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Das sagen Finanzblogger zum Thema Bitcoin!

Artikel, Influencer-Lifestyle Philipp Karges 22.308 Leser

Liebe Leser,

an der Börse ist es wichtig, dass wir uns unterschiedliche Meinungen und Gedanken anhören und unsere eigene Meinung zu unterschiedlichen Assets immer wieder hinterfragen. Besonders gilt dieser Grundsatz bei einem polarisierenden Thema wie dem Bitcoin. Nach der gewaltigen Rallye mit anschließendem Kursverfall ist der Bitcoin wieder in aller Munde und polarisiert in der Debatte die Gemüter. Zuletzt kritisierten immer mehr Menschen die Manipulierbarkeit des Kurses durch einzelne Marktteilnehmer und immer mehr Stimmen nach einer stärkeren Regulierung wurden laut. Wir stellten nun unterschiedlichen Finanzbloggern die Fragen: "Hast du Bitcoin in deinem Depot" und "Sollte man in Bitcoin auf Sicht von 5 Jahren oder länger investieren?".

Wir fragten Lars Erichsen, der regelmäßig auf seinem YouTube-Kanal über die Chancen von Bitcoin redet und gleichzeitig auf die Regulierungsrisiken eingeht. Außerdem sprachen wir mit Maxime Rohde, der Bitcoin zwar als Beimischung hält, jedoch diese Position eher als Spekulation sieht. Georg von Cryptory erklärt mit seinem Startup alles rund ums Thema Bitcoin und Blockchain und ist vom Potenzial dessen überzeugt. Mirco hat mit der Website www.bitcoin-2go.de Deutschlands größte Anlaufstelle für alle Menschen geschaffen, die an Kryptowährungen interessiert sind. Auch er sieht ein großes Potenzial in den Kryptowährungen. Über ihre Meinungen zum Bitcoin als langfristige Investition und ihre eigene Vorgehensweise beim Investieren in Bitcoin, könnt ihr in diesem Artikel mehr erfahren.

"Hast du Bitcoin in deinem Depot?" 


Lars Erichsen (Instagram: erichsenlars):

„Persönlich teile ich meine Bitcoin-Investitionen in lang- und kurzfristig auf. Kurzfristig agiere ich nach charttechnischen Aspekten, langfristig bleibe ich einfach investiert. Ursprünglich lag die Gewichtung, in Bezug auf das Anlagevermögen quer durch alle Anlageklassen, bei unter 5 % und ist durch den Preisanstieg von Bitcoin und Ethereum auf rund 15 % gewachsen. Nebenbei bemerkt ist die Gewichtung dadurch jetzt auch höher als in Gold und Silber. Durch die Verkäufe kann unter dem Strich auch kein Verlust mehr entstehen, selbst wenn Kryptowährungen wertlos verfallen sollten - wovon ich allerdings nicht ausgehe.“

 

Maxime Rhode (Instagram: mx.rohde):

„Ich habe tatsächlich im Jahr 2017 das erste Mal Bitcoin gekauft. Ich habe mich zu der Zeit von dem Hype leiten lassen und fand das Thema sehr spannend. Spätestens als meine Oma mich bei einer Fahrradtour nach Kryptowährungen gefragt hat, hätte mir klar sein müssen, dass der Kursanstieg nicht nachhaltig sein kann und wir uns in einem Hype befinden. So kam es dann auch zu einem starken Crash im Kryptomarkt. Seitdem habe ich die Coins aber einfach weiter gehalten. Ich habe dann einen größeren Teil im März 2021 verkauft und halte jetzt nur noch eine ganz kleine Summe Bitcoin und Ethereum (Unter 1 % meines Vermögens).“

 

Georg von Cryptory (Instagram: cryptory_de):

„Als eine der größten deutschen Marken für Aufklärung von digitalen Währungen, haben auch wir natürlich Bitcoin im Portfolio. Der Anteil beträgt um die 70 % an unserem Kryptodepot, das wiederum etwa 70 % unseres Gesamtportfolios ausmacht, das variiert aber je nach Marktzyklus.“

 

Mirco von Bitcoin-2go (Instagram: bitcoin2go.de):

„Als Verfechter von dezentralen Netzwerken und der Idee von einem freien Geld, das nicht von einer Zentralbank herausgegeben und kontrolliert wird, halte ich bereits seit einigen Jahren Bitcoin in meinem Depot. 

