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Anlagetrend Elektromobilität: Varta und 34 weitere Aktien!

Artikel, Strategien Daniel Dünn 3.484 Leser

Liebe Leserinnen und Leser,

im Rahmen meines Artikels zum Thema Solarenergie habe ich bereits die PVA TePla AG vorgestellt. Der Hersteller von Kristallzuchtanlagen, welche für die Photovoltaik-Branche benötigt werden, profitiert bereits heute von der steigenden Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und wird wahrscheinlich hiervon zukünftig noch stärker profitieren. Dies liegt daran, dass Elektromobilität nicht nur preislich und leistungstechnisch gefördert wird, sondern auch daran gearbeitet wird, diese Form der Mobilität noch nachhaltiger zu machen. Neben der Produktion und Logistik spielt hier insbesondere die Verwendung von erneuerbaren Energien an Ladestationen eine große Rolle. Aufgrund der Vielzahl an Förderungen und Kaufprämien, welche Elektro-Fahrzeuge inzwischen für immer mehr Menschen attraktiv machen, können immer mehr Unternehmen stark von diesem Trend profitieren. Vor dem Hintergrund, dass die Anzahl an Kraftfahrzeugen in den nächsten 15 Jahren weltweit weiterhin rasant wachsen sollen, benötigt es Lösungen, die die Emissionen im Straßenverkehr stark verringern. Genau hier kommt das Thema Elektromobilität ins Spiel, welches bereits in den vergangenen Jahren an Relevanz und Akzeptanz gewonnen hat und somit bestens für einen zukünftigen Boom an nachhaltigen Antrieben im KFZ-Bereich gerüstet ist.

Kursliste zum Artikel ist fertig auf dem TraderFox Trading-Desk hinterlegt


Aus diesem Grund ist Elektromobilität aktuell ein für uns sehr interessanter Trend mit viel Potenzial für erfolgreiche Investments. Wie gewohnt, präsentieren wir euch auch diese Woche, die aus unserer Sicht zehn spannendsten Trends kostenlos im TraderFox Trading-Desk unter der Rubrik „Im Rampenlicht“. Hierfür einfach über folgenden Link den Trading-Desk aufrufen: https://traderfox.com/ und dann oben links im Eck auf die Rakete klicken. Hierauf öffnet sich ein neues Menü und dort ist „Im Rampenlicht“ gleich die erste Kategorie. Neben den Elektromobilität Aktien, findet man dort beispielsweise auch eine Übersicht zu spannenden Aktien aus den Trends „Luxusgüter“, „Wasseraufbereitung“ oder „Krypto-Aktien“.

 

Durch einen einfachen Klick auf „Elektromobilität“ öffnet sich dann unsere Watchlist mit allen 35 Aktien, die unserer Meinung nach von den zukünftigen Entwicklungen in diesem Sektor profitieren werden:

 


Allein im Jahr 2020 hat sich die Anzahl neu zugelassener Elektro-Fahrzeuge in Deutschland mehr als verdreifacht


Bereits heute wird der Großteil der transportbedingten Emissionen (egal ob CO2 oder Lärm) durch den Straßenverkehr verursacht. Trotzdem wird erwartet, dass sich die Anzahl an Kraftfahrzeugen bis zum Jahr 2035 weltweit noch einmal um ca. 55 % von 1,3 Mrd. aktuell auf etwa 2 Mrd. erhöhen soll. Insbesondere die damit verbundenen hohen CO2-Emissionen, die herkömmliche Antriebe der Kraftfahrzeuge verursachen würden, stehen in einem klaren Konflikt mit dem Pariser Abkommen und dem Ziel der Staaten, die sich diesem verpflichtet haben, die CO2-Emissionen langfristig deutlich zu senken, um das 1,5 bzw. 2-Grad-Ziel dauerhaft erreichen zu können.

Sicherlich gäbe es die theoretische Möglichkeit, die Anzahl an Kraftfahrzeugen mit verschiedenen Maßnahmen zu reduzieren. Allerdings sind sowohl Privatpersonen oftmals auf ihr Auto (der Anteil von PKWs an allen KFZs beträgt über 75 %) als auch Unternehmen auf den Transport mittels LKWs oder anderer Transporter angewiesen. Dass sich dies bis zum Jahr 2035 drastisch ändert, erscheint sehr unwahrscheinlich. Entsprechend sind andere Lösungen notwendig, um die Emissionen und die Lärmbelästigung durch den Straßenverkehr weltweit nachhaltig senken zu können. Genau hier kommt das Thema „Elektromobilität“ ins Spiel.

