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Die 5 besten europäischen Qualitätsaktien mit stetigem Gewinnwachstum laut Jefferies

Strategien Jürgen Research 183 Leser

Die sogenannten Compounder sind beliebt bei Anlegern. Denn sie vereinen mit Qualität und Wachstum zwei viel versprechende Anlagekriterien. Jefferies zeigt in einer Studie, wie sich solche Titel finden lassen – und welche fünf Compounder aus Europa der US-Finanzdienstleister derzeit favorisiert.

Am Aktienmarkt jagen viele Anleger oft den kurzfristigen Trends hinterher, sei es durch Sektorrotationen, makroökonomische Verschiebungen oder kurzlebige Marktströmungen. Doch in einem Marktumfeld, in dem globale Aktien immer neue Allzeithochs erreichen und die Bewertungen durch gewaltige Investitionszyklen – wie den aktuellen Boom rund um die Künstliche Intelligenz – angetrieben werden, rückt eine fundamentalere Frage in den Fokus: Welche Unternehmen sind so robust aufgestellt, dass sie auch in einem zunehmend komplexen und volatilen makroökonomischen Umfeld verlässlich wachsen können?

Die Antwort der Investmentbank Jefferies lautet: Wahre Compounder. Im Kern handelt es sich dabei um Qualitätsunternehmen mit stetigem Gewinnwachstum. Diese Substanzwerte zeichnen sich durch eine außergewöhnliche Eigenschaft aus: die Fähigkeit, ihren Gewinn je Aktie und ihre freien Bargeldströme über Jahre hinweg beständig und weitgehend unabhängig vom wirtschaftlichen Gesamtzyklus zu steigern.

Während der Aktienkurs kurzfristig stark von der Entwicklung der Bewertungsmultiplikatoren – wie dem Kurs-Gewinn-Verhältnis – beeinflusst wird, das in den meisten Fällen ein zyklischer, zum Mittelwert zurückkehrender Faktor ist, stellt das kontinuierliche Wachstum des Gewinns je Aktie eine unerschöpfliche und nachhaltige Quelle für langfristige Aktienrenditen dar.

Jefferies betont, dass die Qualität und die Dauerhaftigkeit der Erträge heute wichtiger sind als je zuvor. Wahre Qualitätsunternehmen mit stetigem Gewinnwachstum sind folglich Betriebe, die operativ stark wirtschaften und den geschaffenen Wert immer wieder hocheffizient reinvestieren.

Das Jefferies-Framework: Ein systematischer Filter für strukturelle Ertragskraft


Um diese seltenen Perlen systematisch zu identifizieren, hat Jefferies ein quantitativ gesteuertes Analysemodell entwickelt, das auf drei zentralen Kernsäulen und drei ergänzenden Säulen basiert:

Die drei Kernsäulen (Core Pillars)


Nachgewiesenes dauerhaftes Wachstum (Proven Compounding): Hier wird ein stabiles und beständiges Wachstum beim Gewinn je Aktie sowie beim freien Bargeldstrom je Aktie vorausgesetzt – und zwar sowohl auf kurze als auch auf lange Sicht. Wichtig für das Verständnis ist, dass es sich hierbei nicht zwingend um Unternehmen handelt, die schon seit Jahrzehnten steigen. Das mathematische Modell von Jefferies fordert vielmehr beim Gewinnwachstum über einen historischen Zeitraum von zehn Jahren eine jährliche Wachstumsrate von mindestens 5% sowie solide Schätzungen von ebenfalls mindestens 5% für die kommenden drei Jahre. Der freie Bargeldstrom je Aktie gilt dabei als die reinste Variante, da sie frei von buchhalterischen Anpassungen das tatsächlich verfügbare Kapital abbildet.

Wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit (Economic Resilience): Da wirtschaftliche Zyklen unvermeidbar sind, müssen diese Unternehmen über hohe, stabile und im Idealfall steigende operative Margen verfügen. Gefordert ist eine durchschnittliche Betriebsgewinn-Marge von mehr als 15% über zehn Jahre sowie über die kommenden drei Jahre. Das zeigt, dass das Unternehmen über Preismacht, starke Kostenstrukturen und ein krisenresistentes Produktportfolio verfügt.

