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Der Aktienscreener Dieser europäische Luxusgüterhersteller ist ein charttechnischer Dauerläufer!

Artikel, Aktien-Screener Andreas Haslinger 3.227 Leser

Hallo Investoren, Hallo Trader

Bevor ich euch einen europäischen Dauerläufer vorstelle, der vielen bereits bekannt sein dürfte, könnt ihr entscheiden, ob ihr den Beitrag lieber lesen wollt oder ob ihr ihn euch lieber auf You-Tube anseht. 

Aktien in stabilen Aufwärtstrends, die bereits seit mehreren Jahren mit nur geringen Rücksetzern nach oben laufen und damit den Markt schlagen, bezeichnen wir als „Dauerläufer-Aktien“. Dabei verwenden wir zwei Indikatoren, um solche Aktien zu finden. Mit dem Indikator "stabiles Kurswachstum" legen wir eine Regressionsgerade über den Kursverlauf. Aktien mit der kleinsten, quadratischen Abweichung zeigen stabil steigende Kursverläufe. Mit dem Indikator "Monkey-Trader" simulieren wir zufällige Käufe und Verkäufe und berechnen die Wahrscheinlichkeit, mit der ein zufällig agierender Trader Gewinne erzielt. Aktien mit hohen "Monkey-Trader-Werten" sind erfahrungsgemäß einfach zu handeln.

Aktien, die seit langer Zeit nach oben laufen, machen dies nicht ohne Grund. Sie laufen nach oben, weil sie im Allgemeinen einen Wettbewerbsvorteil gegenüber ihren Konkurrenten haben. Gelingt es diesen Unternehmen ihren Wettbewerbsvorteil dauerhaft durchzusetzen, drückt sich dies im Normalfall in steigenden Umsätzen und Gewinnen und letztlich in einem steigenden Aktienkurs aus. 

Gleichzeitig haben solche Unternehmen aber auch einen Nachteil. Denn was die Bewertung anbelangt, sind solche Aktien nicht günstig und werden es vermutlich auch nur selten sein. Das sollte einen Anleger aber nicht davon abhalten, sich solche Unternehmen mal genauer anzuschauen. Denn solange zumindest keine absurde Überbewertung vorliegt, können solche Dauerläufer auch weiterhin gute Renditen bringen. Vorausgesetzt natürlich, die fundamentalen Zahlen bleiben stabil. 

Da ich die Unternehmen auf den Plätzen 1 bis 3 bereits vorgestellt habe, so befindet sich beispielsweise die Partners Group aktuell auf Platz 1, konzentriere ich mich heute auf das Unternehmen auf Platz 4, in das ich auch selbst langfristig investiert bin. 

Um langfristig steigende Aktien zu identifizieren, haben wir bei TraderFox das Template „Dauerläufer-Aktien“ in unserem Tool „AKTIEN-RANKINGS“ hinterlegt. Wie ich damit interessante Unternehmen entdecke, zeige ich euch jetzt! 

Vorgehensweise

Im ersten Schritt melde ich mich bei www.traderfox.de an. Dann klicke ich auf das Tool AKTIEN-RANKINGS. Grundlage dieses Tools ist die Datenbank von Morningstar. Über 15.000 in Europa und den USA gelistete Aktien können damit untersucht werden. Das Tool ist Teil des Abopaketes „TraderFox Morningstar Datenpaket“ und gibt es für 19 € im Monat. 

Nun gehe ich auf den Reiter „Templates“ und wähle „Dauerläufer-Aktien“ aus. Dann lade ich das Template. Da ja bereits alles voreingestellt ist, muss ich im Anschluss nur noch auf „scannen“ drücken, und dann werden mir noch 37 von insgesamt 500 Aktien angezeigt. Wie gesagt, habe ich mich heute für das Unternehmen auf Platz 4 entschieden. Dabei handelt es sich um den französischen Luxusgüterkonzern Hermès.

Hermès (HMI) ist ein französisches Familienunternehmen mit Firmensitz in Paris, das es bereits seit 1837 gibt und das seine Ursprünge im Sattlerwesen und in der gehobenen Lederverarbeitung hat. Die bekannten handbedruckten Hermès-Carré-Seidenschals wurden bereits 1937 erstmals hergestellt. Heutzutage ist das Unternehmen vor allem für seine Birkin- und Kelly-Taschen bekannt. Hermès stellt seine P

rodukte hauptsächlich in eigenen Betrieben in Frankreich her, wobei mehr als 50 % der Produkte in Asien verkauft werden. Während die meisten westlichen Textilunternehmen ihre Waren günstig in Asien für den westlichen Markt produzieren lassen, sehen wir bei Hermès ein entgegengesetztes Bild. Die Produkte werden in Europa produziert und zum Großteil in Asien verkauft. Mit Lieferkettenproblemen ist das Unternehmen somit aktuell kaum konfrontiert. Das Unternehmen kommt auf eine Marktkapitalisierung von aktuell 140 Mrd. Euro. Es gehört dem Sektor „Consumer Cyclikal“ und der Branche „Luxury Goods“ an.