Elektrofahrzeuge sind in der Regel nicht nur deutlich leiser als Fahrzeuge mit herkömmlichen Antrieben, sie verursachen vor allem auch deutlich weniger CO2-Emissionen. Bereits heute sind Elektrofahrzeuge insgesamt umweltfreundlicher als Fahrzeuge, die mit fossilen Brennstoffen angetrieben werden. Bei einem zukünftigen Strommix, der aus 100 % erneuerbaren Energien besteht (in Deutschland bis zum Jahr 2050 geplant), wird der Einsatz von Elektrofahrzeugen sogar nahezu klimaneutral sein.

Elektromobilität spielt jedoch nicht nur eine große Rolle im Klimaschutz und sorgt für eine geringere Abhängigkeit von fossilen Energieträgern, welche nach und nach vom Markt verschwinden sollen, sondern sorgt auch für diverse Innovationen und damit für ein breiteres Produktportfolio am Markt, was die Erschließung neuer Zielgruppen ermöglicht. Damit ist das Thema nicht nur politisch, sondern auch für die Automobil- und deren Zulieferindustrie von hoher Relevanz. Entsprechend gibt es beispielsweise in Deutschland umfangreiche Maßnahmenpakete der Bundesregierung zur Förderung der Elektromobilität, welche aufzeigen, dass sich die Lösungen langfristig am Markt etablieren sollen und auch werden.

Die deutsche Bundesregierung unterstützt Unternehmen, die im Bereich E-Mobilität aktiv sind, insbesondere durch Investitionen zur Unterstützung der kosten- und zeitaufwendigen Forschung und Entwicklung, durch Kaufprämien auf Elektrofahrzeuge und durch einen Ausbau der Infrastruktur für die benötigten Ladesäulen. So hat die Bundesregierung beispielsweise seit dem Jahr 2009 mehr als 3 Mrd. Euro für die Förderung der Forschung und Entwicklung im Bereich Elektromobilität ausgegeben. Zusätzlich soll die Anzahl an Ladestationen von aktuell über 40.000 bis zum Jahr 2030 deutlich anwachsen. Geplant sind 1 Million öffentlich zugängliche Ladepunkte für E-Autos in den nächsten zehn Jahren sicherzustellen. Hierfür hat die Bundesregierung im vergangenen Jahr weitere 300.000 Euro investiert. Auch die Kaufprämie für Elektroautos wurde Ende des Jahres 2019 erhöht und bis zum Ende des Jahres 2025 verlängert. Zusätzlich ist nun auch eine Förderung von jungen Gebrauchtwagen möglich. Dass durch die starken Bemühungen, das Thema Elektromobilität deutlich an Akzeptanz gewinnt und die Kaufprämie wichtige Anreize schafft, sieht man daran, dass sich im vergangenen Jahr die Anzahl an beantragten Prämien für einen E-Auto-Kauf mehr als verdreifacht haben.

Während im Jahr 2019 knapp über 70.000 Menschen in Deutschland eine Kaufprämie beantragt haben, war es im vergangenen Jahr mehr als 250.000 Personen. Dass die Nachfrage immer mehr zunimmt, zeigt dabei auch die Tatsache, dass zum Jahresende neue Rekorde erzielt wurden und allein im Dezember 2020 über 50.000 Anträge auf die Prämie eingegangen sind. Dies deckt sich ebenfalls mit den Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts, demzufolge im Jahr 2020 knapp 200.000 rein batterieelektrische Fahrzeuge in Deutschland neu zugelassen wurden. In Kombination mit anderen alternativen Antrieben (z.B. Plug-in-Hybrid) waren es sogar etwa 400.000 Neuzulassungen.