Beim Investieren halte ich mich stets an einen Investitionsplan und gewichte die verschiedenen Assets immer wieder neu. Dazu gehört aber nicht nur eine detaillierte Einstiegsstrategie, sondern auch eine Ausstiegsstrategie. Ich setze mir vorab feste Ein- und Ausstiegspunkte und verfolge diese, unabhängig vom Markt-Sentiment.

Dazu sei gesagt, dass ich kein aktiver Trader bin und ausschließlich die “Buy and Hold”-Strategie verfolge. Mein gesamtes Depot besteht aber nicht nur aus Krypto-Assets, sondern beinhaltet auch traditionelle Finanzprodukte.

Aktuell halte ich 70 % meines Gesamt-Depots in Kryptowährungen, 20 % in Cash (USD) und 10 % in Aktien. In meinem Krypto-Depot nimmt Bitcoin 50 %, DeFi und Ethereum-Konkurrenten 30 % und Ethereum 20 % ein.

Diese Gewichtung ist im übrigen durch die starke Outperformance von Bitcoin & Co. zustande gekommen. Ich beschäftige mich beruflich jeden Tag mit Krypto Assets und würde einem Einsteiger diese Verteilung niemals empfehlen. Die Risiken sollte man kennen und keinesfalls unterschätzen.“

 

"Sollte man in Bitcoin auf Sicht von 5 Jahren oder länger investieren?" 


Lars Erichsen:

„Eine allgemeine Anlage-Empfehlung würde ich nicht aussprechen, in keiner Asset-Klasse. Hielte ich es für vernünftig langfristig in Aktien (oder ETFs) zu investieren, weil es sinnvoll ist, um langfristig ein Vermögen aufzubauen? Auf jeden Fall! Aber wem die Schwankungen den Schlaf rauben, der wird vermutlich im nächsten Bärenmarkt oder Crash wieder verkaufen, statt genau dann nachzukaufen. Daher ist auch nicht Bitcoin für jeden etwas, man muss die enorme Volatilität verkraften. Theoretisch, also bei einer modellhaften Vermögensaufstellung, wäre für mich ein Anteil an Krypto-Assets in einer Größenordnung zwischen 2 und 15 %, je nach Risikobereitschaft, aber durchaus sinnvoll. Mir ist schon klar, dass viele diesen Anteil für zu gering halten. Das ist auch in Ordnung, ich habe nichts gegen Spekulationen, solange man sich der Tatsache bewusst ist, dass kein Erfolg sicher oder vorprogrammiert ist, Risiko und Ertrag stehen immer in Relation zueinander, daran wird sich wahrscheinlich nichts ändern.“

 

Maxime Rohde:

„Meiner Meinung nach ist der Krypto Markt generell ein sehr heißes Pflaster. Sehr viele Menschen erhoffen sich den schnellen Reichtum. Ich finde es auch sehr kritisch, dass der Krypto Markt kaum reguliert ist. Wir sehen wie zum Beispiel Elon Musk extremen Einfluss auf den Bitcoin Preis hat durch seine Tweets. Sollte man sich komplett von Bitcoin fernhalten? Nein, ich finde, wenn man sich für das Thema interessiert, kann eine kleine Beimischung nicht schaden. Man sollte aber genau wie beim Thema Aktien seine eigene Recherche machen und nur dann investieren, wenn man das Thema versteht. Also bitte nicht von der Gier oder den Storys leiten lassen, wo Anleger durch Bitcoin zum Millionär geworden sind. Der Krypto Markt ist extrem volatil und meiner Meinung nach eher eine Spekulation und kein Investment.“

 

Georg von Cryptory:

„Absolut, denn rein statistisch ist es so, dass jeder Bitcoin-Halter durch längeres Halten mit höheren Renditen belohnt wurde.

Hier aber muss man unbedingt differenzieren: Investiert man in Bitcoin lediglich, um zu spekulieren? Oder investiert man in Bitcoin, als Hedge, als möglichen Inflationsschutz und einfach, um einen Teil von „The hardest Money of the World“ zu besitzen. Diese Frage muss sich jeder selbst stellen. Fakt ist aber, je länger und intensiver man sich mit der Thematik „Bitcoin“ auseinandersetzt, desto größer wird das Verständnis dafür und desto klarer wird das eigentliche Potential. Aktuell hat Bitcoin in etwa die gleiche Anzahl an Nutzern, wie das Internet im Jahre 1997. Und dennoch hört man leider immer wieder: „Der Zug ist abgefahren“, oder „Hätte ich mich nur damals mal damit befasst“. Leider aber auch oft von Menschen, die sich nicht lang genug damit beschäftigt haben.

