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Rendite mit Müll? Diese Abfallentsorgungsunternehmen stehen bei mir im Rampenlicht

Artikel, Leitfaden Daniel Dünn 2.632 Leser

Liebe Leserinnen und Leser,

es ist in jedem Haushalt das Gleiche. Egal wie gut man darauf achtet, es ist unmöglich keinen Müll zu produzieren. Von Verpackungen über schlecht gewordene Lebensmittel bis hin zu alten Zeitungen, wir alle produzieren nahezu täglich Müll. Durch das zunehmende weltweite Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum wird der bereits Jahrzehnte lang Trend hin zu mehr Abfällen auch auf absehbare Zeit nicht abreisen. Entsprechend spielen Unternehmen, welche den entstandenen Müll entsorgen und wenn möglich verwerten bzw. aufbereiten eine zunehmend größere Rolle, um gleichzeitig auch einen möglichst effizienten Umgang mit unseren Ressourcen zu ermöglichen.

Kursliste zum Artikel ist fertig auf dem TraderFox Trading-Desk hinterlegt


Wie gewohnt, präsentieren wir euch auch diese Woche, die aus unserer Sicht zehn spannendsten Trends kostenlos im TraderFox Trading-Desk unter der Rubrik „Im Rampenlicht“. Hierfür einfach über folgenden Link den Trading-Desk aufrufen: https://traderfox.com/ und dann oben links im Eck auf die Rakete klicken. Hierauf öffnet sich ein neues Menü und dort ist „Im Rampenlicht“ gleich die erste Kategorie. Neben den Medizintechnologie Aktien, findet man dort beispielsweise auch eine Übersicht zu spannenden Aktien aus den Trends „Fischfarmer“, „Börsengiganten“ oder „Container Schifffahrt“.

Durch einen einfachen Klick auf „Müllentsorgung“ öffnet sich dann unsere Watchlist mit allen 21 Aktien, die unserer Meinung nach von den zukünftigen Entwicklungen in diesem Bereich profitieren werden:

 

In Deutschland ist die Menge an verursachten Abfällen in den letzten zehn Jahren um ca. 10 % gestiegen. Damit werden allein hierzulande aktuell über 415 Mio. Abfall pro Jahr verursacht.


Die Nutzung von verschiedenen Ressourcen ist für den Menschen eine wesentliche Lebensgrundlage. Dazu kommt, dass diese aufgrund des weltweiten Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstums zunehmend wertvoller werden und damit ein möglichst effizienter Umgang mit unseren Ressourcen immer relevanter wird. Dies gilt gerade für natürliche und begrenzte Ressourcen. Selbstverständlich ist es nicht möglich, Abfälle komplett zu vermeiden. Gerade deshalb ist jedoch die korrekte Entsorgung und vor allem Weiterverarbeitung von Abfällen so wichtig.

In der heutigen Zeit wird bereits viel getan, um Abfälle zu vermeiden und Ressourcen möglichst effizient zu nutzen. So werden beispielsweise Verpackungen und Geräte stetig optimiert, um möglichst wenig Materialen und Energie für diese zu benötigen. Dies allein ist jedoch nicht ausreichend, da auch trotz größter Bemühungen die Menge an produzierten Abfällen jährlich zunimmt. Deshalb fokussieren sich Unternehmen, die hierfür zuständig ist, längst nicht mehr nur auf die Abfallbeseitigung, sondern auch auf die Weiterverarbeitung und Aufbereitung von Abfällen.