Insgesamt gibt es also deutliche Anzeichen dafür, dass der Bereich Elektromobilität in den nächsten Jahren viele Potenziale bietet:

  • Aufgrund der Ziele des Pariser Abkommens ist es nötig, die Emissionen im Straßenverkehr deutlich zu reduzieren und herkömmliche Antriebe sind hierfür nicht geeignet.
  • Die hohen Investitionen der Regierungen zeigen, dass diese von den Lösungen überzeugt sind und werden unterstützen so gut es geht, um zu gewährleisten, dass sich die Investitionen langfristig bezahlt machen.
  • Die Kaufprämie für Elektroautos wurde in Deutschland nicht nur deutlich verlängert, sondern auch erhöht. Dies schafft langfristige Kaufanreize und ermöglicht einen langfristigen Aufbau von Akzeptanz. Wie zu sehen ist, steigt diese stetig und im letzten Jahr auch steil an, was große Potenziale für die Zukunft vermuten lässt, wenn die Forschung und der Ausbau der Infrastruktur noch weiter vorangeschritten sind.

Am Beispiel Deutschland sieht man gut, wieviel Vertrauen die Regierungen in das Thema Elektromobilität haben. Sicherlich gibt es diesbezüglich Unterschiede je Land, trotzdem sieht man auch an der Vielzahl unterschiedlicher Unternehmen aus verschiedenen Ländern, dass das Thema weltweit Relevanz hat. Denn das Problem der hohen Emissionen im Straßenverkehr ist natürlich kein rein deutsches Problem und Elektrofahrzeuge bieten hierfür weltweit eine spannende und zunehmend umweltfreundliche Lösung. Drei Unternehmen, die von diesem Trend aus meiner Sicht stark profitieren können, stelle ich nachfolgend ausführlicher vor. Selbstverständlich findet man alle drei Unternehmen auch in der genannten Watchlist in unserem TraderFox Trading-Desk in der Rubrik „Im Rampenlicht“:

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Varta AG: Innovationsführer für Mikrobatterien mit über 130 Jahren Erfahrung


Der Batteriekonzern mit Hauptsitz in Baden-Württemberg dürfte insbesondere in Deutschland den meisten Anlegern zumindest namentlich ein Begriff sein. Seit der Gründung im Jahr 1887 hat das Unternehmen ein breites Produktportfolio im Bereich Energielösungen aufgebaut und beschäftigt inzwischen etwa 4.800 Mitarbeiter in insgesamt 75 Ländern auf drei verschiedenen Kontinenten (Europa, Asien, USA). Die fünf Produktionsstätten von Varta befinden sich dabei in Europa und Asien.

Im Sortiment der Varta AG befinden sich neben Haushaltsbatterien, Akkus und Powerbanks auch Lithium-Ionen-Zellen sowie Haus- und Industriespeicheranlagen. Entsprechend ist es das dauerhafte Ziel des Unternehmens ein führender globaler Batterielieferant für erneuerbare Energien zu sein. Als bereits heute anerkannter weltweiter Innovationsführer im Bereich Lithium-Ionen-Technologien und Mikrobatterien, ist der Batteriekonzern auf einem guten Weg, dieses Ziel langfristig zu erreichen.

Als international führender Hersteller von Mikrobatterien verfügt das Unternehmen über zahlreiche große und weltbekannte Kunden wie Apple, Samsung oder Bose. Zusätzlich werden die Mikrobatterien bereits seit längerer Zeit auch im Automobil-Sektor genutzt, was dazu geführt hat, dass Varta in diesem Jahr von Porsche den ersten großen Auftrag für Batteriezellen für Elektroautos erhalten hat. Die Fahrzeuge von Porsche sollen dabei mit Hochleistungs-Batterien ausgestattet werden, die innerhalb von sechs Minuten vollständig geladen werden können und auch bei sehr niedrigen Temperaturen eine hohe Leistung erbringen. Neben diesen Hochleistungsrundzellen hat Varta jedoch auch bereits bekannt gegeben, dass auch größere Lithium-Rundzellen für Elektro-Fahrzeuge auf den Markt gebracht werden sollen.

Ein Grund für das Vertrauen von Porsche und anderen Neukunden ist neben der langjährigen Erfahrung auch das extrem erfolgreiche vergangene Geschäftsjahr des Unternehmens. So konnte Varta den Umsatz im vergangenen Jahr um ca. 140 % auf ca. 870 Mio. Euro steigern. Deshalb ist es wenig verwunderlich, dass sowohl die Bereiche Mikrobatterien als auch Haushaltsbatterien im vergangenen Jahr stark gewachsen sind. Aufgrund der starken Ergebnisse hat sich das Unternehmen außerdem dazu entschieden, in diesem Jahr das erste Mal seit über 10 Jahren wieder eine Dividende (1,6 %) auszuschütten, um die Aktionäre somit am Erfolg des Unternehmens teilhaben zu lassen.

