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Celine Nadolny: So investiert die frisch gekürte Vize Miss Germany 2022

Influencer-Lifestyle Stephanie Traub 5.027 Leser

Liebe Leser,

bei Instagram entwickelt sich rund um das Thema Börse und Finanzen eine schnell wachsende Community- und Influencer-Szene. Wir vom aktien Magazin folgen mit unserem eigenen Account Aktien Magazin über 500 Instagram-Accounts, die sich hauptsächlich mit dem Thema Börse beschäftigen. Celine, unsere heutige Interview-Partnerin, betreibt aktiv den Account "bookoffinance".

Bereits vor zwei Jahren durften wir ihr einige Fragen stellen und freuen uns daher sehr, zu hören wie es ihr in den letzten zwei Jahren ergangen ist und welche spannenden Neuigkeiten sie für uns hat.

Hier ist ein Foto von Celine, für alle die sie nicht bereits kennen:

Hallo Celine, stell dich gerne noch einmal vor - für alle, die dich noch nicht kennen!

Sehr gerne doch. Mein Name ist Celine Nadolny, ich bin 24 Jahre alt, komme vom Niederrhein, wohne zurzeit aber im Ruhrgebiet und was wohl das Wichtigste ist: Ich lebe meinen Traum.

Denn vor nunmehr knapp drei Jahren habe aus meiner Leidenschaft für gute Sachbücher eine Selbständigkeit geformt, die ich seit etwas mehr als einem Jahr hauptberuflich ausüben kann. Book of Finance habe ich mein Projekt genannt und mittlerweile ist es die größte unabhängige Plattform für Buchtipps im deutschsprachigen Raum – mit einem Schwerpunkt auf Finanzliteratur.

Seit November 2021 bin ich zudem Geschäftsführerin von zwei weiteren GmbHs und beschäftige mittlerweile 5 Mitarbeiter:innen – Tendenz stark steigend.

Seit unserem ersten gemeinsamen Interview sind bereits 2 Jahre vergangen. Was hat sich seitdem bei dir getan?

In den letzten zwei Jahren ist unglaublich viel geschehen. Rückblickend fühlt es sich wie eine Ewigkeit an. Wenn ich es kurz ausdrücken müsste, dann würde ich die letzten zwei Jahre mit „exponentiellem Wachstum“ beschreiben.

Im Grunde ist alles in meinem Umfeld in den letzten Jahren exponentiell gewachsen. So stark, dass ich es selbst kaum für möglich gehalten hätte. Mein Blog ist förmlich durch die Decke gegangen: Nicht nur die schiere Größe meiner Community ist gewachsen, sondern auch ihre und vor allem auch die Qualität meines Netzwerkes gestiegen. Heute gehören zu meinen engsten Vertrauten im Business Umfeld Personen, die ich zuvor nur als Autor:innen meiner Bücher kannte. Nachdem ich mich dazu entschlossen habe, meinen Hauptjob zu kündigen und mich voll und ganz auf Book of Finance zu konzentrieren, hat mir das nochmal einen enormen Schub gegeben.

Nach nunmehr acht Auszeichnungen ehrt mich das emotion Magazin als meist ausgezeichnete Finanzbloggerin der Dachregion und die BILD Zeitung und Focus Online bezeichnen mich als einflussreichste Sachbuchkritikerin Deutschlands.

Niemals hätte ich das vor zwei Jahren für möglich gehalten – zumindest nicht in so kurzer Zeit. Aber am Ende sieht man schlichtweg, was Engagement, Kreativität und Bildung ausmachen können.

Herzlichen Glückwunsch zur Vize Miss Germany! Was hat dich dazu bewegt an der Wahl zur Miss Germany teilzunehmen?

Celine Nadolny

Vielen lieben Dank! Die Auszeichnung als Vize Miss Germany war dieses Jahr natürlich ein verrückter Start in ein aufregendes Jahr.

Ich hatte damals über eine ehemalige Teilnehmerin vom neuen Konzept von Miss Germany erfahren: weg vom reinen Schönheitswettbewerb und hin zu Female Empowerment. Da habe ich mich intensiver mit deren Mission beschäftigt und spontan dafür entschieden, ein Teil davon sein zu wollen.

„Wir geben Frauen eine Bühne, die die Welt verändern, sie mit Haltung, Überzeugung und Persönlichkeit prägen und Verantwortung übernehmen.“, heißt es auf deren Homepage und genau das habe ich mir in meinem vielleicht noch etwas jungem und naivem Kopf vorgenommen.

Seit unserem letzten Interview hast du dein Angestelltenverhältnis gekündigt und konzentrierst dich jetzt auf das Unternehmertum. Wieso bist du diesen Schritt gegangen?

Ich habe einfach gespürt, dass meine Lernkurve im Angestelltenverhältnis stetig sank. Am Anfang wurde ich dort noch ins kalte Wasser geworfen, durfte viel lernen und habe mich entwickelt, aber irgendwann beschränkte sich mein Wachstum auf das Studium.