Eigenfinanziertes Wachstum (Self-funded Growth): Ein entscheidendes Qualitätsmerkmal ist die Fähigkeit, künftiges Wachstum aus dem eigenen operativen Betrieb zu finanzieren. Unternehmen dürfen nicht auf verwässernde Kapitalerhöhungen angewiesen sein oder ihre Bilanz übermäßig verschulden. Gefordert ist eine Verwandlung von Buchgewinnen in echtes Bargeld von durchschnittlich über 75% auf Sicht von zehn Jahren.

Die drei ergänzenden Säulen (Additional Pillars)


Marktfahrwasser-Führung (Topline Leadership): Ein beständiges Umsatzwachstum von mindestens 3% erleichtert es, das Gewinnwachstum aufrechtzuerhalten, solange die Margen stabil bleiben.

Kapitaldisziplin (Capital Discipline): Das Gewinnwachstum darf nicht durch unverhältnismäßig hohen Kapitaleinsatz auf Kosten der Profitabilität erkauft werden. Es wird auf eine Rendite auf das eingesetzte Kapital von im Schnitt mindestens 7,5% geachtet.

Bewertungsabsicherung (Valuation Support): Um das Risiko von Rückschlägen zu minimieren, sollten die Titel solide Cashflow-Renditen von mindestens 2% aufweisen und unter dem Höchststand des Bewertungszyklus notieren.

Das Jefferies-Auswahlmodell für Compounder im Überblick


Das Jefferies-Auswahlmodell für Compounder im Überblick

Quelle: Jefferies

Die Auslese: Erprobte Qualitätsaktien versus die nächste Generation


Jefferies legt die Messlatte bewusst extrem hoch an. Als Core Compounder werden nur jene Unternehmen eingestuft, die alle drei Kernsäulen und mindestens zwei der ergänzenden Säulen vollumfänglich erfüllen. Weniger als 3% aller von Jefferies beobachteten Aktien schaffen es durch dieses harte Raster – ein Beleg dafür, wie selten echte Qualitätsunternehmen sind.

Demgegenüber stehen die Potential Compounder, also die zukünftige Generation. Diese erfüllen mindestens zwei Kernsäulen und eine ergänzende Säule. Sie bringen bereits das strukturelle Fundament mit, zeigen jedoch in einzelnen Bereichen noch Verbesserungspotenzial, um langfristig in die absolute Eliteklasse aufzusteigen.

Detaillierte Kriterien und Schwellenwerte des Jefferies-Frameworks


Detaillierte Kriterien und Schwellenwerte des Jefferies-Frameworks

Quelle: Jefferies

Historische Rückrechnungen der Analysten zeigen zudem, dass man innerhalb dieser Gruppe der potenziellen Kandidaten besonders auf positive Gewinnrevisionen durch Experten und eine starke fundamentale Cashflow-Rendite achten sollte, da diese Faktoren in Europa nachweislich die verlässlichsten Renditebringer nach der Pandemie waren.

Im mehrjährigen Rücktest von 2022 bis 2025 erzielte die so verfeinerte Strategie in jedem einzelnen Jahr eine deutliche Outperformance gegenüber dem europäischen Vergleichsmarkt, während die ungefilterte Gesamtliste der potenziellen Kandidaten aufgrund von Sektorrotationen sehr wechselhafte Ergebnisse lieferte und im tech-dominierten Jahr 2025 sogar spürbar hinter der Benchmark zurückblieb.

Historische Rückrechnung (Backtest) – Der enorme Renditevorteil durch gezielte Cashflow- und Revisionskriterien im Vergleich zum europäischen Gesamtmarkt


Historische Rückrechnung (Backtest) – Der enorme Renditevorteil durch gezielte Cashflow- und Revisionskriterien im Vergleich zum europäischen Gesamtmarkt

Quellen: Jefferies, FactSet. Hinweis: Faktoren basieren auf Konsensdaten. Die Aktienauswahl erfolgt zu Beginn eines jeden Jahres und die Gewichtung wird auf Basis der Marktkapitalisierung beibehalten.

Die Top-5 Compounder-Favoriten von Jefferies im Detail


Die Branchenanalysten von Jefferies haben fünf Top-Kaufempfehlungen herausgearbeitet, die als hochkarätige zukünftige Qualitätsunternehmen mit stetigem Gewinnwachstum gelten und durch spezifische fundamentale Treiber überzeugen. Nachfolgend fassen wir die jeweiligen Einschätzungen der zuständigen Analysten zusammen.