Nach dem erfolgreichen Jahr 2020 erwartete die Varta AG bereits Ende des vergangenen Jahres, dass sich dieser Trend für das aktuelle Geschäftsjahr fortsetzt. Als Gründe hierfür wurden vor allem das weitere Wachstum der Kernmärkte, die starke Positionierung des Unternehmens in diesen Märkten sowie der Ausbau der Produktionskapazitäten für Lithium-Ionen-Zellen genannt. Für letzteres hat das Unternehmen im vergangenen Jahr Fördermittel in Höhe von etwa 300.000 Euro im Rahmen eines europaweiten Förderprojekts erhalten. Entsprechend hat das Unternehmen eine Umsatzerwartung von 940 Mio. Euro für das Jahr 2021 ausgegeben, was einer weiteren Umsatzsteigerung von weiteren 8 % im Vergleich zum sehr starken Vorjahr entsprechen würde. Nach einem Umsatzwachstum von 2,9 % für Q1/2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erscheint dieses Ziel weiterhin als realistisch, insbesondere da der Batteriekonzern bereits zu Beginn des Jahres erwartet hatte, dass ein Großteil des Unternehmens im zweiten Halbjahr erzielt werden.

Die Expertenschätzungen für die Varta AG sind sogar noch leicht optimistischer als die Erwartungen des Unternehmens selbst. Diese rechnen für das laufende Geschäftsjahr mit einem zweistelligen Umsatzwachstum von etwa 10,9 %, was einem erwarteten Umsatz von 965 Mio. Euro entspricht. Bis zum Jahr 2024 soll sich der Umsatz im Vergleich zum Jahr 2020 auf 1,67 Mrd. nochmals nahezu verdoppeln.

Nachdem der Gewinn des Unternehmens im vergangenen Jahr nicht so stark wie der Umsatz, aber trotzdem um starke 84 % gewachsen ist, wird erwartet, dass sich dieser im aktuellen Jahr um etwa 38 % erhöht. Das würde bedeuten, dass sich die Earnings per Share von aktuell 2,36 Euro auf 3,25 Euro erhöhen. Bis zum Jahr 2024 wird prognostiziert, dass sich diese um weitere etwa 175 % im Vergleich zum vergangenen Jahr auf 6,51 Euro steigern. Aufgrund der guten Positionen in verschiedenen Wachstumsmärkten sowie des großen Potenzials im Bereich Elektromobilität, in welchem das Unternehmen mit Porsche den ersten großen und namenhaften Kunden gewinnen konnte, erscheinen diese Prognosen als realistisch.

Trotz der positiven Entwicklung in den letzten Jahren sollten zwei Kennzahlen des Unternehmens bei der Investitionsentscheidung berücksichtigt werden. Zum einen sind KGV (63,9) und KUV (7,0) der Varta AG aktuell noch verhältnismäßig hoch, andererseits ist der Verschuldungsgrad im letzten Jahr von etwa 65 % auf nun 132 % stark angestiegen. Bezüglich KGV und KUV zeigen die Trends allerdings in die richtige Richtung. Beide Werte konnten in den vergangenen Jahren deutlich gesenkt werden. Noch im Jahr 2019 betrug das KGV 117,9 und das KUV 16,8 und im Jahr 2017 lag das KGV sogar noch bei 358,9 und das KUV bei 23,8. Aufgrund der starken Umsatz- und Gewinnentwicklung wird darüber hinaus erwartet, dass sich beide Werte in den nächsten Jahren noch weiter gesenkt werden können und sich bis zum Jahr 2023 auf 30,9 (KGV) bzw. 4,6 (KUV) reduzieren. Der Verschuldungsgrad ist im Gegensatz dazu im vergangenen Jahr deutlich gestiegen und sollte beobachtet werden. Zuvor lag dieser mehrere Jahre im zweistelligen Bereich, weshalb Investoren, die Wert auf den Verschuldungsgrad legen, abwarten sollten, ob es dem Unternehmen mit einem weiteren Gewinnwachstum schafft, diesen zeitnah wieder zu senken.