Am Beispiel Deutschland sieht man gut, wie wichtig das Thema Abfallbeseitigung bzw. -aufbereitung in den letzten Jahrzehnten zurecht geworden ist. Allein in Deutschland werden jährlich über 415 Mio. Tonnen Abfall produziert. Tendenz klar steigend. Seit dem Jahr 2012 hat sich die Menge an produzierten Abfällen in neun von zehn Jahren erhöht und sich in dieser Zeit um fast 10 % von 380 Mio. Tonnen auf den aktuellen Wert erhöht. Dabei produziert jeder Einwohner im Schnitt schon ca.  450 Kilogramm Haushaltsabfälle pro Jahr. Die Beseitigung und Aufbereitung dieser Abfälle sind also gleichzeitig sehr lukrativ als auch sehr wichtig für die Gesellschaft. Deshalb gibt es beispielsweise hierzulande kein Abfallbeseitigungsgesetz, sondern ein Kreislaufwirtschaftsgesetzt, welches regelt, dass mit entstandenem Müll möglichst effizient umgegangen werden soll. Aus diesem Grund ist es zum Beispiel auch seit dem Jahr 2015 verpflichtend, seinen Müll nach Altpapier, Altglas, Kunststoffabfällen und Biomüll zu trennen, um die Grundlage für eine maximal effiziente Beseitigung des Mülls zu gewährleisten.

Aufgrund der deutlich gestiegenen gesellschaftlichen und politischen Anforderungen an das Thema Müllbeseitigung, sind auch hier inzwischen stetig neue Innovationen notwendig, um stets einen bestmöglichen Umgang mit den entstandenen Abfällen zu gewährleisten. So müssen Abfallbeseitigungsunternehmen nicht nur mit den steigenden Mengen an Müll umgehen können, sondern auch fähig sein, diesen je nach Möglichkeit zu recyclen, zu beseitigen oder auch für eine energetische Verwendung vorzubereiten.

Es zeigt sich also, dass Unternehmen in diesem Bereich immer gefragter werden. Nicht nur aufgrund der Ressourceneffizienz, sondern auch aufgrund des Themas Umwelt- und Klimaschutz, welches einen immer höheren Stellenwert in der Gesellschaft hat. Drei Unternehmen, die von diesem Trend aus meiner Sicht besonders stark profitieren können, stelle ich nachfolgend ausführlicher vor. Selbstverständlich findet man alle drei Unternehmen auch in der genannten Watchlist in unserem TraderFox Trading-Desk in der Rubrik „Im Rampenlicht“:

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Tomra Systems ASA: Technologieführer für sensorgesteuerte Sortierlösungen


Das im Jahr 1972 gegründete Unternehmen mit Hauptsitz mit Norwegen ist insbesondere als Hersteller von Leergutrücknahmeautomaten bekannt, bietet jedoch auch eine Vielzahl an weiteren sensorbasierten Lösungen im Bereich Abfallaufbereitung und Recycling. Tomra Systems hat sich inwzischen zum Technologieführer für sensorgesteurte Sortierlösungen insbesondere in den Bereichen Lebensmittel, Recycling und Bergbau entwickelt. Mit über 10.500 installierten Maschinen in mehr als 80 Ländern weltweit ist das Unternehmen eine feste Größe am Markt.

Das Unternehmen lässt sich in zwei Geschäftsbereiche unterteilen: Sammelsysteme und Sortierlösungen, wobei sich Sammelsysteme hierbei hauptsächlich auf die Leergutrücknahmetechnologien bezieht. Die sensorbasierten Lösungen zur automatisierten Rücknahme und Sammlung von Getränkeverpackungen (v.a. Flaschen) sollen den Rücknahmeprozess optimieren mit dem Ziel, die Wertstoffe des Leerguts bestmöglich recyclen zu können. Das Sortiment an Leergutrücknahmeautomaten von Tomra Systems ist sehr umfangreich und bietet somit Lösungen für Supermärkte, SB-Warenhäuser und Discounter.

Im Geschäftsbereich Sortierlösungen gehört Tomra Systems wie aufgezeigt zu den Technologieführern und hat sich hier auf die Bereiche Lebensmittel, Recycling und Bergbau spezialisiert. Im Bereich Lebensmittel ist das Unternehmen ein führender Hersteller von sensorgesteuerten Sortieranlagen und -technologien in der Verarbeitung von frischen und verarbeiteten Lebensmitteln. So bietet das Unternehmen Sortierlösungen für eine Vielzahl an Lebensmitteln an, welche es ermöglichen Abfälle (z.B. verfaultes Obst) oder auch Fremdkörper (z.B. Steine, Erde) automatisiert herauszusortieren und somit die Qualität der Produkte des Unternehmens zu verbessern.

