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Anleger aufgepasst: Wichtige Kaufsignale versprechen bei Aktien Gewinne auf Sicht von 3 und 12 Monaten

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Ein toxisches Gemisch aus Putin-Kriegsgelüsten, rasant steigender Inflation und damit einhergehendem Zinserhöhungsdruck setzte den Weltbörsen in den vergangenen Monaten zu. Doch jüngst stellten sich zur Überraschung vieler Marktteilnehmer an den Aktienmärkten wieder Besserungstendenzen ein. Und für den Fall einer sich wiederholenden Geschichte wird der Überraschungseffekt vielleicht sogar noch größer. Denn es haben sich Kaufsignale eingestellt, die in der Vergangenheit zu überzeugen wussten. So gibt der BofA Bull & Bear Indicator neuerdings für die nächsten drei Monate grünes Licht für Aktienkäufe auf globaler Basis. Nach seltenen Gewinnserien bei S&P 500 und Nasdaq 100 verspricht zudem die Historie bei US-Aktien auf Sicht eines Jahres klare Gewinne. TraderFox berichtet.

Nach zuvor schwierigen Wochen und Monaten präsentierten sich die Weltbörsen jüngst deutlich erholt. Das ändert aber nichts daran, dass die bisherige Jahresbilanz weiter schwach ausfällt. So gingen sowohl der DAX, als auch der Euro STOXX 50 Index als auch der Nasdaq 100 Index am Freitag mit Verlusten von rund 10% gemessen am Stand zum Ende des Vorjahres in das Wochenende.

Verantwortlich für das derzeit noch dürftige Abschneiden sind vor allem zwei Aspekte: zum einen belastet der von Putin geführte Krieg in der Ukraine, zum anderen geht Kursdruck von den hohen Inflationsraten aus. Wobei letzteres nicht nur die Kaufkraft der Konsumenten schwächt, sondern auch noch die Notenbanken zu Leitzinserhöhungen zwingt.

Wie sehr sich die Lage an der Zinsfront zuletzt bereits verändert hat, zeigt ein Blick auf den US-Rentenmarkt. Denn dort werfen die zehnjährigen US-Staatsanleihen zum Redaktionsschluss mit 2,492 % eine so hohe Rendite ab wie seit fast 3 Jahren nicht mehr. Zum Vergleich: Im Tief waren es im März 2020 lediglich 0,49%.

Zu beachten ist dabei, dass die Zahl jener Experten steigt, die sich mittelfristig auch Renditen bei den zehnjährigen US-Staatsanleihen im Bereich von 4 % - 5 % vorstellen können. Prognosen dieser Art wiederum nehmen auch deshalb zu, weil der Krieg in der Ukraine die Teuerungsraten zusätzlich stark anheizt. Folglich ist es keine Übertreibungen zu schreiben, dass die Weltbörsen in einer Art Zwickmühle stecken.

Der BofA Bull & Bear Indicator gibt grünes Licht für Aktienkäufe


Umso erfreulicher ist es, dass die Kurse zuletzt eine nennenswerte Erholungsbewegung starten konnten. Und das positive dabei: Trotz der skizzierten Herausforderungen haben sich jüngst bedeutsame Kaufsignale eingestellt, die auf weitere Anschlussgewinne hoffen lassen.

Der erste Hoffnungsschimmer, auf den wir anspielen hat einen Prognosehorizont von drei Monaten. Es handelt sich dabei um den so genannten BofA Bull & Bear Indicator. Wie es in einer Publikation der Bank of America vom vergangenen Freitag heißt, hat dieser gerade ein konträres Kaufsignal generiert, da der BofA Bull & Bear Indicator von 2,3 auf 2,0 gefallen ist.

Der BofA Bull & Bear Indicator sendet neuerdings Kaufsignale


Dazu muss man folgendes wissen: Der BofA Bull & Bear Indicator ist das Flaggschiff-Handelsmodell der Bank of America. Es handelt sich um ein proprietäres vermögensübergreifendes Barometer, das Fondsströme, Positionsdaten und Markttechniken nutzt, um die Anlegerstimmung zu quantifizieren. Der Indikator ist maximal bullish, wenn er 10 erreicht, und maximal bearish, wenn er 0 erreicht.