 Segmente

Das Unternehmen betreibt 306 Geschäfte in 45 Ländern auf der ganzen Welt. Die in Paris ansässige Gesellschaft nimmt für sich selbst in Anspruch, seinem handwerklichen Produktionsmodell und seinen humanistischen Werten seit der Gründung treu geblieben zu sein. Dazu zählt man auch die Verfolgung eines zweigleisigen Ansatzes, der aus sorgfältiger Arbeit der Handwerkskünstler und aus Lebensstil für die Kunden besteht. Kreative Freiheit, die ständige Suche nach edelsten Materialien und die Vermittlung eines einzigartigen Savoir-faire zur Schaffung von praktischen, nachhaltigen und eleganten Objekten machen laut dem Selbstverständnis die Einzigartigkeit von Hermès aus. Zum Selbstbild gehört es auch, sich als unabhängige, handwerkliche, kreative, innovative, engagierte und verantwortungsvolle Gesellschaft zu sehen, deren Unternehmergeist sich zum Geschäftsmodell entwickelt hat. Den Großteil der Produkte fertigt das Familienunternehmen an den 43 Produktionsstandorten in Frankreich. Dabei handelt es sich mit 50 % vom Gesamtumsatz um Leder- und Sattlerprodukte. Weitere Produkte sind Seidenwaren, Parfüms, Uhren und verschiedene Accessoires. Mit 46 % wird der größte Umsatz im asiatisch-pazifischen Raum erzielt. Zusätzlich werden 13 % aller verkauften Waren in Japan verkauft. Mit 15 % nimmt der amerikanische Kontinent einen eher bescheidenen Anteil ein. 

Die Luxusgüter-Branche  

Luxuskonzerne wie Hermès, Kering oder LVMH gehören schon seit vielen Jahren zu den sicheren und trendstabilen Aktien und konnten sowohl auf der Umsatz- als auch auf der Gewinnseite mit einer kontinuierlich starken Performance überzeugen. Die temporäre Ausnahme stellte lediglich das pandemiebedingte Jahr 2020, wo die ganze Branche aufgrund einer starken Store-Präsenz und den weltweit eingeführten Lockdowns in Schwierigkeiten geriet, dar. Inzwischen aber scheint die Krise überwunden und das Geschäft läuft wieder auf Hochtouren. Und das ist kein Wunder, da Unternehmen wie Hermès ihr Geld mit menschlichen Emotionen und Träumen verdienen. Die Bedürfnisse der Kunden, sich von der Masse abzusetzen und somit die eigene Individualität besser zum Ausdruck zu bringen, werden durch exklusive und teure Produkte befriedigt. Dabei ist die Anziehungskraft des luxuriösen Lebens sowohl in China, in ärmlichen Regionen in Asien und Afrika, aber auch im wohlhabenden Europa und Nordamerika gleich stark ausgeprägt und mündet oft in einem völlig irrationalen Konsumverhalten. Das Spannende an der Luxusgüterindustrie ist die Tatsache, dass diese Industrie längst gelernt hat, diese menschliche Schwäche zu nutzen und erfolgreich in Kapital umzuwandeln. Mittlerweile sind Modekonzerne in der Lage, die Trends selbst zu bestimmen und die Bedürfnisse ihrer Konsumenten entsprechend zu steuern.

   

Qualitäts-Check

Und natürlich ist genau das ein Grund warum das Unternehmen seit vielen Jahren mit einem extrem stabilen Umsatz- und Gewinnwachstum glänzt. Seit 2006 gab es nur im letzten Jahr einen Rückgang beim Umsatz und Gewinn. Das Unternehmen selbst beziffert seine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate in den vergangenen 10 Jahren beim Umsatz auf 12,5 % und beim Nettogewinn auf 15 %. Die Eigenkapitalrendite liegt aktuell bei knapp 24 %. Eine Nettoverschuldung ist nicht vorhanden. Mit einer Eigenkapitalquote von 67 % ist das Unternehmen konservativ finanziert. 

Die Zahlen für das dritte Quartal, die erst Mitte Oktober veröffentlicht wurden, können sich durchaus sehen lassen. Das Unternehmen hat sein Wachstum auch im dritten Quartal fortgesetzt und den Umsatz deutlich gesteigert. Dieser lag bei 2,36 Mrd. Euro, ein Plus von 31% gegenüber dem Vorjahr. Der Anstieg war vor allem durch einen Aufschwung der Verkäufe in Europa und Amerika gekennzeichnet. Vor allem in Amerika erhofft man sich in den nächsten Jahren weitere Marktanteilsgewinne. Trotz der nach wie vor geopolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten wurden die Ziele für das Gesamtjahr bestätigt. Analysten sehen den Gewinn je Aktie im Schnitt in diesem Jahr von 13,27 Euro auf 20,86 Euro steigen. Den Prognosen zufolge sollen daraus bis 2023 27,13 Euro je Anteilsschein werden. Mit einem KGV von 64 ist die Aktie ambitioniert bewertet, zumal der historische Schnitt der letzten zehn Jahre bei 40 liegt.