Im Bereich Recycling hat sich Tomra Systems als Entwickler des weltweit ersten Nahinfrarot-Sensors zur Sortierung von Abfällen einen Namen gemacht. Sowohl diese innovative Technologie als auch die weiteren Lösungen des Unternehmens ermöglichen es, die Qualität von Recycling-Prozessen deutlich zu verbessern, da der Sortier-Prozess der Abfälle optimiert wird, was die Grundlage für das korrekte Recyclen von Abfällen ist.

Auch für den Bereich Bergbau liefert das Unternehmen verschiedene Sortierlösungen. Diese ermöglichen es in diesem Fall beispielsweise Gesteinsabfälle herauszusortieren und damit Wertstoffe, wie zum Beispiel Mineralien, herauszufiltern. Dies verlängert nicht nur die Lebensdauer und den Wert der Minen, in denen diese Technologien eingesetzt werden, sondern sorgt auch dafür, dass die Ressourcen im Bergbau möglichst effizient genutzt werden.

Im ersten Halbjahr des aktuellen Jahres konnte Tomra Systems seinen Umsatz um 15 % im Vergleich zum Vorjahr erhöhen. Der stärkste Umsatzanstieg wurde dabei im Geschäftsbereich Sammelsysteme erzielt, in welchem ein Wachstum von 31 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erzielt werden konnte. Der Bereich Recycling Bergbau stieg außerdem um 6 % an. Gleichzeitig konnte das Unternehmen seine Bruttomarge um 43 % im Vergleich zum ersten Halbjahr des Jahres 2020 steigern, was eine wichtige Grundlage für zukünftig weiterhin steigende Gewinne ist. Dies kann man auch bereits am aktuellen Gewinn pro Aktie sehen, welcher sich von 1,17 NOK in H1/2020 auf 2,67 NOK in H1/2021 mehr als verdoppelt hat. Ein Grund für die gestiegenen Umsätze und Gewinne ist dabei neben den höheren Margen auch der deutliche Anstieg an Auftragseingängen. So stieg der Wert der eingegangenen Aufträge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um starke 26 % an, was insbesondere den Steigerungen in den Bereichen Lebensmittel und Recycling Bergbau zu verdanken war.

Im vergangenen Jahr konnte Tomra Systems seine Umsätze insbesondere aufgrund von Corona lediglich um 6 % steigern, während der durchschnittliche jährliche Umsatzwachstum der letzten drei Jahre bei ca. 10,2 % liegt. Für das aktuelle Geschäftsjahr wurde eine erneute Steigerung des Umsatzes um lediglich 6 % erwartet, was jedoch im Hinblick auf die starken Zahlen im ersten Halbjahr (Umsatzwachstum von 15 %) zu pessimistisch gewesen sein könnte, so dass das Unternehmen gute Chancen hat, die Erwartungen zu übertreffen. Für die darauffolgenden Jahre wird prognostiziert, dass sich das relative Umsatzwachstum wieder auf di gewohnten Wachstumsraten erhöht, so dass sich der Umsatz bis zum Jahr 2023 von aktuell 9,94 Mrd. NOK auf 12,79 Mrd. NOK erhöhen soll.

Aufgrund der Pandemie sowie gestiegener Kosten musste Tomra Systems im vergangenen Jahr einen leichten Gewinnrückgang hinnehmen und die Gewinne je Aktie sanken um 5,7 % von 5,57 NOK auf 5,25 NOK. Trotz dieses Rückgangs stiegen die Gewinne je Aktie in den letzten drei Jahren jedoch durchschnittlich um 8,2 % pro Jahr. Für das aktuelle Geschäftsjahr wurde von den Experten ein deutlicher Anstieg der Gewinne um ca. 32 % im Vergleich zum Vorjahr prognostiziert. Da das Unternehmen in diesem Jahr einen starken Fokus auf das Thema Kostenoptimierung gelegt hat, seine Margen deutlich steigern konnte und die Gewinne pro Aktie im ersten Halbjahr mehr als verdoppeln konnte, erscheint auch diese optimistische Prognose als realistisch und erfüllbar oder übertreffbar. Bis zum Jahr 2023 sollen die Gewinne pro Aktie dann sogar auf 9,20 NOK steigen.