Trotz der Erhöhung des Verschuldungsgrads im vergangenen Jahr sollte berücksichtigt werden, dass dieser mit über 130 % zwar deutlich erhöht, jedoch nicht besorgniserregend ist. Da alle anderen Kennzahlen einen eindeutig positiven Trend aufzeigen und das Unternehmen mit seiner langen Erfahrung im Batteriesektor bestmöglich für die Anforderungen im Wachstumsmarkt „Elektromobilität“ gerüstet ist, ist die Varta AG ein sehr spannendes Unternehmen für Investoren, die von diesem Trend profitieren möchten.

 


Littelfuse Inc.: Hersteller von innovativen und effizienten Lösungen für Ladestationen von Elektrofahrzeugen


Das am NASDAQ gelistete Unternehmen mit Hauptsitz in Illinois, USA, hat sich seit der Gründung im Jahr 1927 einen Namen als Spezialist für Elektronikkomponenten gemacht. Inzwischen beschäftigt Littelfuse etwa 12.000 Mitarbeiter in über 50 Standorten und mehr als 20 Laboren weltweit. Kunden des Unternehmens sind vor allem Industrie-, Transport- und Elektronikendmärkte, wobei Littelfuse mittlerweile insgesamt über 100.000 Endkunden beliefert. Zum Sortiment des Unternehmens zählen neben kleineren Komponenten wie Sicherungen und Batterieschützer auch komplexe Lösungen wie Automobilsensoren, Geräte zum Batterie-Management sowie Elektromagnete und Relais.

Littelfuse ist überzeugt davon, dass Elektromobilität die Zukunft des Fahrens ist. Als eines der weltweit führenden Unternehmen in den Bereichen Stromkreisschutz, Leistungssteuerung und Sensorik sowie als wichtiger Maßstab für den Industriestandard für KFZ-Sicherungen ist Littelfuse geradezu prädestiniert auch den Bereich Elektromobilität maßgeblich mitzugestalten. Bereits heute leisten die Produkte des Unternehmens einen wichtigen Beitrag zur Verlängerung der Lebensdauer sowie zur Verbesserung der Leistung von Ladegeräten für Elektrofahrzeuge. Der Ausbau der Infrastruktur der Ladegeräte in den kommenden Jahren wird somit voraussichtlich einen direkten positiven Einfluss auf die Nachfrage der Produkte haben.

Das Unternehmen liefert für Ladestationen für Elektrofahrzeuge quasi ein Komplett-Paket an notwendigen Komponenten. So lässt sich das Sortiment von Littelfuse allein in 29 verschiedene Produkt-Kategorien für den Bereich „Laden von Elektrofahrzeugen“ unterteilen und für jede Kategorie finden sich je nach individueller Gegebenheit unterschiedliche Lösungen. Da der Elektronikkomponenten-Hersteller bereits langjährige Erfahrung im Automobil-Bereich hat, finden sich hier auch einige Produkte, die speziell auf die Standards und Besonderheiten im Automobilsektor abgestimmt sind (bspw. spezielle Automobil-Dioden, welche gewährleisten, dass der Strom nur in eine Richtung fließen kann).

Aufgrund des umfangreichen Produkt-Portfolios hat Littelfuse einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung einer der fortschrittlichsten Systeme für Ladestationen für Elektrofahrzeuge geleistet. Dabei bietet das Unternehmen eine Vielzahl an hochwertigen, notwendigen Produkten sowohl für Wechselstrom-Ladesysteme als auch für Gleichstrom-Ladestationen. Erste werden dabei vor allem für das Laden von Bordladegeräten verwendet. Entsprechend sollen diese möglichst klein und leicht sein, wofür der Spezialist entsprechende Lösungen liefert. Die Gleichstrom-Ladestationen werden hingegen zum Laden der Batterien der Elektrofahrzeuge genutzt und müssen entsprechend leistungsfähiger sein. So ist es das Ziel des Unternehmens mit seinen Lösungen zu gewährleisten, dass jede Batterie in maximal 30 Minuten vollständig geladen werden kann. Zusätzlich bietet Littelfuse die benötigten Komponenten für kabellose Ladestationen, bei denen das E-Fahrzeug geladen wird, sobald es nah genug an der unterirdischen Ladespule steht.