Compounder-Favorit Nr. 1: Computacenter (ISIN: GB00BV9FP302 – Kurs an der Heimatbörse London: 41,76 britische Pfund)

Das britische Unternehmen Computacenter ist ein führender, unabhängiger Anbieter von IT-Infrastrukturdienstleistungen und Technologiebeschaffung für Großkonzerne und den öffentlichen Sektor. Das Geschäftsmodell basiert auf dem Dreiklang von Beschaffung, Integration und dem anschließenden Betrieb komplexer IT-Landschaften. Headquartered in Großbritannien erzielt das Unternehmen mittlerweile fast 40% des bereinigten operativen Gewinns in Nordamerika.

Die Investmentstory des Unternehmens ist eng mit der globalen KI-Infrastrukturwelle verknüpft, da Computacenter als klassischer Ausrüster agiert. Dem Konzern ist eine erfolgreiche Expansion nach Nordamerika gelungen, wo er die massive Nachfrage von Hyperscalern beim Aufbau von KI-Rechenzentren bedient. Dieser Fokus ließ den Rohgewinn im Geschäftsjahr 2025 um 11% steigen, getrieben von einem 27% Wachstum in den USA. Durch tiefe Partnerschaften mit Technologieführern wie NVIDIA und Cisco gewinnt das Unternehmen stetig Marktanteile.

Auf dem Weg zum Core Compounder verweist Computacenter auf eine historische jährliche Wachstumsrate beim Gewinn je Aktie von rund 14% seit dem Geschäftsjahr 2016, mit lediglich einem einzigen Rückschlagjahr im Jahr 2024 in diesem langen Zeitraum. Das Geschäft ist extrem bargeldgenerierend – über 100% der bereinigten Gewinne wurden in der Vergangenheit in freien Cashflow umgemünzt. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital ohne Netto-Liquidität lag 2025 bei herausragenden 57%. Mit einer Netto-Liquidität von 606 Mio. Pfund bietet die Bilanz viel Spielraum für Aktienrückkäufe oder wertsteigernde Zukäufe.

Ein wichtiger technischer Treiber für das laufende Jahr ist die Fertigstellung spezialisierter Flüssigkühlungs-Infrastrukturen für grafikprozessorenintensive KI-Projekte im Rechenzentrum Hatfield Mitte 2026. Zudem signalisierte das Management jüngst, dass die Ergebnisse für das Gesamtjahr 2026 nach einem starken ersten Quartal komfortabel über den bisherigen Erwartungen liegen dürften, was weitere Heraufstufungen wahrscheinlich macht.

Diagramm Computacenter<br />

Compounder-Favorit Nr. 2: Heineken (ISIN: NL0000009165 – Kurs an der Heimatbörse Amsterdam: 70,26 Euro)

Heineken ist der am breitesten geografisch aufgestellte Brauereikonzern der Welt und hält in über 50 Ländern die Marktführerschaft oder den zweiten Platz. Neben der weltbekannten Kernmarke Heineken führt die 1864 gegründete Traditionsbrauerei über 340 Partnermarken wie Amstel, Tiger oder Moretti. Das operative Geschäft erstreckt sich über Europa, Amerika, Afrika, den Nahen Osten und den Asien-Pazifik-Raum.

Die strategische Neuausrichtung unter der Zukunftsstrategie EverGreen 2030 bildet den Kern der aktuellen Investmentthese. Heineken verabschiedet sich von einer zu breiten Ressourcenstreuung und konzentriert sich fokussiert auf 17 ausgewählte Wachstumsmärkte, die künftig 90% des Wachstums generieren sollen. Flankiert wird dies von einem harten Produktivitätsprogramm, das jährliche Bruttoeinsparungen von 400 Mio. Euro bis 500 Mio. Euro anstrebt. Das Ziel ist ein organisches Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich sowie ein Betriebsergebnis-Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich bei einsetzender Volumenersparnis.

Nach fünf Jahren operativer Volatilität könnte die Aktie nun den Sprung zum echten Qualitätsunternehmen mit stetigem Gewinnwachstum schaffen, sobald sich das makroökonomische Umfeld beruhigt und die Strategie greift. Aktuell sind viele Investoren aufgrund von Unklarheiten im Management noch in einer abwartenden Haltung, was zu einem Bewertungsabschlag führt. Heineken notiert mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14,6 deutlich unter dem Fünfjahresschnitt von etwa 19.