Gleichzeitig spiegelt sich in der hohen Bewertung aber auch die herausragende Wachstumsbilanz genauso wieder wie die Tatsache, dass Hermès die stärksten Margen in der Branche besitzt. Die Unternehmensleitung ist zudem bestrebt, das Unternehmen langfristig zu führen, und Produkte von höchster Qualität und zu den besten Preisen anzubieten. Qualität hat, und das kann man hier ganz platt sagen, eben auch ihren Preis. Im TraderFox Qualitäts-Check kommt die Aktie auf 14 von 15 möglichen Punkten. Einen Abzug gibt es hier nur aufgrund der hohen Bewertung. 

 Wachstumsaussichten

Neben der Einführung neuer Produkte im Schmuck- Hautpflege- und Kosmetikbereich, versucht das Unternehmen vor allem auch durch den Ausbau der digitalen Kanäle neue Kunden zu gewinnen. Daneben dürfte die größte Chance für weiteres Wachstum wohl in der kontinuierlichen internationalen Expansion sowie der Erhöhung der Produktionskapazität liegen. Ein Blick sollte dabei auch auf die massgefertigte Produktion geworfen werden. So steht das Unternehmen dabei seinen Kunden zur Verfügung aus einem Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen, wenn es um die Verwirklichung eines materiellen Traumes geht. Die Teams von Hermès wählen gemeinsam mit den Kunden die Materialien und das Design aus und entwickeln dann Prototypen, um ein maßgefertigtes Objekt, wie einen Koffer, Boxhandschuhe oder eine Tasche, ganz nach den eigenen Wünschen zu fertigen. Gleichzeitig ist festzuhalten, dass die Risiken, neben einem starken Engagement in China, vor allem darin bestehen, dass viele der Produkte auf Reisen gekauft werden. Jede negative Veränderung des Reiseverhaltens, sowohl kurz- als auch langfristig, stellt also eine gewisse Gefahr für das Wachstum dar. Vorteilhaft dagegen ist die stabile Preissetzungsmacht des Unternehmens. Die hohe Handwerkskunst in Verbindung mit dem Engagement bei margenstarken Luxusgütern erlaubt eine starke Generierung von überdurchschnittlichen Cashflows, was der Aktie eigentlich ein enormes defensives Profil verleiht, obgleich sie den zyklischen Konsumgütern zugeordnet wird. 

 

Kursentwicklung

Werfen wir nun noch einen Blick auf den Chart, welcher in Euro ausgewiesen ist, ist zu sehen, dass die Aktie bis Ende Juli schön nach oben gelaufen ist. In den letzten Monaten ging die Aktie, auch aufgrund der Unsicherheiten in China, in eine Konsolidierung über. Mit den Zahlen zum dritten Quartal, die Mitte Oktober rauskamen, stabilisierte sich die Aktie und befindet sich nun wieder unmittelbar am Allzeithoch. Bei sehr trendstabilen Aktien mit hoher Bewertung ist es immer schwierig einen Einstieg zu finden, weil man immer darauf wartet, dass sie günstiger werden. Aus diesem Grund würde ich als Investor, wenn ich am Unternehmen Interesse hätte, einfach eine kleine Position kaufen und diese dann nach guten News oder bei größeren Rücksetzern von 30 % aufstocken. Wie gesagt bin ich selbst in Hermès investiert und stocke, sofern sich am Geschäftsmodell selbst nichts zum Schlechten verändert, immer wieder in Schwächephasen auf.

 

Zum Schluß zeige ich euch noch eine Liste mit technischen Qualitätskriterien, wobei ihr verschiedene Konkurrenten zum vorgestellten Unternehmen sehen könnt, die meines Erachtens ebenfalls einen genaueren Blick wert sind. Je höher der Wert bei der Trendstabilität, desto stärker ist der Trend in der Aktie. Beim Monkeytrader-Wert ist der beste Wert eine 100. Hermès weist in allen Punkten den besten Wert aus, wobei die Performance in den letzten 12 Monaten bei 69 % liegt.

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Ich wünsche euch eine erfolgreiche  Restwoche! 

Bis zum nächsten Mal

Andreas Haslinger

Verwendete Tools:

TraderFox Trading-Desk: https://www.traderfox.de

Aktien-Rankings: https://rankings.traderfox.com

Aktien-Terminal: https://aktie.traderfox.com

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Eigenpositionen: Verantwortlicher Redakteur Andreas Haslinger: Hermès 


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