Anhand des umfangreichen Sortiments von Komponenten, welche für Ladestationen von Elektrofahrzeugen benötigt werden und welche für alle aktuell verwendeten Arten des Ladens eine sichere und effiziente Lösung bieten, ist ersichtlich, dass das Unternehmen stark von einem zukünftig stärkeren Fokus auf Elektromobilität profitieren würde. Dass das Unternehmen stetig auf der Suche nach neuen Innovationen in diesem Bereich ist, ist dabei beispielsweise auch an dem im Juli bekannt gegebenen Joint Venture mit dem österreichischen Autoteilehersteller Hirtenberger Automotive Safety erkennbar. So wollen die beiden Unternehmen gemeinsam Pyro-Separatoren für den Bereich E-Mobilität produzieren und vertreiben und somit weiter von diesem Trend profitieren.

Trotz der guten und zukunftsfähigen Marktposition des Unternehmens war der Umsatz zuletzt leicht rückläufig. Dieser betrug im Jahr 2020 1,45 Mrd. USD und lag damit ca. 3 % unter dem Vorjahres-Umsatz. Trotzdem erzielte Littelfuse damit seit dem Jahr 2016 durchgehend mindestens 1 Mrd. USD Umsatz pro Jahr, was ein Umsatzwachstum in den letzten fünf Jahren von durchschnittlich 10,8 % pro Jahr zur Folge hat. Und auch in den letzten drei Jahren stieg der Umsatz des Unternehmens trotz des leichten Rückgangs im letzten Jahr im Durchschnitt um 5,8 % p.a.

Für das laufende Jahr rechnen Experten wieder mit einem Anstieg des Umsatzes um etwa 28 % auf dann 1,86 Mrd. USD. Dies entspräche einem neuen Rekordumsatz, welcher in den nächsten Jahren aber noch weiterwachsen soll. So wird prognostiziert, dass dieser im Jahr 2023 bei 1,96 Mrd. USD und damit etwa 35 % höher als im Jahr 2020 liegen soll. Die Schätzung von 1,86 Mrd. USD für das aktuelle Jahr erscheint dabei aufgrund der bisherigen Ergebnisse als sehr realistisch. In Q1/2021 konnte das Unternehmen einen Umsatz von 464 Mio. USD erzielen, was fast exakt 25 % des prognostizierten Jahresumsatzes entspricht. In Q2/2021 konnte die Experten-Prognose von 472 Mio. USD sogar deutlich überboten werden, so dass Littelfuse mit einem Quartalsumsatz von 523 Mio. USD nach einem halben Jahr bereits 53 % des erwarteten Jahres-Umsatzes erzielt ist und damit auf dem besten Weg ist, einen neuen Rekordumsatz zu erzielen und die sowieso schon optimistische Prognose noch zu überbieten.

Analog zum Umsatz war auch der Gewinn des Unternehmens im vergangenen Jahr leicht rückläufig und die Earnings per Share sanken um ca. 5,5 % von 5,6 USD auf 5,29 USD. Durch stetige Gewinne in den Vorjahren konnte jedoch auch hier in den letzten fünf Jahren ein durchschnittliches EPS-Wachstum von etwa 7,9 % pro Jahr erzielt werden. Für das aktuelle Geschäftsjahr wird ein Anstieg des Gewinns um starke 73 % im Vergleich zum Vorjahr erwartet, was EPS von 9,17 USD entsprechend würde. Bis zum Jahr 2023 sollen diese dann konstant auf 10,69 USD steigen, was mehr als einer Verdopplung im Vergleich zum Jahr 2020 entsprechen würde. Die Gewinnprognose für das laufende Jahr ist mit 73 % zwar sehr optimistisch, jedoch aufgrund der letzten Ergebnisse auch sehr realistisch. Die EPS lagen mit 3,41 USD in Q2/2021 deutlich über den Erwartungen von 2,23 USD. Dies bedeutet, dass die EPS allein in Q2/2021 bereits 64,5 % der EPS aus dem gesamten Vorjahr entsprechen und somit ein Rekordgewinn-Jahr extrem wahrscheinlich ist.