Zeitgleich wurde mir bewusst, dass ich meinen damaligen Job keine weiteren 40-50 Jahre ausüben wollte. Mir fehlte die Perspektive, mir fehlte die Wertschätzung für meine Leistung und dann war da eben Book of Finance. In dem Moment als ich gekündigt habe, hatte ich ja bereits den Proof, dass ich mit meiner Leidenschaft mein Einkommen bestreiten kann. Dementsprechend stand für mich fest, dass ich mutig den Schritt gehen und Wachstum und Erfüllung in der Selbständigkeit suchen möchte.

Ende letzten Jahres folgte dann für mich der nächste logische Schritt mit der Gründung weiterer Unternehmen. Ich denke, es wäre mehr als skurril, wenn eine Person wie ich, die eben mehr als 600 Sachbücher verschlungen hat …

1. … keinen Weg finden würde, mit ihrer Leidenschaft Geld zu verdienen.

2. … nicht versuchen würde, die Welt ein Stückchen besser zu machen.

3. … sich noch nicht über die eigenen Ziele und Wünsche bewusst geworden ist.

4. … kein Unternehmen gründen würde, um noch mehr Menschen zu erreichen.

Du hast gerade das Thema Geld verdienen angesprochen. Verrätst du uns, wie die Vize Miss Germany investiert und warum?

Ich habe kürzlich in einem Beitrag im Rahmen einer Initiative von Frauen in der Finanzbranche berichtet, was meine erste Aktie war. Jetzt würde ich tatsächlich nie wieder in Einzelaktien investieren und das liegt im Wesentlichen daran, dass ich so viel zu den Themen gelesen habe.

Im Kern ist das auch für viele das größte Paradoxon: „Weshalb liest man 600 Finanzbücher und investiert dann nur in ein Weltportfolio aus ETFs?“ Weil es schlicht nach Abwägung aller Transaktions- und Opportunitätskosten sowie tausender Studien die rationalste Entscheidung ist. Darüber hinaus waren auch nicht alle meine 600 Sachbücher Finanzbücher. Denn Geld ist und bleibt für mich immer nur Mittel zum Zweck und am Ende des Tages nutzt dir auch all dein Geld nichts, wenn du nicht ergründen konntest, was du mit deinem Leben anstellen möchtest, was du bewegen möchtest, zum Leben anderer beitragen und deinen Mitmenschen hinterlassen möchtest.

Deswegen macht finanzielle Bildung erst dann richtig Spaß, wenn sie mit persönlicher Weiterentwicklung und im Idealfall auch unternehmerischen Aktivität einhergeht. Das passt auch sehr gut zu der Äußerung eines Finanzbloggers, „dass ein Weltportfolio langweilig wäre.“ Wer sowas behauptet, dem kann ich nur entgegnen: „Nur langweiligen Menschen ist langweilig. Alle anderen wissen stets etwas sinnvolles mit sich selbst und ihrem Leben anzufangen. Wer den Nervenkitzel und Spaß in seinem Leben allen ernstes ausschließlich oder zumindest größtenteils am Aktienmarkt sucht, muss einen ziemlich beschränkten Horizont haben. Denn dieses Leben bietet uns so viel, von dem wir noch gar nichts wissen und keine Ahnung, ob auf dem Sterbebett jemals jemand bereut hat, nicht häufiger und intensiver die Börsennews verfolgt zu haben.“

Aber hier dann noch gerne meine Depotaufteilung:

Portfolio 3 von TradeRepublic

Portfolio 4 von TradeRepublic

Gibt es rückblickend auf die letzten 5 Jahre etwas, was du anders angegangen wärst und hast ermutigende Tipps für unsere Leser?

Das ist stets eine sehr schwierige Phase, denn ohne all die Entscheidungen und Erfahrungen meiner Vergangenheit, wäre ich heute nicht der Mensch, der ich bin. Tatsächlich würde ich aber sehr wahrscheinlich zwei Dinge nochmals anders machen:

a. Ich würde wahrscheinlich meinen Hauptjob noch früher kündigen. Auch, wenn ich es damals schon hätte wissen müssen, war ich gesellschaftlich doch so stark geprägt, dass ich mich zu lange nicht getraut habe, frei zu fliegen.

b. Ich würde zudem schneller Mitarbeiter einstellen und damit meine Ressourcen hebeln. Am Ende ist und bleibt der Faktor Zeit der größte Hebel. Das musste ich in den letzten Jahren mehr als einmal deutlich spüren.

Ermutigen kann ich hoffentlich bereits durch meinen eigenen Weg. Wenn ich es als damals gerade einmal 22-Jährige schaffen kann, aus einem Buchblog eine Vollzeit Selbständigkeit zu formen, dann kann das am Ende jeder schaffen. Nur eine einzige Sache ist bei mir natürlich eine Ausnahme: Ich hatte schon damals über 400 Sachbücher verschlungen. Die haben bei vielen Entscheidungen in meinem Leben schon einen enormen Einfluss gehabt. Auch, wenn einige Kritiker meine Leidenschaft immer noch allzu gerne als Zeitverschwendung abtun.