Die Analysten halten dies für einen attraktiven Einstiegszeitpunkt, da das Management eine Cash-Conversion-Rate von über 90% anpeilt. Als Katalysatoren für das Jahr 2026 gelten die geplante Ankündigung eines neuen CEO zur Behebung der Managementunsicherheit sowie die Fußball-Weltmeisterschaft 2026, die insbesondere in den Kernmärkten Mexiko und Europa erhebliche Absatzimpulse liefern sollte. Zudem dürfte die vollständige Übernahme von FIFCO in Zentralamerika ab 2026 gewinnsteigernd wirken, unterstützt vom laufenden Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 1,5 Mrd. Euro.

Diagramm Heineken

Compounder-Favorit Nr. 3: Inficon (ISIN: CH1431598916 – Kurs an der Heimatbörse Zürich: 171,20 Schweizer Franken)

Das im Jahr 2000 gegründete Schweizer Unternehmen Inficon ist ein weltweit führender Entwickler von Instrumenten zur Gasanalyse, Messung und Steuerung, die primär in vakuumbasierten High-Tech-Produktionsumgebungen zum Einsatz kommen. Wichtigster Abnehmer ist der Bereich Halbleiter und Vakuumbeschichtung, der rund 50% der Umsätze ausmacht. Die Sensortechnologien sind essenziell für die präzise Prozesskontrolle in Europa, Asien und den USA.

Inficon profitiert massiv als Zulieferer vom KI-getriebenen Aufwärtszyklus der Halbleiterindustrie. Neue Chip-Architekturen erfordern extrem reine Vakuumbedingungen und Prozessüberwachungen in Echtzeit, was den Wert der verbauten INFICON-Komponenten pro Wafer drastisch erhöht. Nach einem starken Auftaktviertel 2026 aufgrund robuster Bestellungen hob das Management die Umsatz- und Margenprognosen für das Gesamtjahr an und signalisiert ein beschleunigtes organisches Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich bis 2027.

Die Einstufung als angehender Qualitätswert rechtfertigt sich durch die tiefe Nischenmarktführerschaft und ein hochentwickeltes Produktportfolio, das dem Konzern eine enorme Preismacht und hochresistente Margen verleiht. Dank eines anlagenleichten Geschäftsmodells und eines disziplinierten Betriebskapital-Managements werden Gewinne hocheffizient in Bargeld umgemünzt.

Inficon erzielt zyklusübergreifend eine Rendite auf das eingesetzte Kapital von über 25% und ist komplett schuldenfrei. Das aktuelle KGV für das Geschäftsjahr 2027 liegt bei circa 32 und notiert damit über dem historischen Schnitt. Dies reflektiert die Erwartung des Marktes, dass durch die Hebelwirkung jüngster Kapazitätserweiterungen das Wachstum stark bleibt.

Nahezu unmittelbare Wachstumstreiber sind staatliche Förderprogramme wie der US und EU Chips Act, die nun von der Planungsphase in reale Ausrüstungshochläufe übergehen. Positive Nachrichten zur verstärkten Einführung von High-NA EUV-Systemen und der Ausbau eines neuen Werks in Malaysia sichern zudem die langfristige Skalierbarkeit.

Diagram Inficon Holding

Compounder-Favorit Nr. 4: Rexel (ISIN: FR0010451203 – Kurs an der Heimatbörse Paris: 37,97 Euro)

Rexel ist ein global führender Großhändler für Elektroprodukte und dazugehörige Dienstleistungen mit einem Netzwerk von 1.876 Niederlassungen in 17 Ländern. Die Erlöse verteilen sich geografisch fast spiegelbildlich auf Europa mit 48% und Nordamerika mit 46%. Das Unternehmen bedient die Endmärkte Wohnungsbau, Gewerbeimmobilien und Industrie.

Die fundamentale Transformation des Konzerns steht im Fokus: Weg vom rein zyklischen Standard-Großhändler, hin zum entscheidenden Profiteur der globalen Energiewende, Dekarbonisierung und Digitalisierung. Im Rahmen der Zukunftsstrategie Axelerate 2028 besetzt Rexel wachstumsstarke Nischen, insbesondere das Geschäft mit US-Rechenzentren, welches im Jahr 2025 um über 50% wuchs und bereits 7% des US-Umsatzes ausmacht. Durch eine hohe Digitalisierungsquote von 36% im Vertrieb und modernste Logistikprozesse arbeitet Rexel hochprofitabel und strebt anhaltende Margensteigerungen an.