Berücksichtigt werden sollte bei einer Investitionsentscheidung jedoch auch der nach wie vor hohe Verschuldungsgrad von 99 %. Dieser konnte im vergangenen Jahr von etwa 111 % auf den aktuellen Wert gesenkt werden, ist jedoch weiterhin erhöht.

Fazit: Tomra Systems hat sich als Technologieführer von sensorgesteuerten Sortierlösungen fest am Markt etabliert. Dies sieht man auch daran, dass die Produkte des Unternehmens in mehr als 80 Ländern zum Einsatz kommen. Mit seinen Lösungen sorgt Tomra Systems für eine Effizienzsteigerung bei seinen Kunden und leistet einen wichtigen Beitrag zur optimalen Ressourcennutzung sowie zu einem optimierten Recyclingprozess. Trotz des leichten Gewinnrückgangs im vergangenen Jahr konnte das Unternehmen sowohl seine Umsätze als auch seine Gewinne mittel- und langfristig konstant erhöhen und es spricht, wie aufgezeigt viel dafür, dass dies auch so bleibt. Dies alles macht Tomra Systems zu einem spannenden Wachstumsunternehmen und einer interessanten Investitionsmöglichkeit.

Clean Harbors Inc.: Der führende Anbieter von Umwelt- und Industriedienstleistungen in Nordamerika


Der Umwelt- und Entsorgungsexperte mit Hauptsitz in Massachusetts, USA wurde im Jahr 1980 gegründet und ist neben den USA auch in Kanada, Mexiko sowie Puerto Rico tätig. Clean Harbors hat sich dabei inzwischen zu dem führenden Anbieter von Umwelt- und Industriedienstleistungen in Nordamerika entwickelt und zählt die Mehrheit der Fortune-500-Unternehmen (die 500 umsatzstärksten Unternehmen der USA) zu seinen Kunden. Besonders gefragt sind die Dienstleistungen des Unternehmens in den Branchen Chemie, Energie und Fertigung sowie von Regierungsbehörden. Die Leistungen von Clean Harbors umfassen dabei unter anderem die vollständige Entsorgung von gefährlichen Abfällen, Recyclingdiensten oder industrielle Reinigungen.

Die Dienstleistungen des Entsorgungsspezialisten lassen sich in die beiden Segmente „Environmental Services“ und „Safety-Kleen“ unterteilen. Das erste Segment wird dabei nochmal in die Bereiche Technical Services, Industrial & Field Services sowie Oil, Gas and Lodging Services unterteilen, während das Segment Safety-Kleen von einer gleichnamigen Tochtergesellschaft übernommen wird.

Der Bereich Technical Services beschäftigt sich dabei mit einer Vielzahl an vertikal integrierten Dienstleistungen im Zusammenhang mit gefährlichen und nicht gefährlichen Stoffen. Hierzu zählen insbesondere das Sammeln und Verpacken, der Transport, das Recyclen und Behandeln der Stoffe bzw. Abfälle. Hierfür verfügt Clean Harbors über mehr als 100 unternehmenseigene Recycling-, Verbrennungs-, Deponie-, Abwasser- und sonstige Anlagen.

Industrial & Field Services umfasst industrielle sowie spezielle Dienstleistungen, wie beispielsweise die Hochdruck- und chemische Reinigung, Katalysatorhandling oder Materialverarbeitung. Außerdem werden auch die Umweltsanierungsdienstleistungen diesem Bereich zugeordnet, welche zum Beispiel Tankreinigungen oder Dekontaminierungen beinhalten.

Der dritte und letzte Bereich im Segment Environmental Services kümmert sich, wie es der Name Oil, Gas und Lodging Services schon sagt, insbesondere um Dienstleistungen in der Öl- und Gasbranche. Die Dienstleistungen des Unternehmens umfassen dabei z.B. seismische Dienste oder das zur Verfügung stellen von Beherbergungsbetrieben.

