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Chartanalyse Nike: Sondereffekt kaschiert Krise

Chartanalysen Patrik Uhlschmied 21 Leser

Nike (ISIN: US6541061031) präsentierte am 30. Juni die Zahlen zum vierten Quartal. Der Umsatz sank im Jahresvergleich um 1% auf 11.0 Mrd. USD, belastet von Einbrüchen in China (-12%) und im Digitalgeschäft. Der Gewinn pro Aktie (EPS) explodierte hingegen auf 0.72 USD (Vorjahr: 0.14 USD). Dieser Gewinnsprung resultiert primär aus einer erwarteten US-Zolllerstattung (IEEPA) über 986 Mio. USD, die auch die Bruttomarge auf starke 49.2% hievte. Ohne diesen Einmaleffekt bliebe das Bild düster. Der operative Cashflow lag bei mageren 430 Mio. USD. Der Ausblick des Managements bleibt vorsichtig: Für die nächsten sechs Monate wird mit keiner spürbaren Erholung des volatilen Marktumfelds gerechnet.

Aus charttechnischer Sicht klammert sich Nike an einen gnadenlosen Bärenmarkt. Mit dem Rutsch unter die psychologische Barriere von 50 USD beschleunigt sich der beispiellose Absturz: Gemessen am Allzeithoch kollabierte der Börsenwert des Branchenprimus bereits um über 75%. Ein verlässlicher Auffangbereich könnte der Bereich zwischen 35 USD und 40 USD ausmachen. Beim jüngsten Dip in dieses Territorium griff ich zu, um mein persönliches Investment weiter auszubauen. Das charttechnische Big-Picture bleibt dennoch stark eingetrübt. Ein erstes Aufatmen ist erst spürbar, wenn die Käuferseite das Niveau bei 50 USD dauerhaft zurückgewinnt. Diese Erholung mutiert jedoch erst zu einem echten Turnaround, wenn auch die übergeordnete Trendlinie fällt. Erst dann rücken die Hürden bei 68USD sowie der Bereich von 80 USD und 105 USD in Reichweite.

Bevorzugtes Szenario: Erste langfristige Long-Einstiege.

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Hinweis zur Aufklärung über Eigenpositionen: Der Autor hält Positionen bei folgenden Aktien, die im Artikel erwähnt wurden: Nike.