Das Unternehmen reinvestiert seinen wachsenden freien Cashflow konsequent in das eigene Geschäft, gezielte Zukäufe und Aktienrückkäufe. Durch die Neuausrichtung sinkt die Zyklizität des Gesamtgeschäfts spürbar, was den Aufbau einer verlässlichen Historie beim Gewinnwachstum begünstigt. Mit einem moderaten Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2027 von rund 13 notiert Rexel mit einem Abschlag von rund 20% gegenüber dem US-Konkurrenten Wesco, obwohl die Franzosen eine höhere Präsenz im margenstarken Servicegeschäft aufweisen.

Die Bilanz ist schuldenfrei, gepaart mit einer Dividendenrendite von rund 4% und einem jährlichen Aktienrückkaufprogramm von 100 Mio. Euro bis 150 Mio. Euro. Ein starker Hebel für das Jahr 2026 liegt im Kupferpreis: Das Management rechnet konservativ mit 11.000 Dollar je Tonne – verbleibt der Spotpreis auf dem aktuellen Niveau von über 13.000 Dollar, winken über 100 Basispunkte zusätzliches organisches Wachstum und ein Margenboost von 10 bis 15 Basispunkten. Zudem wuchs der organische Umsatz im ersten Quartal trotz Wetterkapriolen um 3,4%.

Diagram Rexel

Compounder-Favorit Nr. 5: Volution Group (ISIN: GB00BN3ZZ526 – Kurs an der Heimatbörse London: 6,20 britische Pfund)

Die britische Volution Group entwirft und produziert energieeffiziente Lösungen für die Raumluftqualität und führt 30 Marken in Großbritannien, Kontinentaleuropa und Australasien. Seit dem Börsengang im Jahr 2014 wandelte sich das Unternehmen von einem rein britischen Anbieter zu einem global diversifizierten Konzern. Das Portfolio reicht von Niedrigcarbon-Ventilationstechnologien bis hin zu Wärmerückgewinnungssystemen für Wohn- und Gewerbegebäude. Durch die Übernahme von AC Industries im Jahr 2026 stieg das Unternehmen zudem in industrielle Spezialnischen wie Bergbau-Ventilationen ein.

Das strukturelle Wachstum von Volution wird massiv von immer strengeren globalen Umweltauflagen und dem Trend zur Gebäudedekarbonisierung angetrieben. Gesetzliche Standards wie der Future Homes Standard in Großbritannien verpflichten Bauherren zum Einbau hochwertiger, kontinuierlicher Lüftungssysteme, was den Umsatz pro Gebäude drastisch erhöht. Das anlagenleichte Modell liefert verlässlich operative Margen von über 20%. Da sich die Erlöse zu 60% aus Renovierungen und zu 40% aus Neubauten zusammensetzen, zeigt sich Volution auch in Immobilienkrisen extrem widerstandsfähig.

Der Weg zum Core Compounder soll über eine klar definierte Übernahmestrategie führen. Volution hält im stark fragmentierten europäischen Wohnungslüftungsmarkt erst 5% Marktanteil und verfügt somit über eine enorme Akquisitions-Pipeline. Da das Management beim Einkauf strikt auf die Bewertungsmultiplikatoren achtet und durch Skaleneffekte die Margen der Zukuäfe zügig anhebt, bleibt die Gesamtkapitalrendite mit zuletzt 24,6% auf einem sehr gesunden Niveau, während das organische Wachstumsziel bei 3% bis 5% liegt.

Seit dem Börsengang glänzt Volution mit einer jährlichen Wachstumsrate beim Gewinn je Aktie von 12%. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei circa 22. Die Bilanz ist mit einem Verschuldungsgrad von 1,5x moderat aufgestellt und lässt ausreichend Spielraum für den weiteren Expansionskurs. Als Katalysator gilt das anstehende Handelsupdate im Juli sowie die vollständige Integration der Übernahme von AC Industries, die rund 1 Penny zum Gewinn je Aktie beisteuern soll.

Diagram Volution Group


Bildherkunft: AdobeStock_610167603