Berücksichtigt werden, sollte auch hier, dass KGV (49,9) und KUV (4,5) zwar unter den Werten der Varta AG liegen, jedoch aufgrund der erhöhten Werte, auch hier eine Überbewertung des Unternehmens möglich ist. Bis zum Jahr 2023 wird allerdings auch hier aufgrund der allgemein positiv erwarteten Unternehmensentwicklung, von einer deutlichen Besserung ausgegangen, so dass das KGV auf 24,2 und das KUV auf 3,2 sinken soll. Betrachtet man zusätzlich die PEG-Ratio von Littelfuse, bei welcher KGV und Gewinnwachstum ins Verhältnis gesetzt werden, erhält man aufgrund des aktuell starken Gewinnwachstums, eine Ration von 0,68. Ab einem Wert von kleiner 1 spricht man von einem unterbewerteten Unternehmen, wobei heutzutage bereits Werte von unter 1,5 als selten und positiv gelten. Entsprechend zeigt die PEG-Ratio auf, dass das Unternehmen trotz des noch hohen KGV auch viel Potenzial für ein Investment bieten könnte.

Auch der Verschuldungsgrad ist mit aktuell ca. 71 % zwar nicht beeindruckend niedrig, aber auch weit von einer Red Flag entfernt. Im Vergleich zum Vorjahr blieb dieser in etwa gleich und konnte in den letzten fünf Jahren von 83 % auf den aktuellen Wert gesenkt werden. Gleichzeitig übersteigt der Cashbestand von 688 Mio. USD deutlich die kurzfristigen Schulden von 276 Mio. USD und es konnte in den vergangenen fünf Jahren in jedem einzelnen Jahr der Cashbestand erhöht werden. Somit ist weder kurz- noch mittelfristig aktuell mit einer Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens zu rechnen.

Mit seinen hochwertigen, effizienten und sicheren Elektronikkomponenten ist Littelfuse ein Unternehmen, welches stark vom Trend Elektromobilität profitieren kann. Der Spezialist bietet die nötigen Komponenten für alle aktuell üblichen Arten von Ladestationen für Elektrofahrzeuge und gehört auf den hierfür relevanten Gebieten zu den weltweit führenden Unternehmen. Sowohl die aktuellen Kennzahlen als auch die zukünftigen Prognosen zeigen darüber hinaus, dass sich langjährige Erfahrung und Expertise auch in den Zahlen bemerkbar macht und das Unternehmen gut positioniert ist, um langfristig vom Trend E-Mobilität profitieren zu können.

Methode Electronics Inc.: Elektronikspezialist mit hochwertigen Lösungen für E-Fahrzeuge


Methode Electronics mit Hauptsitz in Illinois, USA, wurde im Jahr 1946 gegründet und ist ein Entwickler von kunden- und anwenderspezifischen Produkten aus dem Bereich Elektronik. Das Unternehmen beschäftigt aktuell über 6.100 Mitarbeiter an Produktions-, Design- und Testeinrichtungen in insgesamt 15 Ländern weltweit (bspw. Kanada, China, Ägypten, Deutschland). Zum Produktsortiment von Methode Electronics gehören Geräte mit elektrischen, funkferngesteuerten sowie elektronischen LED-Beleuchtungs- und Sensortechnologien. Diese werden in vier Segmente unterteilt: Automobil, Industrie, Schnittstellen und Medizin. Entsprechend sind die Kunden des Unternehmens Endmärkte aus den verschiedensten Bereichen (u.a. Luft- und Raumfahrt, Bauwesen, Medizin sowie Verbraucher- und Nutzfahrzeuge).

Im Segment Automobil hat sich Methode Electronics als Hersteller und Lieferant von Produkten für führende Automobilhersteller etabliert. Zu diesen Produkten zählen unter anderem Beleuchtungssysteme, Komponenten für das Fahrwerk, Sensoren sowie Elektrifizierungstechnologien. Für den Bereich Elektromobilität ist hier insbesondere die letzte Produktgruppe interessant. So bietet das Unternehmen Lösungen zur Stromversorgung für Elektrofahrzeuge, Stromschienen zur Verbesserung der Leistung von Batteriezellen, Batterietrenneinheiten sowie Steckverbindungen und -kontakte.

Ein weiterer Fokus des Unternehmens liegt auf den Ladeanschlüssen für Elektrofahrzeuge, für welche Methode Electronics eine Vielzahl an Komponenten und Lösungen bereitstellt. Beispielsweise stellt das Unternehmen versiegelte Schalter her, welche das Laden verzögern bzw. automatisch stoppen können, wodurch die Sicherheit des Ladevorgangs erhöht wird. Darüber hinaus zählen zum Produktsortiment für Ladeanschlüsse u.a. mechatronische Systeme zum Öffnen und Schließen der Anschlüsse, Beleuchtungen für Benutzer, welche bspw. den Ladezustand anzeigen können sowie beleuchtete Logos oder andere Branding- bzw. Styling-Lösungen. Da also eine große Anzahl an Komponenten, welche durch Methode Electronics bereitgestellt werden, in Elektrofahrzeugen verbaut werden können, würde das Unternehmen direkt von einer erhöhten Nachfrage nach diesen profitieren.