Mit dem Segment Safety-Kleen bietet Clean Harbors seinen Kunden Dienstleistungen wie das Sammeln, Recyclen und Wiederaufbereiten von Altöl, Teilereinigungen und weitere Umweltdienstleistungen für kleinere Stromerzeugungs-Unternehmen. Hierdurch ermöglicht das Unternehmen seinen Kunden eine effektive Verwaltung der Abfallströme, was sowohl Kostenvorteile als auch Vorteile für die Umwelt zur Folge hat. Die Dienstleistungen in diesem Segment werden über die Tochtergesellschaft Safety-Kleen erbracht. Deren Erfolge sorgen dafür, dass Clean Harbors zusätzlich auch der größte Wiederaufbereiter und Recycler von Altöl in Nordamerika ist sowie ein führender Anbieter von Reinigungsanlagen und Umweltdienstleistungen für Kunden aus der Gewerbe-, Industrie- und Automobilbranche.

Clean Harbors konnte die Prognose für das zweite Quartal des aktuellen Jahres deutlich übertreffen. Dies liegt laut dem Unternehmen selbst insbesondere an der hohen Auslastung des Entsorgungsnetzwerks des Unternehmens sowie der erhöhten Nachfrage in allen Unternehmensbereichen, wobei hier das Segment Safety-Kleen besonders zu nennen ist. Dies führte dazu, dass Clean Harbors in Q2/2021 die höchsten EBITDA, die höchste EBITDA-Marge sowie den höchsten freien Cashflow in der Unternehmens-Geschichte verzeichnen konnte.

Aufgrund der positiven Einflüsse konnte das Unternehmen im zweiten Quartal einen Umsatzanstieg von 30 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 926,5 Mrd. USD erwirtschaften. Damit konnte das Unternehmen im ersten Halbjahr bereits etwa 55 % des prognostizierten Umsatzes von 3,54 Mrd. USD für das Gesamtjahr 2021 erwirtschaften. Aufgrund der hohen Auslastungen und Nachfragen erscheint es damit als sehr wahrscheinlich, dass Clean Harbors die Prognose mindestens erreichen, wenn nicht sogar – wie in Q2 – übertreffen kann. Bis zum Jahr 2024 soll der Umsatz des Entsorgungsspezialisten kontinuierlich auf 4,1 Mrd. USD weiterwachsen.

Zusätzlich konnte das Unternehmen seine Gewinne im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppeln und die Gewinne je Aktie von 0,52 USD auf 1,22 USD steigern. Clean Harbors hat damit in einem einzigen Quartal bereits 37,5 % des prognostizierten Gesamtgewinns für das Jahr 2021 erwirtschaften können. Aufgrund der deutlich übertroffenen Prognose in Q2/2021 sowie der sehr guten Auftragslage gilt es als sehr wahrscheinlich, dass das Unternehmen die Erwartung für das Jahr 2021 und gegebenenfalls auch weitere Prognosen in den nächsten Jahren übertreffen kann. Aktuell werden Gewinne je Aktie von 4,07 USD für das Jahr 2024 vorhergesagt.

Zusammen mit den Ergebnissen für das zweite Quartal des Jahres hat Clean Harbors auch zwei große Bekanntmachungen veröffentlicht. Zum einen gibt es konkrete Pläne zur Erweiterung der Verbrennungsanlage in Nebraska. Diese soll mit neuen und hochmodernen Öfen ausgestattet werden. Zum anderen hat das Unternehmen die geplante Übernahme von HydroChemPSC für 1,25 Mrd. USD bekannt gegeben. Es handelt sich hierbei um ein Unternehmen im Bereich industrielle Reinigung mit einem eigenen Technologiezentrum. Beide bekanntgegebenen Investitionen deuten also daraufhin, dass das Unternehmen seine gute Marktposition zukünftig weiter ausbauen und sichern kann.

Auch bei Clean Harbors sollte bei einer Investitionsentscheidung der hohe Verschuldungsgrad von aktuell etwa 208 % berücksichtigt werden. Positiv ist jedoch, dass dieser von ca. 224 % im Vorjahr auf den aktuellen Wert gesenkt werden und insbesondere auch, dass aufgrund des Rekordwerts für den freien Cashflow der Cashbestand deutlich erhöht werden konnte, während gleichzeitig die kurzfristigen Schulden abgebaut werden konnten, wodurch die Schere zwischen den beiden Werten fast geschlossen werden konnte.