Nach eigenen Angaben hast du bereits über 600 Bücher gelesen. Welche Tipps kannst du den Menschen geben, die auch gerne so viel lesen würden?

Räumt den Dingen, die euch wichtig sind, die Prioritäten ein, die sie verdient haben. So viele Menschen können es sich schlicht nicht einmal vorstellen 20 Bücher im Jahr zu lesen. Dabei sitzen sie aber jeden Abend 2-3 Stunden auf der Couch und schauen auf ihren 60 Zoll Bildschirm, zocken stundenlang oder verschwenden ihre Zeit im Social Media.

Selbstverständlich habe ich es nun überspitzt, aber im Kern ist es genau das: Wenn wir etwas erreichen oder leisten wollen und es über Jahre hinweg nicht schaffen, dann sollten wir mal unsere Gewohnheiten durchgehen und prüfen, ob diese denn überhaupt auf unsere Ziele einzahlen. Und falls sie es nicht tun, dann dürfen wir auch kritisch prüfen, ob unsere Ziele überhaupt unsere Ziele sind oder nicht vielleicht das Resultat gesellschaftlicher Prägung.

So oder so haben wir in unserer westlichen Welt stets die Karten selbst in der Hand und sollten uns auch niemals in irgendwelche Opferrollen drängen lassen, sondern verantwortungsbewusst und selbstbestimmt unser Leben in die Hand nehmen. Routinen sind dabei ein viel zu häufig unterschätztes Werkzeug.

Du hast in den letzten Jahren bereits einiges erreicht. Welche Ziele bleiben da für die nächsten Jahre übrig?

In den nächsten Jahren möchte ich zu einer festen Instanz im Bereich finanzieller, wirtschaftlicher, unternehmerischer und persönlicher Bildung werden. Dabei ist es mir besonders wichtig, meine ethischen Grundsätze niemals aus den Augen zu verlieren und auch mein soziales Engagement nicht schleifen zu lassen.

Wenn ich mein unternehmerisches Wirken weiterhin mit meinen sozialen Projekten weiterführen kann, dann werden die kommenden Jahre nochmals um einiges ereignisreicher und erfolgreicher als die letzten.

Schon jetzt stehe ich in Gesprächen um im Bereich der Konsumschulden, des Journalismus und des Gesundheitswesens diverse Projekte in führender Rolle bewegen zu dürfen.

Inzwischen bist du so erfolgreich und selbstständige Unternehmerin. Wie schaffst du deinen Ausgleich zur vielen Arbeit?

Zunächst einmal fühlt es sich in den allermeisten Fällen nicht wie Arbeit an. Ich „arbeite“ per Definition zwar beinahe 24/7, habe aber nicht einmal mehr ansatzweise solch erschöpfende Gemütszustände wie noch im Angestelltenverhältnis oder teilweise in der Uni.

Gerade als Geschäftsführerin habe ich die Möglichkeit, mich immer wieder mit anderen Dingen beschäftigen zu können, wenn ich das Gefühl habe, ein spezielles Thema stresst mich gerade zu sehr. Ich habe auch das Privileg, die Aufgaben, die mir nicht so sehr erfüllen, an Menschen abgeben zu können, die dafür eine größere Leidenschaft hegen oder sich zumindest darauf spezialisiert haben.

Schlussendlich habe ich aber auch neben meiner Morgen- und Abendroutine eine klare Arbeitsroutine. Auch hier lasse ich mich stark von all der Literatur inspirieren, die ich so verschlinge. Dabei geht es um ein vernünftiges Verhältnis zwischen Be- und Entlastung, die Einstufung verschiedener Tätigkeiten in Belastungsklassen, ausgewogene Ernährung, guter Schlaf und viel Bewegung sowie eine Vielzahl von Achtsamkeitsübungen.

An der Stelle muss ich aber betonen, dass all dies in meinem alten Unternehmen und wahrscheinlich in 99,9 Prozent der anderen Unternehmen da draußen als Angestellte niemals möglich gewesen wäre. Nur ich bin eben niemandem mehr Rechenschaft schuldig, wenn ich auch mal etwas später mit der Arbeit beginne, meine Pausen anders oder länger gestalte und „am Arbeitsplatz“ meditiere. Ein Luxus, den ich auch all meinen Mitarbeiter:innen zugestehe – am Ende zählen die Ergebnisse.

Die Podcast Szene ist beliebter denn je. Du würdest dich ja eher als Lese-Ratte bezeichnen. Hörst du trotzdem auch mal gerne zwischendurch Podcasts und wenn ja, welche?

Interessanterweise höre ich eher selten Podcasts. Meistens nur nach dem Essen, auf längeren Reisen oder als gemeinsame Abendroutine mit meinem Freund auf der Couch. Dabei habe ich viele Business Podcasts abonniert, höre aber witzigerweise dann doch in der Regel True Crime Podcasts. In einem anderen Leben wäre ich wahrscheinlich Detektivin oder Kriminalpolizistin geworden.

 

Vielen Dank Celine für deine Zeit und das tolle Interview!

 

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