehmen von kurzen Transportwegen und einer stabilen regionalen Nachfrage.
Das Werk in Kansas ist in Nordamerika einzigartig, da es ein spezielles Verfahren der Petrolkoks-Vergasung zur Wasserstoffgewinnung nutzt. Die zweite Anlage in Illinois, die 2016 durch eine Übernahme zum Portfolio hinzukam, verwendet Erdgas als primären Rohstoff für die Fertigung.
Zu den wichtigsten Wettbewerbern zählen die großen internationalen Produzenten von Stickstoffdüngern wie CF Industries und Nutrien. Im Vergleich zu diesen Konzernen ist CVR Partners deutlich kleiner und profitiert von einer schlankeren Kostenstruktur.
Die Aktie konnte in der vergangenen Woche ein neues 3,5 Jahreshoch markieren. Das ist bemerkenswert, insbesondere, wenn man die Schwäche des Gesamtmarktes berücksichtigt. Aktuell befindet sie sich auf dem Niveau von Oktober 2022. Hier befindet sich ein wichtiges Widerstandslevel. Das Allzeithoch aus April 2022, als es im Rahmen des Ukraine-Krieges ebenfalls zu einer Verknappung des weltweiten Düngemittelangebotes kam, liegt bei 179,74 US-Dollar.
Die Aktie ist in den letzten Tagen sehr „heiß“ gelaufen. Daher sehe ich aktuell kein sofortiges Tradingsetup. Wünschenswert wäre es nun, dass die Aktie eine Konsolidierung einlegt, ohne dabei viel von den Gewinnen der letzten Tage abzugeben. Denn das wäre ein Zeichen der Stärke. Dem Ausbruch aus der Konsolidierung kann gefolgt werden.

Quellen: https://desk.traderfox.com/
LSB Industries – Spezialist in der Stickstoffchemie für Agrar- und Industriemärkte mit neuem drei Jahreshoch
LSB Industries (LXU) ist ein US-amerikanischer Hersteller von Stickstoff-basierten Chemikalien und Düngemitteln. Das Unternehmen mit Sitz in Oklahoma City konzentriert sich vor allem auf Produkte für die Landwirtschaft sowie für industrielle Anwendungen wie Bergbau, Energie und Umwelttechnik.
Die Geschichte des Unternehmens reicht bis in die 1960er-Jahre zurück. Über Jahrzehnte war LSB Industries ein diversifizierter Industriekonzern. In den vergangenen Jahren hat sich das Unternehmen jedoch strategisch neu ausgerichtet und konzentriert sich heute nahezu vollständig auf die Produktion von Stickstoffchemikalien.
Das Geschäftsmodell basiert vor allem auf drei Produktkategorien: Ammoniak, Ammoniumnitrat sowie Harnstoff-Ammoniumnitrat-Lösungen. Diese Produkte werden hauptsächlich als Düngemittel in der Landwirtschaft eingesetzt. Außerdem finden sie Verwendung in industriellen Anwendungen z. B. bei der Herstellung von Kunststoffen, Textilien, Reinigungsmitteln und Sprengstoffen für den Bergbau. Die Produktion erfolgt in mehreren Chemieanlagen in den USA.
Zu den Hauptkonkurrenten gehören CF Industries und Nutrien. Im Vergleich zu diesen Branchenführern ist LSB deutlich kleiner, positioniert sich jedoch mit regionaler Produktion und spezialisierten Industriekunden.
Letzte Woche markierte die Aktie ein neues drei Jahreshoch, während der S&P 500 ein 3,5-Monatstief machte. Das ist sehr bullisch. Die Aktie ist nun an der Widerstandslinie aus Februar 2023 angekommen. Idealerweise bildet sie hier eine Konsolidierung aus. Sobald die Aktie aus dieser Konsolidierung nach oben ausbricht, bietet es sich an, eine Position aufzubauen.

Quellen: https://desk.traderfox.com/
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