Fazit: Harbor Cleans ist als führender Anbieter von Umwelt- und Industriedienstleistungen in Nordamerika ein Musterbeispiel für ein Müllentsorgungs-Unternehmen. Der Spezialist liefert eine Vielzahl an Abfallentsorgungs- und Aufbereitungslösungen sowie Recyclingdienstleistungen, wie beispielsweise durch die Tochtergesellschaft Safety-Kleen im Bereich Altöl. Zusätzlich konnte das Unternehmen im zweiten Quartal des aktuellen Jahres sämtliche Prognosen übertreffen und teilweise Rekordzahlen verzeichnen. Aufgrund der hohen Auslastungen und Vielzahl an Nachfragen kann davon ausgegangen werden, dass sich der positive Trend des Unternehmens mittelfristig fortsetzen werden. Zusätzlich stimmen die gezielten Investitionen in neue Technologien optimistisch, sodass Harbor Cleans insgesamt ein sehr spannendes Unternehmen ist, welches deutlich vom Trend Müllentsorgung profitieren kann.

Casella Waste Systems Inc.: Innovatives Entsorgungsunternehmen mit Kerngeschäft im Nordosten der USA


Der Entsorgungsspezialist bietet seinen Kunden integrierte Dienstleistungen in den Bereichen Abfall-, Recycling und Ressourcenmanagement. Das Kerngeschäft des Unternehmens befindet sich dabei in sechs Bundesstaaten im Nordosten der USA, insgesamt hat Casella Waste Systems jedoch mehr als 150.000 Kunden in über 40 Bundesstaaten. Nach der Gründung im Jahr 1975 in Vermont, USA hat das Unternehmen bereits im Jah 1977 seine erste Recyclinganlage gebaut, welches gleichzeitig die erste entsprechende Anlage im gesamten Bundesstaat war, wodurch sich das Unternehmen bereits früh als Innovationsführer im Nordosten der USA etablieren konnte.

Seit dem Jahr 2000 liegt der Fokus von Casella Waste Systems neben traditionellen Abfallentsorgungsdienstleistungen auch auf den Bereichen Ressourcenerneuerung und Nachhaltigkeit. Das Unternehmen ist Branchenführer im Bereich Dienstleistungen und Infrastrukturen zur Erhaltung von begrenzen Ressourcen in Gemeinden und Unternehmen und zählt grundsätzlich zu den führenden Unternehmen in der Abfallwirtschaft in der USA. Dies gelang unter anderem durch eine innovative Strategie, bei welcher Abfälle als Ressource zur Erzeugung von erneuerbaren Energien sowie als Rohstoff für die Herstellung neuer Produkte gesehen werden.

Die Services des Unternehmens umfassen verschiedene Dienstleistungen rund um die Themen Recycling, Sammlung von Abfällen, Energiegewinnung durch Abfälle und weitere Dienstleistungen im Bereich Abfälle, Recycling und Nachhaltigkeit. Neben unternehmenseigenen Deponien, verfügt das Unternehmen zur Serviceerbringung außerdem über ein Netzwerk von über 700 Sammelfahrzeugen. Mittels der Lösungen von Casella Waste Systems werden so jährlich etwa 650.000 Tonnen wiederverwertbare Materialien zurückgewonnen.

Auch Casella Waste Systems konnte die Erwartungen für Q2/2021 übertreffen, was das Unternehmen veranlasste, die Prognosen für das Gesamtjahr 2021 beispielsweise für den Umsatz, Nettogewinn, EBITDA und Cashflow anzuheben. So konnte sich das Unternehmen beispielsweise ein starkes Wachstum des freien Cashflows und eine Umsatzsteigerung um 14,4 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 215,9 Mio. USD verzeichnen. Als Grund für das erfolgreiche Quartal nannte der Entsorgungsspezialist unter anderem die allgemeinen Steigerungen der Preise in den Bereichen feste Abfälle (+4 %), Sammlungen (+4,2 %) und Deponien (+4,3 %).