Denkt man nur an die Blockchain-Technologie, finden sich sehr viele Parallelen zum Internet in den frühen Tagen. Schaut man sich ein Video aus dem Jahr 1995 zwischen Bill Gates & David Letterman über das Internet an, findet man sehr tolle Vergleiche:

„Man kann Nachrichten online lesen – Haben Sie jemals von Zeitung gehört?“

„Man kann auf seinem Computer eine Sportveranstaltung live hören – Haben Sie jemals von Radio gehört?“

Heute klingt das in etwa so:

„Man kann Transaktionen nachverfolgen – Haben Sie jemals von Kontoauszügen gehört?“

„Man kann Lieferketten nachverfolgen – Haben Sie jemals von GPS gehört?“ Bitcoin bietet viel mehr als reine Spekulation, Blockchain bietet viel mehr als eine Datenbank."



Mirco von Bitcoin-2go:

„Ich rate meinen Lesern und Zuschauern immer wieder dazu, bei Bitcoin eine langfristige Anlagestrategie zu verfolgen. Der Markt und die technologische Entwicklung hinter Bitcoin und anderen öffentlichen Blockchain-Netzwerken ist noch viel zu jung, um das mögliche Potential in seiner Gesamtheit jetzt schon zu erfassen. Die Adoptionskurve und technische Entwicklung ist mit dem Internet im Jahr 1997 zu vergleichen und ist der logische nächste Schritt der Digitalisierung. Die Frage sollte daher sein, was solche vertrauensfreien, dezentralen und zensurresistenten Netzwerke, die echte digitale Werte abbilden können, wert sind. Die Antwort und die damit verbundene Preisfindung ist meiner Meinung nach noch nicht abgeschlossen.

Bitcoin bietet hier das Fundament dieser ökonomischen und digitalen Revolution. BTC hat die Eigenschaften von Gold, das den Ursprung unseren Geldes darstellt, perfektioniert und ins digitale Zeitalter übertragen. Es ist knapp, lässt sich ausschließlich mit hohen Kosten abbauen und kann innerhalb von 10 Minuten um die ganze Welt geschickt werden. Das Zahlungsnetzwerk funktioniert nun seit über 12 Jahren fehlerfrei und bietet vor allem den Menschen, die keinen Zugang zum klassischen Finanzsystem haben oder unter einer schwachen Zentralbankenwährung leiden, einen Ausweg. 

Da sich in der Vergangenheit vor allem digitale Netzwerke wie Facebook durchgesetzt haben, birgt auch das Bitcoin Zahlungsnetzwerk enormes Potential. Dieses Potential wird mittlerweile nicht nur von Unternehmen und institutionellen Investoren erkannt, sondern auch von Ländern wie El Salvador. Bitcoin ist ein knappes digitales Gut und wird die maximale Gesamtmenge von fast 21 Millionen BTC im Jahr 2140 erreichen. Dieser Umstand, der Bitcoin langfristig zu einem deflationären Asset macht, war in der Vergangenheit immer wieder einer der Gründe für die starken Preisausbrüche und das damit steigende Interesse. Auch nach dem letzten Halving im Mai 2020 hat sich dieses Verhalten wiederholt. Dies macht Bitcoin auch als Schutz vor den inflationären Geldsystemen interessant, ist aber zugegebenermaßen in diesem Zustand noch zu volatil, um der Rolle vom digitalen Gold jetzt schon gerecht zu werden.

Es stehen uns also noch spannende Zeiten bei Krypto Assets bevor. Riskant ist dieses Investment in jedem Fall, aber das hat man auch damals über Internet Aktien gesagt. Zugegeben, nicht alle haben den damaligen Hype überstanden und dies wird bei Kryptowährungen nicht anders sein. Nicht jedes Netzwerk ist wertvoll. Aber schauen wir heute auf die größten Unternehmen der Welt, sollte klar sein, dass auch die dezentralen Blockchain-Netzwerke wohl eine wichtige Rolle in der Zukunft spielen könnten. Zumindest zeigt die Vergangenheit schon heute, dass BTC in Sachen Risiko/ Chancen Profil, Portfolio Optimierung und Diversifizierung durchaus Sinn gemacht hat.“