 

Die fundamentalen Kennzahlen des Unternehmens lassen einen langfristig positiven Trend erkennen. Der Umsatz lag im vergangenen Jahr das zweite Mal in Folge über 1 Mrd. USD und stieg um 2 % auf 1,02 Mrd. USD an. Damit ist der Umsatz seit dem Jahr 2010 mit nur einer Ausnahme (von 2015 auf 2016) in jedem einzelnen Jahr angestiegen, was für ein gesundes Wachstum des Unternehmens spricht. In diesem Zeitraum (2010 bis 2020) stiegt der Umsatz insgesamt um 173 % an. Aufgrund des langfristig positiven Trends wird von den Experten erwartet, dass sich diese Entwicklung auch in den kommenden Jahren fortsetzt. Für dieses Jahr wird eine Umsatzsteigerung um knapp 5 % auf 1,07 Mrd. USD erwartet. Bis zum Jahr 2023 wird prognostiziert, dass dieser auf 1,34 Mrd. USD ansteigt, was einem Wachstum von 31 % im Vergleich zum Jahr 2020 entspricht.

Trotz des nur geringen Umsatzwachstums von 2 % im vergangenen Jahr stieg der Gewinn gleichzeitig um starke 34 %. Damit erzielte Methode Electronics seit dem Jahr 1980 mit einer Ausnahme (Jahr 2009) in jedem Jahr Gewinne. Aktuell belaufen sich die Earnings per Share damit auf 3,26 USD. Aufgrund des starken Gewinnwachstums im Vergleich zum Umsatzwachstum wird für das laufende Jahr ein Gewinnrückgang auf 3 USD erwartet. Anschließend soll dieser bis zum Jahr 2023 jedoch wieder konstant auf 3,98 USD wachsen. Dies entspricht einer Steigerung um 22 % im Vergleich zum Jahr 2020 bzw. um 33 % im Vergleich zum Jahr 2021.

Von den hier aufgeführten drei Unternehmen hat Methode Electronics mit Abstand das beste KGV (14,5) und KUV (1,7). Damit erscheint das Unternehmen bereits heute sehr fair bewertet, was sich laut Experten auch in den nächsten Jahren nicht ändern soll. Bis zum Jahr 2023 sollen die Werte sogar noch besser werden und auf 11,9 (KGV) und 1,3 (KUV) sinken.

Auch für Methode Electronics sind in den nächsten Jahren keinerlei Zahlungsschwierigkeiten zu erwarten. Im letzten Jahr ist der Verschuldungsgrad von 78,5 % auf 75 % leicht gesunken und damit weiterhin nicht gefährlich hoch. Auch übersteigt der Cashbestand die kurzfristigen Schulden, was ein weiteres positives Zeichen ist.

Methode Electronics weist damit sehr gute fundamentale Zahlen auf mit einem niedrigen KGV, einem hohen Cashbestand sowie konstanten und langfristigen Umsatz- und Gewinnsteigerungen. Als bereits langfristiger Lieferant von führenden Automobilherstellern ist das Unternehmen damit bestens gerüstet und positioniert, um von einer langfristig steigenden Nachfrage nach Komponenten für Elektrofahrzeuge zu profitieren und ist für Investoren, die von diesem Trend profitieren wollen, eine spannende Option.

Fazit

Der Bereich Elektromobilität bietet in den kommenden Jahren große Potenziale. Dies sieht man am rasanten Wachstum der Anzahl an Neuzulassungen, an den hohen Investitionen durch die Regierungen und den langfristigen Kaufprämien sowie der Möglichkeit mit Elektrofahrzeugen, die Emissionen langfristig senken zu können. Varta ist interessant, aber nicht unser Favorit. Im Tenbagger-Depot setzen wir auf eine Batterie-Aktie, der wir deutlich höheres Potenzial zutrauen.

Viele Grüße

Daniel Dünn