Der Gewinn des Unternehmens stieg im Vergleich zum Vorjahr leicht an. So erhöhten sich die Gewinne je Aktie um 1,9 % auf 0,25 USD. Dies allein entspricht bereits einem Drittel der erwarteten Gewinne je Aktie für das Gesamtjahr 2021 (0,75 USD), was auch erklärt warum Casella Waste Systems seine Erwartungen für das aktuelle Geschäftsjahr nochmal angehoben hat. Es wird außerdem erwartet, dass sich die Gewinne bis zum Jahr 2024 im Vergleich zum Jahr 2021 verdoppeln, so dass die Gewinne je Aktie dann 1,50 USD betragen sollen.

Mit einem Umsatz von 215,9 Mio. USD konnte das Unternehmen fast exakt 25 % des erwarteten Gesamtumsatzes von 856 Mio. USD im letzten Quartal erwirtschaften. Da für Q3/2021 nochmal eine Umsatzsteigerung prognostiziert wird, erscheint auch diese Erwartung als realistisch. Bis zum Jahr 2024 soll der Umsatz außerdem kontinuierlich auf 1,07 Mrd. USD steigen. Um dieses Ziel zu erreichen, hat Casella Waste Systems kürzlich die Übernahme der Willimantic Waste Paper Company bekanntgegeben. Es handelt sich hierbei um ein Abfall- und Recyclingunternehmen aus Connecticut mit einem Jahresumsatz von etwa 62 Mio. USD, welcher zukünftig dauerhaft in das Unternehmen fließen soll.

Von den drei hier vorgestellten Unternehmen hat Casella Waste Systems mit etwa 230 % aktuell den höchsten Verschuldungsgrad. Allerdings konnte das Unternehmen in den vergangenen Jahren auch die positivste Entwicklung in diesem Bereich verzeichnen und allein im letzten Jahr den Verschuldungsgrad von 659 % auf den aktuellen Wert senken. Dabei hat das Unternehmen sein Eigenkapital innerhalb eines Jahres mehr als verdreifacht, während die Schulden lediglich um 2,8 % anstiegen. Zusätzlich konnte der Entsorgungsspezialist unter anderem aufgrund des starken Cashflow-Wachstums einen Anstieg des Cashbestand von 3,5 Mio. USD auf 154,3 Mio. USD innerhalb eines Jahres verzeichnen, während die kurzfristigen Schulden (131,2 Mio. USD) im Vergleich zum Vorjahr etwa konstant blieben. Dies hat zur Folge, dass der Cashbestand die kurzfristigen Schulden nun sogar übersteigt und damit in nächster Zeit keine Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens zu erwarten ist.

Fazit: Casella Waste Systems ist das kleinste der drei hier vorgestellten Müllentsorgungs-Unternehmen, weist allerdings eine beeindruckende Unternehmensgeschichte als Pionier auf dem Gebiet des Recyclings im Nordosten der USA. Die Dienstleistungen des Unternehmens leisten einen wichtigen Beitrag zu einer effizienteren und umweltfreundlicheren Gesellschaft. Gleichzeitig entwickelt sich Casella Waste Systems finanziell in die richtige Richtung und konnte dieses Jahr bereits einige Erwartungen übertreffen und seine Schulden deutlich abbauen. Mit seinen innovativen Ideen wie Abfälle als Ressource zur Herstellung erneuerbarer Energien zu nutzen, trifft das Unternehmen genau den Zahn der Zeit und könnte unter anderem auf diese Weise langfristig vom Trend Müllentsorgung profitieren.

Gesamtfazit


Der Bereich Müllentsorgung bietet auch durch politische Vorgaben immer mehr Herausforderungen. Innovative Unternehmen können hiervon profitieren und sich einen Wettbewerbsvorteil sichern. Aus diesem Grund sind die oben aufgeführten drei Unternehmen eine interessante Möglichkeit langfristig von dem Trend Müllentsorgung zu profitieren.

Viele Grüße

Daniel Dünn

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