Diese US-Aktien aus dem Reisesektor gehören auf die Watchliste!
Airbnb – Aktie brach dank starker Quartalszahlen auf ein neues 4,5 Jahreshoch aus
Airbnb (ABNB) hat mit den jüngsten Quartalszahlen eine Serie schwacher Berichte beendet und die Erwartungen deutlich übertroffen.
Das Unternehmen wurde 2007 in San Francisco gegründet, als die Gründer Luftmatratzen in ihrer Wohnung vermieteten, und ging im Dezember 2020 an die Börse.
Drei Bereiche tragen das Geschäftsmodell: die klassische Vermietung privater Unterkünfte, das neu ausgebaute Hotelangebot sowie buchbare Erlebnisse und Dienstleistungen vor Ort.
Airbnb stellt eine Vermittlungsplattform bereit, die Gastgeber und Reisende zusammenbringt. Verdient wird an Servicegebühren, die bei jeder Buchung sowohl vom Gastgeber als auch vom Gast erhoben werden. Diese Servicegebühr wird je nach Modell allein vom Gastgeber oder aufgeteilt zwischen Gastgeber und Gast erhoben. Gemessen am gesamten Buchungsvolumen von 27,2 Milliarden US-Dollar im zweiten Quartal 2026 und einem Umsatz von 3,61 Milliarden US-Dollar liegt der einbehaltene Anteil bei rund 13 Prozent. Weil keine Betten, Gebäude oder Personal vor Ort finanziert werden müssen, skaliert das Modell mit vergleichsweise geringen Zusatzkosten, was sich in einer bereinigten operativen Marge von 35 Prozent zeigt. Diese erste Säule macht den Großteil der 148 Millionen gebuchten Nächte und Plätze im Quartal aus.
Die zweite Säule ist das Hotelangebot, das nach Unternehmensangaben etwa dreimal so schnell wächst wie das Kerngeschäft und bislang nur einen einstelligen Prozentanteil der Buchungen stellt. Die dritte Säule umfasst Erlebnisse und Dienstleistungen vor Ort, etwa Kochkurse oder Reinigung, mit denen Airbnb zusätzliche Gebühren je Reise erzielen will.
Am 6. August 2026 meldete Airbnb einen Quartalsumsatz von 3,61 Milliarden US-Dollar nach 3,10 Milliarden im Vorjahresquartal. Erwartet wurden 3,58 Milliarden. Der Gewinn je Aktie stieg auf 1,37 US-Dollar nach 1,03 US-Dollar im Vorjahr und lag über der Schätzung der Analysten von 1,25 US-Dollar. Für das laufende Quartal stellt das Unternehmen 4,69 bis 4,77 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Die Jahresprognose wurde ebenfalls angehoben.
Besonders hervorzuheben sind aktuell die folgenden drei Punkte.
- Erstens die Breite des Wachstums: Nordamerika und Europa legten bei den gebuchten Nächten im hohen einstelligen Bereich zu, Lateinamerika um rund 20 Prozent und der asiatisch-pazifische Raum im hohen Zehnerbereich. Das Wachstum beschleunigte sich also nicht nur in kleinen Ausbaumärkten, sondern auch in den großen Kernmärkten.
- Zweitens die Beschleunigung selbst: Der Zuwachs bei Erstbuchern erreichte 11 Prozent und damit den höchsten Wert seit vier Jahren, während 64 Prozent aller Nächte über die App gebucht wurden nach 59 Prozent im Vorjahr.
- Drittens das Hotelgeschäft, das nach Aussage des Vorstandschefs Brian Chesky deutlich schneller wächst als das Kerngeschäft und bislang nur einen einstelligen Anteil an den Buchungen ausmacht.
Diese Quartalszahlen elektrisierten die Märkte. Die Aktie schoss um knapp 18 % nach oben und markierte damit ein neues 4,5 Jahreshoch. Außerdem sahen wir das höchste Handelsvolumen in zwölft Monaten. Das ist extrem bullisch.
Der Chart sieht bullisch aus. Wir sehen aktuell eine kurzfristigen Seitwärtskonsolidierung. Das ist sehr konstruktiv. Es bietet es sich, über dem Hoch der Konsolidierung eine Position zu eröffnen.