Die Handelsvorgaben lauten, Risikoanlagen zu verkaufen, wenn der Bull & Bear-Indikator den Schwellenwert von 8,0 überschreitet. Dagegen sollen Risikoaktiva gekauft werden, wenn der Bull & Bear-Indikator unter den Schwellenwert für "Angst" von 2,0 fällt.

Dieses Niveau hat der Indikator zuletzt wie bereits geschrieben erreicht, wobei zu dem entscheidenden Rückschlag zuletzt die schlechte Stimmung bei den Anlegern, ein deutlicher Anstieg der Barmittel in den Portfolios der von der Bank of America monatlich befragten Fondsmanager sowie ein jüngst zu beobachtender Anstieg der Abflüsse aus Aktien und hochverzinslichen Kreditpapieren beitrugen.

Aktuell blinkt der Indikator zum ersten Mal seit dem Ausbruch der Pandemie im März 2020 wieder grün. Und in der Vergangenheit versprach das Auftreten dieses Phänomens zumindest für die kommenden Wochen steigende Kurse bei den Aktien auf globaler Basis.

Bank of America-Stratege Michael Hartnett kommentiert das Ganze wie folgt: "Seit 2013 gab es acht konträre Kaufsignale. Eine RückberechNung zeigt dabei, dass globale Aktien in den 12 Wochen nach den Kaufsignalen im Schnitt um 8 % gestiegen sind und sich besser entwickelt haben als Anleihen mit Investmentgrad.“

Zwar gibt es wie immer keine Garantie dafür, dass sich historische Kursmuster wiederholen, die Bullen unter den Börsianern hätten aber sicherlich nichts dagegen einzuwenden, wenn die Rechnungen rund um den Bull & Bear-Indikator auch dieses Mal wieder aufgehen würden.

Nach einer seltenen Gewinnserie bei S&P 500 und Nasdaq 100 verspricht die Historie bei US-Aktien auf Sicht eines Jahres klare Gewinne


Positiv ist es in diesem Zusammenhang, dass sich auch am US-Aktienmarkt und somit der Weltleitbörse jüngst überzeugende Kaufsignale eingestellt haben. Zu tun haben diese mit der Tatsache, dass es sowohl beim Nasdaq 100 Index als auch beim S&P 500 Index vier Handelstage in Folge aufgetreten sind, an denen es jeweils zu Kursgewinnen von mehr als 1 % reichte.

Mit Blick auf den Nasdaq 100 Index haben sich die Charttechniker bei Julius Bär näher angesehen, was bei in der Vergangenheit vergleichbaren Konstellationen daraufhin anschließend passiert ist. Dem Ergebnis zufolge sind die Renditen sehr beeindruckend ausgefallen. Denn wie es heißt, gab es 12 Monate später nur in 2 von 23 Fällen eine negative Performance. Im Schnitt reichte es aber auf Sicht von einem Jahr zu starken Gewinnen von 28,7%.

Die weitere Entwicklung des Nasdaq 100 Index nach vier aufeinanderfolgenden Handelstagen mit Kursgewinnen von jeweils mehr als 1 %


Quellen: Bloomberg Finance L.P., Julius Baer

Vergleichbare Berechnungen zum S&P 500 Index hat Ned Davis Research angestellt. Nach den Berechnungen dieses US-Finanzdienstleisters waren vier Handelstage mit Kursgewinnen von jeweils mehr als 1% in den vergangenen 85 Jahren bisher nur viermal zu beobachten.

Und der Mutmacher besteht auch hier darin, dass in diesen Fällen der S&P 500 Index 6 Monate später im Durchschnitt um 17,0 % zugelegt hat und nach 12 Monaten betrug der Zuwachs im Median sogar 27,5 %. Wir hätten ehrlich gesagt nichts dagegen, wenn sich die Geschichte wiederholt und der S&P 500 Index auch beim 5. Mal nach vier Handelstagen in Folge mit Kursgewinnen von um mehr als 1 % seit dem Zweiten Weltkrieg erneut markant zulegen kann.

Die Entwicklung des S&P 500 Index nach vier aufeinanderfolgenden Kurszuwächsen von mindestens 1 %


Quelle: Ned Davis Research