Quelle: Qualitäts-Check TraderFox
Expedia Group – Aktie macht ein neues Allzeithoch
Expedia Group (EXPE) gehört zu den größten Onlinereiseplattformen der Welt und hat gerade ein ungewöhnlich starkes Quartal vorgelegt. Das Unternehmen entstand 1996 als Abteilung von Microsoft, wurde 1999 an die Börse gebracht und ist seit 2005 eigenständig. Heute sitzt der Konzern in Seattle und wird von Ariane Gorin geführt.
Das Geschäft ruht auf drei Säulen. Erstens die Verbrauchermarken Expedia, Hotels.com und Vrbo, über die Reisende Unterkünfte, Flüge und Mietwagen buchen. Der Konzern verdient dabei an der Differenz zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis oder an Provisionen. Zweitens das Partnergeschäft, bei dem Fluggesellschaften, Banken und Reiseanbieter die Buchungstechnik von Expedia in ihre eigenen Angebote einbinden. Drittens Werbung, unter anderem über die Vergleichsseite trivago. Unterkünfte liefern mit Abstand den größten Umsatzanteil.
Der Markt spielt derzeit die Frage, wer die Reisebuchung im Zeitalter sprachgesteuerter Assistenten kontrolliert. Plattformen mit großem Angebot und eigenen Vertriebsdaten gelten als Gewinner, weil sie Buchungsstrecken für fremde Systeme bereitstellen können. Seit Oktober 2025 sind Expedia und Booking.com Startpartner für Anwendungen innerhalb von ChatGPT. Reisende beschreiben ihren Wunsch im Chat, der Assistent liefert Ergebnisse aus dem Bestand der Plattform. Die Sorge lautete lange, dass künstliche Intelligenz Vermittler überflüssig machen könnte. Als OpenAI im März 2026 die direkte Kaufabwicklung aus ChatGPT zurückzog, stieg die Expedia Aktie um zwölf Prozent. Der Markt liest daraus, dass Assistenten eher Entdeckung liefern, während Bestand, Preise und Abwicklung bei den Plattformen bleiben.
Am 5. August 2026 veröffentlichte Expedia die Zahlen für das zweite Quartal. Der Umsatz stieg um 14 Prozent auf 4,32 Milliarden US-Dollar und lag über den Erwartungen von 4,17 Milliarden. Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte um 36 Prozent auf 5,76 US-Dollar gegenüber der Markterwartung von 5,23 US-Dollar. Die Jahresprognose hob das Management auf 16,05 bis 16,22 Milliarden US-Dollar an.
Die Aktie eröffnete im Plus, gerat dann jedoch noch am gleichen Tag unter die Räder. Seitdem hat sie sich erholen können und steht wieder am Allzeithoch. Nach sechs Plustagen am Stück würde ich mir nun am Allzeithoch eine kurzfristige Konsolidierung wünschen. Dem Ausbruch aus dieser Konsolidierung kann gefolgt werden.

Quelle: Qualitäts-Check TraderFox
Viking Holding – Markante relative Stärke und Allzeithoch
Viking Holdings (VIK) ist einer der wenigen Anbieter im Reisegeschäft, der seine Kapazität weitgehend im Voraus verkauft. Das Unternehmen wurde 1997 von Torstein Hagen mit vier Flussschiffen gegründet und ging im Mai 2024 an der New Yorker Börse an den Markt.
Das Geschäftsmodell ruht auf drei Säulen. Erstens ist das das Flussgeschäft mit den sogenannten „Longships“ zu nennen. Das sind standardisierte Schiffe für rund 190 Gäste, vor allem auf Rhein, Donau und Douro. Zweite Säule sind die Hochseereisen mit kleineren Schiffen für etwa 930 Gäste, die kulturell orientierte Routen ansteuern. Dritte Säule sind Expeditionsreisen in die Antarktis und die Großen Seen.
Die Erlöse stammen überwiegend aus Ticketpreisen, in denen Ausflüge, Getränke und Internet enthalten sind. Kinder, Spielbanken und Verkaufsveranstaltungen an Bord gibt es nicht. Die Zielgruppe sind wohlhabende Reisende über 55 Jahre, angesprochen über eigene Direktwerbung.
Der Markt spielt hier die „Story“ der alternden, konsumfreudigen Babyboomer, die Erlebnisse höher gewichten als Konsumgüter.
Wichtigste Wettbewerber sind Royal Caribbean, Norwegian Cruiseline und Carnival. Viking grenzt sich durch mehr Fokus und kleinere Schiffe ab. Außerdem stammt bei den großen Anbietern ein erheblicher Teil der Erlöse aus dem Bordgeschäft, also Spielbank, Getränkepakete, Spezialrestaurants und Landausflüge. Viking verzichtet auf Spielbanken und bezieht Ausflüge, Getränke zu den Mahlzeiten und Internetzugang in den Preis ein. Der Umsatz entsteht damit fast vollständig beim Ticketverkauf und ist bereits Monate im Voraus bekannt. Zusätzlich nimmt Viking keine Gäste unter 18 Jahren an Bord und spricht ausschließlich englischsprachige Reisende über 55 Jahre an, überwiegend aus Nordamerika.
Die zuletzt veröffentlichten Quartalszahlen stammen vom 14. Mai 2026. Der Umsatz stieg um knapp 18 Prozent auf 1,05 Milliarden US-Dollar und lag über den Erwartungen von rund 1,01 Milliarden. Der bereinigte Verlust je Aktie betrug 0,11 US-Dollar nach 0,24 US-Dollar im Vorjahresquartal und traf damit die Prognosen. Eine klassische Umsatzprognose gibt Viking nicht ab. Stattdessen meldete das Unternehmen Vorausbuchungen von 6,2 Milliarden US-Dollar für 2026, ein Plus von 13 Prozent.
Die Aktie steht knapp unterhalb des Allzeithochs und zeigt damit eine markante relative Stärke im relevanten Sektor. Am gestrigen Donnerstag hätten mutige Trader über dem Hoch vom Mittwoch eine Position eröffnen können. Alternativ bietet es sich an, auf die Quartalszahlen am 19. August zu warten.

Quelle: Qualitäts-Check TraderFox
Bildherkunft: AdobeStock_1146771964